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Ostern auf Panoramawegen im Wallis: durch Weinberge und den Bissen entlang

Allgemeine Beschreibung

Wenn man sich im Frühling nach südlicher Wärme sehnt, ist das meist sonnige Wallis ein lohnenswertes Ziel.

Die Route folgt zunächst dem "Chemin du vignoble" (Martigny - Leuk, 66 km) durch die Rebhänge bei Sion und weiter am Südhang des Rhonetals alles den Wasslerleitungen (Bisses oder Suonen) entlang.

Wer vier Tage zur Verfügung hat, kann Tag Nr.2 aufteilen und zusätzlich in St-Léonard (unterirdischer See) übernachten.
Bisse Neuf de Venthône
Hinweis: Hinreise: Bahn nach Sion, Bus (Richtung Martigny) nach Vétroz (Restaurant, Laden)
Rückreise: Postauto ab Rumeling, Inden oder Leukerbad nach Leuk   Fahrplan
 

1. Tag: 4.30 h, aufwärts 400 m, abwärts 400 m (inkl. Besteigung des Mont d'Orge)
Route: Vétroz 490 m - La Muraz - Mont d'Orge 786 m - Sion 491 m

Beim Wegweiser neben der Kirche von Vétroz folgen wir dem Weg  "Chemin vignoble". Im schönen Park neben der Kirche trafen wir eine Frau am Einheizen des Gemeindeofens an. Der Ofen werde während 3 Tagen geheizt, um am Ostersamstag das Osterbrot zu backen.

Auf einem Asphaltsträsschen steigen wir inmitten der Reben langsam in die Höhe. Überall sind die Rebbauern mit dem Setzen von Stickeln, Ausbessern der Äcker oder Spritzen der unzähligen Rebstöcke beschäftigt. Wir sind auf dem Boden von Conthey, der zweitgrössten Walliser Weingemeinde mit 430 Hektaren Rebland! Auf dem Weg über Sensine nach Vouisse und La Muraz (Restaurant, Postautohaltestelle) wechselt der Chemin vignoble immer wieder ab mit fuss-freundlichen Pfaden und leider auch vielen geteerten Passagen. Wir staunen über die schönen Trockenmauern und die genialen Bewässerungsanlagen.

Empfehlenswerte Umwanderung des Mont d'Orge (Bischofsmütze): Dazu wandern wir zum See hinunter und wandern rechts ansteigend auf schmalen Spuren rund um den Berg. Der sonnenseitige Hang bietet einen reizvollen Ausblick auf Sion und die beiden Hügel von Tourbillon und Valère, die wie Riegel im Rhonetal liegen. Weit unter uns blicken wir direkt auf den Flugplatz, wo ein emsiges Starten und Landen zu beobachten ist. Der Weg folgt einer Wasserleitung und ist teilweise mit Seilen gesichert. Kurz bevor wir den Berg umrundet haben, zweigt ein Pfad nach links in die Höhe und trifft sich mit dem Vita Parcours, der uns bis zum weitweithin sichtbaren Felskopf Mont d'Orge mit seinen Ruinenresten hinaufführt; ein lohnenswerter Abstecher, schon wegen der einmaligen Flora.

Zurück in La Muraz, folgen wir dem Wegweiser nach Sion. Die Route führt kurz aufwärts zur Bisse de Lentine, folgt ihr ein Stück und steigt dann auf Nebensträsschen abwärts nach Sion. Schöne Altstadt mit dem Bischofssitz und Fussgängerzone mit vielen kleinen Läden in der Altstadt.

Übernachtung

Tipp: Wir besichtigten per Zufall die Kirche Sacré Ceur (es war Gründonnerstag), wo ein 80köpfigen Knabenchor einen Gottesdienst verschönerte.
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2. Tag: 7.35 h, Aufstieg 860 m, Abstieg 570 m
Route: Sion 491 m -  Altstadt - Brasserie (0.30 h) - Bisse de Clavau 620 m (0.10 h) - Abzweigung Chemin Vignoble (1 h) - Tsampon 667 m (0.35 h) - Liène-Schlucht 690 m - Les Hombes 720 m (0.30 h) - Punkt 823 m (0.30 h) - Punkt 850 m (0.10 h) - Punkt 927 - Bisse de Lens 1029 m (0.50 h) - Chermignon, Bisse de Lens 990 m (1.10 h) - Diogne 1023 m - Darnona 816 m - Venthône 799 m (2.10 h)

