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| 7 | T2 | ![]() |
Bosco Gurin ist das einzige deutsch-sprachige Dorf im Tessin. Ausserdem ist dieses schöne Walser-Dorf noch voll intakt und hat keine „Bausünden“, obwohl der Tourismus im Sommer und im Winter hier Einzug gehalten hat. Parkplatz und Sessellifte sind ausserhalb des Dorfes platziert. Bei einem Spaziergang durch das heimelige, autofreie Dorf , mit Stein- und Holzbauten, sind keine Ställe vorhanden, obwohl immer noch Landwirtschaft betrieben wird. Schon seit jeher wurde das Vieh ausserhalb des Dorfes gehalten. Unten im Dorf befinden sich lange Gemeinschafts-Ställe, was den Vorteil hat, dass das Dorf sauber ist, keine Misthäufen im Dorf sind und sich Fliegen und Bremsen ebenfalls nicht im Dorf tummeln. An vielen Häusern sind wunderschöne Sgraffiti (Wandmalereien) angebracht, welche allesamt vom in Bosco Gurin geborenen und aufgewachsenen Künstler und Grafiker Hans Tomamichel gemacht wurden. Uebrigens hat Hans Tomamichel auch das bekannte „Knorrli“ kreiert. - Bei unserer Tourenwoche werden wir teilweise auf der schweiz-italienischen Grenze südwärts wandern und einsame Dörfer antreffen, sowie viele unbekannte Täler kennen lernen: Valle di Bosco, Valle di Campo, Valle di Vergeletta, Valle Onsernone, Centovalli und das Vallemaggia.
Fahrt mit SBB nach Locarno.
Gleich rechts - in ankommender Richtung - neben den Geleisen befindet sich der Bus Nr.10 ins Vallemaggia. Beim Bus-Chauffeur beziehen wir die Fahrkarte nach Bosco Gurin.
In Cevio steigen wir um, in den Bus nach Bosco Gurin. Die Umsteigezeit ist eher knapp bemessen, da sich die Haltestelle nach Bosco Gurin an einer anderen Strasse befindet, heisst es schnell umsteigen. (der Buschauffeur zeigte uns den Weg).
Nach dieser langen Fahrt,
von der deutschen Schweiz ins Tessin, haben wir das Bedürfnis die
Beine zu vertreten. Es lohnt sich den Rucksack im Hotel zu lassen und anschliessend
das wunderschöne Dorf Bosco Gurin zu besichtigen.
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| 1. Tag:
5h, aufwärts 650m, abwärts 900m - T 2
Route: Bosco Gurin 1547m – Grossalp 1907m - Passo Quadrella 2137m - Piano del Carbone - S’ceda 1535m - Corte-Nuovo 1540m - Campo (Vallemaggio) 1281m |
Wie es schon der Name sagt, besteht hier eine grosse Alp mit mehreren Häusern, Cap. Grossalp UTOE, wo auch Uebernachtungsmöglichkeiten bestehen. Bei der vor wenigen Jahren erneuerten Bergstation der Sesselbahn vorbei und auf dem bezeichneten Weg über Wiesen in Richtung "Passo Quadrella". Auf dem ganzen Weg hat man einen sehr schönen Blick hinunter nach Bosco Gurin und ins Val Bosco.
Beinahe unbemerkt passieren wir den Passo Quadrella, steigen nun ab ins Valle di Campo, auf gutem, teilweise etwas steilen Weg, durch lichten Wald.
2. Tag:
6h, aufwärts 700m, abwärts 200m - T 2
Route: Campo 1281m –
Cimalmotto 1405m - Malcantone 1386m - Fiümigna 1285m - Passo della
Cavegna 1958m - Alpe di Porcaresc 1796m - Alpe d’Arena 1689 - Alpe Cap.
Salèi 1777m
Auf der asphaltierten Strasse
verlassen wir Campo, nach Cimalmotto. (Eslohnt sich die Kirche
in Cimalmotto, Chiesa dell Assunta, mit dem Säulengang, Kreuzgang
und den Fresken, zu besuchen).
