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Nr. 481
Tageswanderung Tessin
Region Valle Rovana
Karte - Webcam Bosco Gurin
Schwierigkeit: sportlich
Einkehrmöglichkeit: Bosco Gurin, Linescio
Anreise: Bahn nach Locarno, Bus Locarno - Cevio - Bosco Gurin Paese- Fahrplan
Rückreise: Bus Linescio Paese - Campo - Cevio - Locarno (nur wenige Kurse, Fahrplan zum voraus konsultieren!)

 
 
 

 

Bosco Gurin - Cerentino - Linescio

Auf den Spuren der Walser...

Hinweise: 

  • Bosco Gurin ist eine Art Enklave im Tessin - man spricht hier Deutsch. 
  • In Betracht muss gezogen werden - wie so oft im Tessin - dass die Busverbindungen mitunter selten ausfallen. Dies gilt auch für Bosco Gurin, trotz des Bekanntheitsgrades!  

Diese Wegbeschreibung stammt nicht von der Wandersite und wird ungeprüft publiziert.
 
Eingesandt von Henrik S., Sep.2006; herzlichen Dank.

Friedhofvotiv in Linescio
(steht tatsächlich so schief)

4h30, aufwärts 60m, abwärts 900m
Route: Bosco Gurin 1503m - Ubarab 1294m - Geschanu 1275m - Cios 1206m - Piano dei Vitetti - Pila 1069m - Carbonera 1014m - Cerentino 980m - Linescio 664m

Zuerst lohnt es sich, das Dorf Bosco Gurin zu besichtigen. Dazu liegt im Haupteingang des Hotel Walser (gegenüber der Postautohaltestelle am grossen PP) ein informativer Folder auf, den man dort mitnehmen kann - es lohnt sich. Das Museum lohnt einen Besuch. Man beginne wirklich nach den Empfehlungen des kleinen Führers. Uns ist aufgefallen, wie schnell die meisten Besucher, die mit dem Bus anreisen, sich förmlich auf und davon machen! Wer seinen Rucksack um einige Fressalien bereichern möchte, kann das im unlängst modernisierten COOP tun und unbedingt die kleine Bäckerei besuchen. Hier gibt man sich die Mühe nicht aus dem Tal irgendwelche Backwaren anzupreisen - hier wird jeden Tag selbst gebacken! Und es sind kleine Kostbarkeiten. Wir sind allein dafür zwei Stunden in Bosco Gurin geblieben.
Danach begannen wir abzusteigen - immerhin lagen fast 900 Meter Abstieg vor uns. Man folge zuerst etwas mehr als 500 m der Strasse. Unmittelbar gegenüber der zweiten Kapelle (Votiv) beginnt der Wanderweg. Wie üblich im Tessin sind auch hier die Markierungen verblichen und teils sogar überwachsen.

Orografisch wandern wir zuerst links der Rovana. Nach dem Wald gelangen wir zum Weiler Ubarab (klingt sehr fremdländisch) - ein Plätzchen wie in einem Park. Sogar ein asphaltiertes Strässchen kommt hier von der Hauptstrasse nach unten. Die Wegmarkierung ist am Boden auf einem Stein angebracht - dem folgen wir weiter. Keine 500 Meter erneut ein verlassener Flecken: Geschanu. Wir halten inne und schauen der Rovana zu, die sich glucksend über verschiedene Stufen hinabwälzt. Man beachte die vielen Steine, die wie rot angemalt aussehen - wir glaubten, es sei die Farbe von ausgewaschenem Kupfer - Irrtum, es sind Flechten, und wer mit der Hand darüberfährt, bekommt eine rote Hand!

Der Weg verläuft lauschig durch kühlen Wald, viel Moos ist anzutreffen und auch einige kleine Seitenbäche der Rovana. Bei Cios wechselt der Weg auf die rechte Seite der Rovana. Auf der Karte heisst es später dann Piano dei Vitetti - an mächtigen Blöcken vorbei, mitunter auch überhängenden, verbinden sich in der Nähe von Corino (dieser kleine Ort lohnt gegenenfalls einen Besuch wie auch etwas weiter der kleine Flecken Camanoi)  Wanderweg und Strasse für eine kurze Zeit.

Wir wandern ein paar Meter auf der Strasse und biegen dann links ab. Der Richtungsweiser ist in einem Baum eingewachsen! Achtung: einmal mehr ist Aufmerksamkeit gefordert. Die Markierung ist derart schnell zu übersehen, dass man plötzlich auf einer Wiese steht und nicht weiterkommt - der Weg führt zwingend innerhalb von Steinmauern weiter und rechts oben MUSS der Campanile von Chiesa zu sehen sein....so gelangt man dann nach Cerentino
 


Wir genehmigen uns im Grotto an der Kreuzung einen Espresso und beobachten eine Gruppe von Spatzen, die sich in einem Blumentellerchen mit Wasser wie kleine Kinder im Planschbecken austoben.

