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Nr. 554
Tageswanderung 
Region Schwyz - Uri
Karte  Webcam Biel-Kinzig
Schwierigkeit: sportlich
Einkehrmöglichkeit: Muotathal, Hinterthal, Lipplisbüel, Biel
Anreise: Bahn nach Schwyz, mit Postauto nach "Hintere Brücke Hinterthal-(Fahrplan)
Rückreise: Seilbahn Biel - Brügg (an der Klausenpassstrasse), 
Postauto: Brügg/Biel - Flüelen

 
 
 

 

Chinzig Chulm - auf den Spuren Suworows

Vor gut 200 Jahren - Ende September 1799 - hatte der russische General Suworow mit seinem Heer von gegen 22 000 Soldaten und Kosaken-Kavalleristen den Vorstoss gegen Schwyz und Zürich unternommen, um die Truppen Napoleons mit seinen europäischen Eroberungsgelüsten aus der Schweiz zu vertreiben. Weil ihm nach dem erfolgreichen Kampf um den Gotthard und in der Schöllenen der Weg über den See nach Brunnen unmöglich war, wählte er die Route über den Chinzig-Pass ins Muothatal. Dort schnitten ihm die Franzosen den Weg ab. So er zog über den Pragelpass ins Glarnerland und trat schliesslich den Rückzug über den Panixerpass nach Ilanz - Chur - Vorarlberg an (mit Verlusten von rund 5000 Mann). 

5.30 h, aufwärts 1450 m, abwärts 450 m  (mit Varianten)
Route: Muotathal/Hinterthal 624m - Lipplisbüel 1194m - Wängi 1455m - Chinzertal 1847m - Chinzig Chulm (Kinzigpass) 2073m - Biel 1637 m

Unsere Wanderung, in der Gegenrichtung, ist nur für gut trainierte Personen zu empfehlen, weil über 1400 Höhenmeter zu überwinden sind.
Von Muotathal/Hinterthal wandern wir anfänglich stark steigend ins enge Hürital, teilweise auf dem Fahrsträsschen und oft wieder auf einem schmalen Fussweg nach Lipplisbüel. Das Rauschen des Hüribaches ist unsere ständige Begleitmusik auf dem sonst einsamen Weg dorthin. Die nur im Sommer bewohnten Hütten vom Lipplisbüel sind daher so dicht beisammen, weil aus den Ost- und Westhängen der umliegenden hohen Berge die Lawinen bis auf den Lipplisboden kommen und sich hin und wieder sogar kreuzen. Einkehrmöglichkeit im Bergrestaurant Lipplisbüöl.

Bald die Urner Kantonsgrenze (wo sich eine Alpkäserie mit Restaurant befindet), rechts über die Seenalp und links durchs Wängi- und Chinzertal. Wir wählen die letztere Wegroute Richtung "Chinzig Chulm". und so bleibt uns der Hüribach noch weiterhin treuer Begleiter. Der lange mühsame Aufstieg zum 2073m hohen Kinzigpass muss redlich verdient werden, umso grösser die Freude wenn es geschafft ist.


Der steile Abstieg über den Wyssenboden bis Biel-Kinzig ist nicht allzu lange - wir staunen, wie Suworow mit seinen 22'000 Soldaten vor 200 Jahren hier herauf gekraxelt ist.
Für die restlichen 1000 Höhenmeter bis zum Talboden (Brügg/Bürglen 648 m) benützen wir die kleine Luftseilbahn. Bei viel Betrieb sollte man als erstes eine Fahrnummer beziehen; im Restaurant Biel-Kienzig nebenan kann man gemütlich allfällige Wartezeiten überbrücken.
Gewandert 1994.

 
Umgekehrte Variante, 5 h

Biel 1637m - Chinzig Chulm 2073m (1.30 h) - Chinzertal 1847m (0.30 h - Lipplisbüel 1194 m (1.50 h) - Muotathal/Hinterthal 624m (1.10 h)

"Von Bürglen-Brügg, am Eingang ins Schächental beginnen wir unseren Ausflug mit der Luftseilbahn Bürglen-BieI und überwinden gleich die ersten 900 m Höhendifferenz. Vom "Berggasthaus Biel" geht es zu Fuss hinauf Richtung "Eggberge". Nach 50 m beginnt ein steiniger Treppenweg an der Bergkapelle vorbei zum Vorder Wissenboden (auch "Wyssenboden" geschrieben). Hier auf 1720 m treffen wir auf den Passzugang zum Chinzig. Wir folgen ihm im Aufstieg über die Alp Wissenboden. Bei der Verzweigung "Stelli" halten wir uns an den Saumweg, der im Bogen die Alp Wissenboden umgeht und dann steil in die Passmulde hinaufführt. Eine kleine Kapelle und eine Erinnerungstafel an General Suworow, der im September 1799 mit russischen Truppen hier den Übergang ins Muotatal genommen hat, weisen auf die Bedeutung des Passes hin.

Auf Chinzig-Chulm (auch Chinzigpass oder Kinzigpass genannt) öffnet sich eine weite Sicht zu den Urner und Schwyzer Alpen. An der Westseite sehen wir die Chaiserstock-Gruppe , Wasserberg, Höch Turm und Ortstock erkennt man nordöstlich. Dahinter erkennt man den Glärnisch mit seinen Gletschern. Rechts dominiert die wuchtige Schächentaler Windgälle. Hinunter nach Muotathal muss man ca. drei Stunden Marschzeit rechnen."
Reinhard K., Juli 2003

"Die Szene vor der "Abzweigung Seenalp" (Chinzig Chulm) ist gewaltig und die Unwetter von August haben auch hier gewaltiges Geschiebe verschoben. Auf dem Weg nach Lipplisbüel (unteres Drittel), wo der Wanderer zum Bauernhof kommt, neben der Stallung steil ins Tal muss, dort war heute "Rutschbahn". Und 15 Minuten bevor man ins Tal gelangt, lohnt sich der linke Weg über die Schlucht (mit der Gletschermühle)."
Henrik S., Okt.2005
Vorder Wyssenboden

Tipp für 2-Tageswanderung:


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