|
|
Moutier - Mont Girod - CourtHinweise: |
|
4.15 h, aufwärts 370 m, abwärts
270 m
Route: Moutier/Perrefitte 566m - Schluchtenwanderung
Combe Fabet - Le Cerneux - Les Amatennes - Champoz - Mont Girod 935
m - Lac Vert - Court 666 m
Die
Wanderung beginnt in Moutier auf der mit Veloroute 54 markierten
Strasse auf der Seite des Vita Parcours und führt zu Beginn durch
die (wenig attraktiven) Aussenquartiere von Moutier, später einen
knappen Kilometer durch ein ländliches Tal. Kurz vor dem Dorf Perrefitte
führt ein Pfad links hinunter zur Hauptstrasse. Auf der anderen Seite
der Hauptstrasse findet sich ein Wanderwegweiser mit Aufschrift "Combe
Fabet". - Wer auf Nummer Sicher gehen will, folgt ab Moutier gut zwei Kilometer
der Hauptstrasse bis zur Abzweigung in die Schlucht. Dieser Weg ist zwar
wenig idyllisch, schliesst aber Irrtümer aus. Danach ist die Wanderroute
gut beschildert.
Die Schlucht Combe Fabet erweist sich als Highlight: Sie ist zwar lediglich ein paar Meter schmal und nur zehn bis 20 Meter hoch. Doch der Weg führt über ein ausgetrocknetes Bachbett, gesäumt von ausgewaschenen Felsen. Wanderer können hier aus der Perspektive des Baches betrachten, wie das Wasser den Jura-Kalk geformt hat. Der Fels ist glatt und windet sich wie eine knorrige Wurzel dem Bachbett entlang; Kehrwasser und Wirbel haben Vertiefungen ausgewaschen. Die Combe Fabet ist sehr dunkel, sehr feucht und grün: Moos überzieht das Gestein, prägnanteste Pflanze ist der Farn.
Am Ende der Schlucht wird es rasch lichter; Wanderer werden von einer Juralandschaft empfangen, so typisch, dass sie fast schon klischeehaft wirkt: Im anfangs schmalen, sanft ansteigenden Tal wachsen Buchen und Eichen, deren Herbstlaub sich gelb und rot färbt; dazwischen Tannen im immergrünen Nadelkleid. Auf den Fettwiesen weiden Rinder, zwei Freibergerpferde schauen den Menschen neugierig nach. Wie aus dem Bilderbuch wirkt auch das Dorf Champoz mit 200 Einwohnern, einer Kirche und einem Restaurant. Die Siedlung ist authentisch; kein Neubau trübt das Ortsbild, geprägt von Jurahäusern. Champoz hat deshalb die Auszeichnung «Village d'importance nationale» erhalten.
Nach einem kurzen, etwas steileren Aufstieg über Weiden erreichen wir die Kuppe des Mont Girod, 935 Meter über Meer. Von jetzt an führt der Weg bergab Richtung "Court".
Hier findet sich die dritte Überraschung. Im dichten Wald an der steilen Bergflanke würde man alles erwarten, nur keinen See. Und doch schimmert hier der Lac Vert wie ein blank polierter Jadestein, eingerahmt von Tannen. Des Rätsels Lösung: Der See mit einem Durchmesser von rund 200 Metern ist auf dem Grund eines längst aufgegebenen Kalksteinbruchs entstanden.
Ein erst abenteuerlicher, danach breiter Waldweg führt nun nach Court. Nach der Wanderung durch eine spannende und erholsame Landschaft treffen die Wanderer im Tal wieder auf die harte wirtschaftliche Realität dieser Region: An Häusern und Fabriken hängen unzählige Plakate mit der Aufschrift «à vendre» oder «à louer».
Ab Court fährt einmal
pro Stunde ein Zug zurück nach Moutier.
Abstecher gegen Abend, + 0.45 h
Zurück in Moutier, lohnt sich der Abstecher zum Pavillon, einem Aussichtspunkt mit Fernrohr, auf einer Felsnase 130 Höhenmeter oberhalb von «Münster», wie das Dorf auf deutsch heisst. Ausgangs Moutier, gegenüber dem "Restaurant des Gorges", führt ein Vita Parcours-Weg bergauf. Sinnvoll ist, die Plattform zwischen 15 und 16 Uhr aufzusuchen, denn im schräg einfallenden Abendlicht sind die Dinosaurierspuren besser zu erkennen. Zudem empfiehlt sich ein guter Feldstecher, da das Fernrohr nicht immer optimal gewartet ist. Was hier geboten wird, ist einzigartig: Wer das Fernrohr auf die gegenüberliegende Felswand richtet, entdeckt rund 2000 Saurierspuren mit einem Durchmesser bis 1,40 Meter - weltweit das dichteste Aufkommen auf so kleinem Raum. Die Dinos trampelten vor etwa 140 Millionen Jahren durch die damals tropische Region. Der Abguss von zwei Abdrücken zeigt die Zeugen vergangener Zeiten ganz aus der Nähe.
| Gasthäuser |
|
| Links |
|
| Karten und Bücher |
|
| Wanderung in der Gegend |
|