Für die Fortsetzung des Weges spielt die Markierung erneut mit uns - wir finden nicht sofort den Weg und entschliessen uns deshalb, 500 m der Hauptstrasse zu folgen bis wir zur Barriere kommen, die die alte Strasse abschliesst. Wir bleiben nun bis Collinasca auf diesem Pfad, der eigentlich immer noch eine alte Strasse ist. Wildwuchs und eine nicht zu bremsende Natur haben die Strasse in Beschlag genommen. Hier zeigt sich nach Jahren wer wohl den Kampf gewinnen wird...Wir überlegen uns, was man mit einer stillgelegten Strasse alles machen könnten: Boards und Schneeschuhe, Veloroute und Feste.....In den Kurven imponierende freie Blicke ins Tal Richtung Cevio (das zwar nur zu erahnen ist)  und mächtige Anstiege der umliegenden Berge, die nicht von allen Seiten begehbar erscheinen.
 


Am Dorfeingang von Collinasca ein moderner Bau eines Kleinstkraftwerkes - und hier bleiben wir auf der Teerstrasse bis ein kleiner Wegweiser uns zur Kirche von Collinasca leitet. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein - der Flecken wirkt verlassen. Wir folgen der Beschilderung, etwa 400 m bis zur Abzweigung und der Bushaltestelle Collinasca Paese. Für die letzten 40 Minuten von Collinasca bis Linescio bleibt einem keine Wahl: es bleibt nur die Strasse!
 


Die Osteria hat geschlossen...wir setzen uns an den Strassenrand und geniessen des helle Licht im Westen. Linescio ist bekannt wegen der Terrassenhänge auf der Sonnenseite, die durch ein kilometerlanges Netz von Trockenmauern gestützt werden.


Collinasca - Bosco Gurin - umgekehrte Wegbeschreibung (Quelle http://maggioreevalli.ticino.ch)

"Collinasca besteht aus wenigen Häusern beidseitig der Schlucht, einem Sägewerk, einem Oratorium und einer grossen Steintränke aus dem Jahre 1859. Kurz vor der Brücke, noch auf der alten Strasse, beginnt der Wanderweg: er steigt entlang der steilen waldigen Seite auf, welche hin und wieder den sorgenvollen Fluss überblickt. Auf der anderen Seite sieht man den zwischen den Bäumen hervorragenden Glockenturm von Cerentino.

Man geht nun bis zu einer kleinen Brücke am Eingang von Corino; oberhalb dieser steht eine Kapelle (1948). Man kehrt nun wieder auf die rechte Seite zurück, um erneut auf die Strasse in der Nähe einer Holzhütte zu gelangen: während ca. 100 m folgt man dieser bis zur Brücke und geht dann auf der linken Seite weiter bis zum Wanderweg in der Umgebung der sogenannten Piano dei Vitelli. Nahe am Fluss passiert man ein Gittertor unterhalb eines imposanten Felsvorsprunges, etwas weiter vorne führt uns eine kleine Brücke wieder auf die linke Seite zurück. Wir befinden uns in einer Waldlichtung mit einem blechbedeckten Stall: gegenüber einer sprudelnden Quelle entdeckt man noch gut erhaltene Ueberreste von einem alten Kalksteinofen.

Man geht auf dieser Uferseite weiter, indem man den Abhang am Flussufer überquert, es ist das Ueberschwemmungsgebiet von vielen Seitenflüssen und zeigt Spuren von unkultiviertem Wald bis nach Geschanu. Der Durchgang wurde durch den Rovanafluss vernichtet: eine Umleitung führt über zahlreiche noch teilweise gut erhaltene Weiden von Ubaràb. Von hier aus führt der bequeme und von kleinen Mauern umgebene Wanderweg hinauf zum Tannenwald, um dann wieder auf die Hauptstrasse in der Nähe einer ländlichen Kapelle zu münden. Man befindet sich nur noch wenige Min. entfernt von Bosco Gurin.Dieser Wanderweg wird vor allem während den Sommermonaten empfohlen, wegen der mangelnden Sonneneinstrahlung.F. Zappa." 



 
Gasthäuser
  • Bosco Gurin: Hotel Walser, Tel. 091 759 02 02
  • Bosco Gurin: Jugendherberge (Ostello Giovanibosco), Tel. 091 759 02 02, 4er-Zimmer mit Leintuch, Duvet und Duschen
  • Bosco Gurin: B&B  Casa Moni, Fam.Tomamichel, Tel. 079 688 79 91
  • Cerentino: Osteria Centrale. Tel. 091 754 12 51
  • Linescio: Osteria Moretti, Tel. 091 754 12 93
Links
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