Der Weg ist beschildert
nach Malcantone, wo wir von der Strasse links abbiegen, über
Wiesen wandern, hinunter zum Bach mit dem imposanten Namen „Rio Colobiasca“.
Wir überqueren auf einer Brücke den „Rio“, wo die Gegend
Fiümigna
heisst.
Ansteigend geht es über Alpwiesen, durch lichten Wald und immer dem Bach und den Wegweisern entlang bis Passo della Cavegna, wo sich auch der Lago della Cavegna befindet. Vor uns liegt das Valle di Vergeletto.
| Wir steigen hinunter bis zur Alpe di Porcaresc, dort nehmen wir den Weg rechts. Auf einem breiten „Plattenweg“ wandern wir auf und ab, aber immer etwa die Höhe haltend, zur Alpe d’Arena. Dort befindet sich auch die Hütte Cap. d’Arena, eine Selbstversorgerhütte mit Massenlager. |
3. Tag:
5h: aufwärts 450m, abwärts 1100m - T 2
Route: Cap. Alpe Salèi
1777m - Lago di Salèi 1924m - Passo del Busan 2006m - Pilone
2191m - Alpe Pesced 1778m - Spruga 1113m
Lediglich eine halbe Stunde nach unserem Start von der Capanna Alpe Salèi kommen wir am wunderschönen Lago di Salèi vorbei. Wir wagen ein herrlich-kühles Morgenbad und steigen weiter hoch, auf schönem Weg, über Alpwiesen zum Passo del Busan. Ein letzter Blick zurück ins Valle di Vergeletto, bevor wir das Valle Onsernone sehen.
Wir deponieren die Rucksäcke in der Nähe des Passo del Busan und steigen hinauf zum Pilone. Eine wirklich phantastische Aussicht von hier oben: wir sehen den Weg von gestern und in süd-östlicher Richtung erkennen wir den Lago Maggiore. Auf demselben Weg steigen wir zurück zu unserem Rucksack-Depot, passieren die Alpe Pesced und wandern über Alpweiden, durch Föhrenwald nach Spruga.
Morgens auf Alpe Salèi |
Lago Salèi |
Blick vom Pilone |
4. Tag:
4h, aufwärts 600m, abwärts 220m - T 2
Route: Russo 801m - Mosogno
783m - Ponte Nuovo 559m - Pign 612m - Madonna della Segna 1166m - Monte
di Comino 1138m
Von Russo wandern wir auf der Autostrasse bis zum nächsten Dorf Mosogno. (Es führt auch ein Wanderweg von Russo bis zur Ponte Nuovo. Der Weg ist jedoch wenig begangen, steil und schlecht unterhalten). Rund 150m vor dem ersten Haus von Mosogno steigt man rechts den bezeichneten Wanderweg hinunter, durch das alte, beinahe verlassene Dorf hindurch, zur Ponte Nuovo.
Von hier an geht es, immer in südlicher Richtung hinauf, vorbei am Haus Pign .Bei Frescheina überqueren wir den meist trockenen Bach und bleiben immer auf südlichem Kurs. Es geht steil hinauf, der Weg ist aufgrund des vielen Laubes von den Kastanienbäumen kaum sichtbar. Die Wegmarkierungen sind jedoch an den knorrigen Bäumen reichlich angebracht und dennoch: suche immer die nächste Markierung!
Nach diesem strengen und schweisstreibenden Aufstieg gelangen wir auf eine Hochebene, teilweise Moor mit Birken. Auf dieser Ebene erblicken wir die Wallfahrtskirche Madonne della Segna . Noch 15 Minuten wandern wir gemütlich bis zu unserem Ziel Monte di Comino. Wir haben das Onsernone-Tal verlassen und blicken bereits ins Centovalli. (Rund 10 Minuten von unserem Uebernachtungsort ist die Bergstation einer Seilbahn, welche ins Centovalli hinunterfährt, an die Autostrasse und die Bahnstation Verdasio).