Varianten:
Vom Bahnhof Sion könnte man mit dem Postauto direkt zum Ausgang des Wanderwegs gelangen (Richtung "Crans", Haltestelle "Brasserie"). Es lohnt sich aber, durch die Altstadt zu wandern Richtung "Château" und eventuell den Abstecher zum Schloss hinauf anzuhängen. Am oberen Ende der Fussgängerzone queren wir die Hauptstrasse und gehen bergauf Richtung "Ayant/Crans". Nach 5 Minuten erreichen wir die Haltestelle Brasserie, wo rechts - etwas versteckt - der gelb markierte Treppenweg zur Bisse de Clavau (und Chemin Vignoble) hinaufführt.
Die Bisse de Clavau ist eine der ältesten noch intakten Beispiele des Bewässerungssystems. Sie dient ausschliesslich der Bewässerung der Rebhänge und war deshalb nie vom Verfall bedroht. Anfangs Mai werden jeweils die Wasserläufe gereinigt und ans Wasser angeschlossen. Schautafeln des Chemin Vignoble erzählen spannende Einzelheiten zum Thema Wein. Der bequeme Weg, die schöne Aussicht über die Rebberge, ins Rhonetal und in die Berge sollten nicht davon abhalten, auf den Boden zu schauen, um nicht über eine Mauer zu fallen. Diese Trockensteinmauern sind bewundernswert; teilweise sind sie meterhoch und prägen die Landschaft.
Oben auf 620m, wo wir die Strasse streifen, beginnt rechts der ebene "Chemin de Vignoble" der Bisse de Clavau entlang  In viertelstündigen Abständen locken in der Saison zwei Bistro-Tafeln die Wanderer zur Weindegustation: "Weindegustation Brûlefer mit Bistro" und "Weindegustation und Restaurant Le Cube" - ouvert! Die Bistros selbst befinden sich im Rebberg direkt oberhalb des Weges.

Während unsere Route um den Hang herum nach Norden dreht, verlassen wir den "Chemin Vignoble" (er führt bergab ins Rhonetal). Wir bleiben an der Bisse de Clavau und kommen an einer Kraftwerkleitung vorbei. Gut gesichert, ein Stück weit sogar in einem engen, aber beleuchteten Tunnel geht es in die Liène-Schlucht hinein, wo das Wasser gefasst wird. .

Auf schönem Pfad wandern wir über einen kleinen Waldhügel Richtung "Grand Bisse de Lens", treffen bei Les Hombes auf eine weitere Verzweigung und queren nochmals einen Bach. Ein breiter Waldweg führt in sanften Kehren zum Wegweiser bei Punkt 823, wo man auf zwei Seiten zur "Grand Bisse de Lens" gelangen könnte - wir gehen nach rechts. Nach 10 Minuten bei Punkt 850 teilen sich die Wege erneut - unsere Route führt bergauf Richtung  "Sarmona / Lens / Grand Bisse de Lens".

 
Variante Abstieg ins Tal (ausgesetzt, für Kinder nicht geeignet):

Bei Punkt 850 m könnten wir dem Weg der "Bisse de Sillonin" folgen und dann nach "St-Léonard" absteigen. Zunächst leicht abwärts durch den Wald, dann entlang der steilen Felswand, wo man sich an einem Seil halten kann. Der Abstieg nach St-Léonard führt durch die Rebberge zur Kirche von St-Léonard
Von der Kirche gehts geradeaus zur Bahnstation, zum unterirdischen See nach links.

Wanderzeit Punkt 850m - St-Léonard 505m: 1.30 h; siehe Tageswanderung Nr.623

Bisse de Sillonin
Bisse de Sillonin
Treppe
Wir aber wandern aufwärts zum Wegweiser Sarmona auf Punkt 927, wo sich die Wege verzweigen. Wir haben zwei Möglichkeiten: Auf dem Ruhebänklein bei Punkt 1029 m geniessen wir eine grandiose Sicht auf die Rhoneebene und ins Val d'Hérens. Der bequeme Panoramaweg entlang des zweiten Teils der Bisse de Lens bis Chermignon ist wunderschön und ungefährlich. Die Sonne hat am Südhang der Rhone um diese Jahreszeit schon grosse Kraft. Eine Tafel zeigt den 200-jährigen Bauvertrag, wo der Bauherr beim Friedhof von Chermignon schwören musste, innert 2 Jahren die Wasserleitung fertigzustellen. Bezahlt wurde mit Gütern der Region (Abstiegsmöglichkeit nach Chermignon d'en Bas). .

Der Weg nach "Venthône" führt weiter der Bisse entlang, quert die Strasse nach Crans-Montana (Buslinie) und steigt dann 150 m auf nach Diogne. Wiederabstieg zu Picknickplätzen und interessanten Wasserfassungen. Nun folgt die einzige Asphaltstrecke des Tages, ca. 2 km bis Darnona, eine Haltestelle der Standseilbahn Sierre - Montana. Noch eine halbe Stunde ebenaus, und wir sind in Venthône, wo wir das Hotel Bellevue an der Strasse nach Montana am Dorfeingang finden.