Aufstieg nach Madonna della Segna |
Madonna della Segna |
Monte di Comino |
Capanna Monte Comino |
Comino: "Al Riposo Romantico" |
5.Tag:
4h, aufwärts 100m, abwärts 900m - T 2
Route: Cap. Monte Comino
1138m - Punkt 1224m - Calascio 1013m - Cremaso 756m - Pila 590m - Intragna
339m - Cavigliano 296m
Von der Cap Monte Comino wandern wir zur Bergstation der Seilbahn, halten links und wandern über Wiesen den Berghang hinauf bis zum Punkt 1224m. Nun sind wir auf dem Weg, welcher von der "Madonna della Segna" herkommt.
Wir halten uns rechts, (östlich) auf gutem Weg und erblicken bereits weit unten den Lago Maggiore, resp. Ascona und auf der anderen Seite des Sees Gambarogno. Wir folgen den Wegweisern nach Calascio. Gleich bei der Kapelle von Calascio folgen wir dem Wegweiser rechts, nach "Cremaso". Der breite, teilweise mit Steinplatten belegte Weg führt uns durch den Wald nach Cremaso.
In Cremaso haben wir die Möglichkeit auf direktem Weg, auf dem Steinplatten-Weg nach Intragna zu wandern. Wir jedoch zweigen 100m nach dem letzten Haus rechts ab. Auf einem guten Weg wandern wir talwärts und überqueren zweimal den Bach „Riale di Mulitt“. Von der ersten Brücke aus betrachten wir die alte Mühle und bereits nach 500 Metern sehen wir die zweite Brücke. Wunderschöne, vom Wasser feingeschliffene Felsen animieren uns zu einem erfrischenden Bad, bevor wir nach Pila und anschliessend nach Intragna kommen.
Es lohnt sich - nach einem
durststillenden „Becher“ - das Dorf Intragna mit seinen hübschen
Gässchen anzusehen; höchster Kirchturm im Tessin.
Unsere Unterkunft haben
wir in Cavigliano gebucht. (Man kann natürlich auch in Intragna übernachten).
Vom Bahnhof Intragna führt der Wanderweg, teils auf der Autostrasse,
teils auf Wanderwegen nach Cavigliano.
![]() Calascio |
Abstieg nach Intragna |
Intragna |
Intragna mit Centovallibahn |
6. Tag:
3 h, aufwärts 600 m - T 2
Route: Cavigliano / Intragna
339m - Ponte Romano 309m (0.30 h) - oberhalb Hängebrücke Corcapolo
338m - Cadalom 661m - Corte di sotto 760m - Rasa 898m (2.30 h)
Heute haben wir einen leichten Tag. Da wir heute Abend nochmals bei „Peppino“ übernachten, reicht uns ein leichter Tagesrucksack. Das Frühstück unter den Reblauben der Pensione da Peppino hat uns so gut gefallen, dass wir - anstelle nach Intragna zu wandern - das Centovalli-Bähnchen von Cavigliano nach Intragna besteigen (1 Station).
Beim Bahnhof Intragna wandern wir in gleicher Richtung, d.h. in westlicher Richtung auf der Hauptstrasse rund 1 km, wo uns ein Wegweiser links von der Strasse zum Ponte Romano hinunterführt. Trotz oder vielleicht gerade wegen des hohen Alters dieses schönen Bauwerkes überschreiten wir die Brücke, bestaunen das türkisblaue Wasser und steigen auf der anderen Seite der Melezza treppaufwärts. Bei der Wegkapelle folgen wir dem Hangweg nach rechts, hoch über der Melezza, immer Richtung "Rasa". Auf steinigen, mit vielen Felstreppen durchsetzten Waldwegen wandern wir das Centovalli hinauf, vorbei an teils verlassenen Steinhäusern, aber auch an bewohnten Rustici. Der Weg trifft oberhalb der Hängebrücke mit dem Weg zusammen, der von Corcapolo (Bahnhaltestelle) her kommt.
Auf breitem Weg, immer ansteigend, wandern wir weiter Richtung "Rasa". Eine halbe Stunde vor Rasa, beim Bauerngehöft Corte di sotto, ist eine, sagen wir „Besenbeiz“, eingerichtet worden. (Als Selbstbedienung kann hier Tee, Sirup, Joghurt, Käse etc. etc. bezogen werden. Bezahlt wird in ein Kässeli) Wie bereits erwähnt, geht es von hier aus nur noch eine halbe Stunde bis wir den Kirchturm des schönen Dorfes Rasa sehen, welches nur zu Fuss oder mit einer Seilbahn erreichbar ist. Im romantischen Grotto geniessen wir das Mittagessen mit einheimischer Küche und machen uns anschliessend auf den Heimweg.
Wir haben zwei Möglichkeiten:
Intragna, Blick auf Cardada |
Ponte Romano |
idyllische Waldlichtung |
oberhalb Corcapolo Hängebrücke |
Rasa |
7. Tag:
4 ½ h, aufwärts 400m, abwärts 320m T 1
Route: Cavigliano 296m
– Streccia 627m - Dunzio 517m – Forc.di Dunzio 596m - Vald307m -
Terra di Fuori 340m - Ronchini 346m - Briee 343m - Gordevio 312m
Heute ist der letzte Tag unserer Tessiner-Wanderung und wir möchten auch noch einen Teil eines weiteren Tales kennenlernen: das „Vallemaggia“. In Cavigliano starten wir am Bahnhof, gehen zur Autostrasse, welche Cavigliano mit Intragna resp. Verscio verbindet. Gleich neben der Brücke des unscheinbaren Baches führt uns der Wanderweg Richtung Norden.
| Bereits nach kurzer Zeit können wir das schöne Panorama mit Aussicht auf Ascona, Locarno und den Lago Maggiore geniessen. Auf gemütlichen Wanderwegen, immer Richtung Norden, passieren wir Streccia und Dunzio. Ab Dunzio wandern wir 1km auf einer Autostrasse bis Forc.di Dunzio. |
In Ronchini kommen wir auf die Autostrasse des Vallemaggia (neben dem Grotto Ronchini befindet sich die Bushaltestelle, mit dem wir nach Locarno fahren und unsere Wanderung abschliessen könnten).
Wir aber setzen unsere heutige Wanderung fort, überqueren die Autostrasse, am Restaurant vorbei zum Wald, wo wir den Wegweiser Richtung Osten nach "Briee / Gordevio" sehen. Durch diese zusätzliche Wanderung von rund 20 Minuten werden wir reichlich belohnt. Wir wandern durch herrliche Kastanien-Wälder, durch Rebberge und vorbei an alten Steinmauern. In Briee können wir den steil-abfallenden Wasserfall bewundern.
Beim Wasserfall geht unser
Weg rechts weg, an der Kirche vorbei und dann bei der nächsten Abzweigung:
halblinks, bereits nach 150m - gerade richtig zur Mittagspause - treffen
wir beim „Ristorante Unione" in Gordevio ein, wo wir unter den schattigen
Reblauben an Granittischen und Bänken ganz vorzüglich unser Abschiedsessen
geniessen können.
Der Autobus (Haltestelle
Gordevio nur wenige Minuten vom Restaurant entfernt) bringt uns nach Locarno-
(Fahrplan).
Juli 2011
"Zunächst mal ein grosses Dankeschön für Ihre wunderbare Website - schon oft bin ich Ihren Spuren und Vorschlägen gefolgt.
Gerade bin ich von den "bekannten und unbekannten Tälern im Tessin" zurückgekehrt, die ich abgekürzt in umgekehrter Richtung nachgewandert bin, von Spruga bis Bosco Gurin. Schön wars!
Bei den Übernachtungsmöglichkeiten haben sich ein paar Sachen geändert:
In Cimalmotto gibt es die Osteria Pensione Alpina nicht mehr, dafür aber das Rifugio La Reggia, das ich allerdings nicht selber ausprobiert habe; übernachtet habe ich in Campo Valemaggia.
Das Ostello Giovanibosco ist eine Gruppenunterkunft ohne eigene Rezeption (die angegebene Telefonnummer läutet also ins Leere) - Auskünfte und Reservationen laufen über die Rezeption des Hotel Walser. Jolanda Jäggi". Vielen Dank!
Hüttenwandern im Tessin - weitere Routen