Gasthäuser

Links

Bisse de Clavau ob Sion

Blick ins Rhonetal

Bissenregulierung

Bisse de Clavau

Variante a): Grand Bisse de Lens
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Karte mit Zoom
3. Tag: 4.30 h, aufwärts 550 m, abwärts 220 m
Venthône 799 m - Bisse Neuf de Varen 1020 m - Gulantschi 900 m (3 h) - Varenalp 933 m - Rumeling 828 m (1.30 h) Lohnenswerte Besichtigung des alten Dorfkerns von Venthône. Beim Dorfladen dem Wegweiser "Bisse Neuf/Bisse de Varen" folgen. Ein schmaler Pfad führt uns mitten durch eine Pferdeweide hindurch hinauf zur Wasserleitung 870 m. Immer wieder erklären uns nun Schautafeln die interessante Pflanzenwelt und Geologie dieser Gegend.

Kurz nach der Kapelle St.Margérite steigt der Weg hinauf zur nächsten Wasserleitung, der "Bisse de Varen", 1020 m. Seltene Blumen und Wälder voller Waldföhren und Flaumeichen säumen den schönen Pfad. Beeindruckend ist das immer noch sichtbare Absturzgebiet, wo 15'000 m2 Fels von der Varneralp zu Tale stürzte. Nach 3 h Genuss-Wanderung kommen wir bei "Gulantschi" zu einer Verzweigung.

Variante: Abstieg Gulantschi - Salgesch 50 Min., empfehlenswert, falls auf der Nordseite mit Schneeresten zu rechnen ist.
Wir aber wandern weiter bis zum Ende der Wasserleitung, dann 1 km auf der Strasse Richtung "Varen" hinunter, bis wir wieder eine Wasserleitung ("Bärde" genannt) antreffen. Der schmale Weg Richtung "Rumeling" führt uns gut gesichert bergab.

Kurz vor der Erreichen der Strasse Leuk - Leukerbad können wir am Fuss der Felsen die "Varnerleitern" bestaunen, die fast senkrecht an den Felsen kleben - zum Glück nicht unsere Route.

Wir haben nun drei Varianten zur Wahl:

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Varianten bei schlechtem Wetter

Nützliche Internet-Adressen
Wanderkarten und Bücher

Interessantes über die Suonen

Um das Land ausreichend mit Wasser zu versorgen, hatten die alten Walliser ein Bewässerungssystem geschaffen, das uns heute noch ihre Leistung bewundern lässt. Sie bauten ein kunstvoll angelegtes Netz von Suonen, von Wasserfuhren, auf Französisch Bisses. Ausgehöhlte Baumstämme bildeten die Leitungen vom Gletscherwasser her. Mit ihnen wurden die Höhenunterschiede ausgeglichen und Felsen umgangen. Weiter unten meisselten die Vorfahren der heutigen Winzer die Suonen aus dem Fels und bauten steinerne Leitungen. Die Wasserzufuhr regelten sie über ein kompliziertes System von Rechten und Pflichten. Entlang der noch heute bestehenden Suonen verläuft wie von alters her ein schmaler Weg, heute ein Wanderpfad. Früher diente er dem Wasserwächter, der ständig unterwegs war, um das auf Witterungsumschwünge und Terrainveränderungen empfindliche Leitungssystem zu kontrollieren.

Chemin vignoble - Weinweg
 
Die Stationen (gemütliche Einteilung - in allen verlinkten Orten kann übernachtet werden):
  • 1. Tag, 3.10 h: Martigny - Saillon

  • Martigny (Pont de Branson) - Branson - Vers l'Eglise (Fully) - Chataignier - Saxe - Mazembroz - Vieux Chêne - La Sarvaz - Saillon (Thermalbad)
  • 2. Tag, 4.25 h: Saillon - Vétroz

  • Saillon (Thermalbad)- Les Moulins - Leytron - Chamoson - Ardon - Magnot - Vetroz
  • 3. Tag, 3.40 h: Vétroz - St-Léonard

  • Vetroz - Sensine - Vuisse - La Muraz - Sion - St-Léonard (Zeit zur Besichtigung des unterirdischen Sees)
  • 4. Tag, 3.50 h: St-Léonard - Venthône

  • St-Léonard - Ollon - Corin de la Crête - Loc - Les Anchettes - Venthône
  • 5. Tag: 3.35 h: Venthône - Leuk

  • Venthône - Leuk- Miège - Salgesch - Varen - Leuk-Stadt - Leuk-Susten (Bahnstation)
Chemin vignoble Martigny - Leuk, 66 km, 
  • Wegbeschreibung mit vielen Infos: http://www.weinweg.ch
  • jeden Mittwoch Mai - Okt: Geführter Gourmet-Tag in Sion, inkl.Stadtbesichtigung und Bissenwanderung von Weingut zu Weingut Anmeldung: http://www.siontourism.ch, Tel. 027 327 77 27

Etappen Weinweg



 
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