| Längster zusammenhängender Winterwanderweg in der Zentralschweiz |
ob Realp; Blick über das Urserntal |
Der Weg folgt ab 2.Tag in
seiner ganzen Länge mehr oder weniger dem Trassee der Matterhorn-Gotthard-Bahn
und später der Rhätischen Bahn.
Was diese Winterwanderung so speziell macht, ist die Möglichkeit,
je nach Wind, Wetter, Schnee- und Wegzustand Teilstücke zu fahren
oder umgekehrt zu wandern und die Etappenorte frei zu wählen.
Grösstenteils wandern
wir auf der Sonnenseite!
Dez.2004
Anreise: Bahn über Göschenen nach Realp (Fahrplan).
1. Tag: 3.45 h, auf- und abwärts je 570 m| Realp | 1538 m | - |
| Fuchsegg | 1891 m | 1.15 h |
| Galenstock | 1995 m | 0.20 h |
| Hotel Tiefenbach | 2106 m | 0.30 h |
| Realp | 1538 m | 1.40 h |
Hinweise:Beim Bahnhof Realp gehen wir rechtwinklig ins Dorfzentrum und links zwischen Hotel Post und Hotel des Alpes zum Dorfausgang. Wir folgen der Furkastrasse, die hier als Parkplatz dient und nachher für den Verkehr gesperrt ist. Rechts am Sonnenhang tummeln sich kleine und grosse Skisportler. Die Strasse ist auf ihrer ganzen Breite gewalzt und bequem zu gehen. Sie schraubt sich in vielen Kurven gemächlich bergauf. Fast unmerklich gewinnen wir an Höhe. 6,5 km misst die Strecke, Tafeln zeigen jeden überwundenen Kilometer.
Bequemer Aufstieg mit traumhafter Alpenkulisse. Die im Winter geschlossene Furkapassstrasse wird vom Hotel Tiefenbach mit Pistenmaschinen präpariert.
Im Hotel Tiefenbach kann man sich nicht nur verpflegen, sondern auch übernachten.
Wer die Sonne geniessen will, macht sich möglichst früh auf den Weg, denn am Nachmittag liegt der mittlere Teil im Schatten.
Bei der Fuchsegg sind wir bei km 3, also ungefähr in der Mitte angelangt. Wir geniessen traumhafte Ausblicke: Auf der einen Seite das Urserntal mit Realp, Hospental, Andermatt und dahinter der Oberalppass, Richtung Tessin das unberührte Witenwasserental.
Ab und zu kommt uns ein Schlittler entgegen. Interessant sind die Bunker, die als Hütten getarnt sind. Der Wanderweg überwindet die Steilstufe mit einem Bogen nach links, dann nach rechts. Für die Schlittler sind steilere Abkürzungen planiert, welche sportliche Wanderer natürlich auch benützen können.
Oberhalb des Hotels Galenstock, das im Winter geschlossen ist, liegt der langgestreckte sonnige Weg zum Furkapass vor uns; tief unten ist das Bahntrassee der Furka-Bergstrecke auszumachen. Der Weg wird flacher, und bald sehen wir auf einer Kuppe die kleine Kapelle, unter der sich das gemütliche Hotel Tiefenbach befindet. Es ist auch Zwischenziel der Tourenskifahrer, die von der Albert-Heimhütte her kommen.
Nach der verdienten Pause auf der Sonnenterrasse des Restaurants machen wir uns auf den Rückweg. Tourenskifahrer und Schlittler, die uns überholen, haben genügend Platz; trotzdem ist es ratsam, nicht mitten auf der Strasse zu gehen. Etwa eine Viertelstunde vor Realp gibt es eine (etwa gleich lange) Wegvariante zur Furkastrasse: Rechts zweigt ein Spazierweg ab, der sich zur Loipe hinunter senkt und dem Geleise entlang ins Dorf führt. Eingangs Dorf gehts über die Brücke und links direkt zum Bahnsteig des Bahnhofs Realp.
Infos:
| Realp | 1538 m | - |
| Zumdorf, Restaurant Dörfli | 1496 m | 0.45 h |
| Hospental (Halt auf Verlangen) | 1452 m | 1.00 h |
| Andermatt Bahnhof | 1447 m | 1.00 h |
| Nätschen Haltestelle | 1842 m | 2.15 h |
Strecke Realp - Zumdorf - Hospental - Hospental - Andermatt, 2.45 h
Hinweis: Schön ist es, die Wanderung in Realp zuhinterst im Urserental zu beginnen. Noch gibt es im ersten Teil bis Zumdorf leider keine separate Spur für die Winterwanderer. Wer aber vorsichtig ganz am Rand derLanglauf-Skatingpiste wandert und den Langläufern bei Engpässen den Vortritt lässt, hat kaum Probleme zu erwarten (gemäss Verkehrsverein werden die Wanderer auf der Loipe “akzeptiert, sind aber nicht unbedingt erwünscht").Die guten Langlaufpisten befinden sich auf der Schattenseite des Tals; entsprechend gut sind die Schneeverhältnisse. Beim Bahnhof von Realp überqueren wir die Reussbrücke und beginnen unsere Wanderung am Rand der Langlaufloipe - bei Mehrfachspuren links halten! Bei tragendem Schnee können wir problemlos ausweichen, z.B. auf das Galerie-Dach beim Bahntunnel. Die bei viel Betrieb etwas heikle Strecke endet beim Parkplatz in Zumdorf; im Restaurant Dörfli nebenan kann man sich verpflegen.
Wir überqueren die Strasse auf dem Fussgängerstreifen und wandern über den neuen Steg dem Bahntrasse entlang. Auf der sonnigen Seite der Reuss beginnt ein separater Wanderweg durch die winterliche Landschaft - im Dezember stehen die Berge hier der Sonne noch im Weg. Das ändert sich kurz nach dem unbewachten Bahnübergang. Auch hier ein kurzes (erlaubtes) Stück der Loipe entlang, und wir sehen am gegenüberliegenden Hang die schöne Burg von Hospental. Etwas weiter vorn zweigt rechts ein Strässchen zur Bahnstation ab.
Wir aber bleiben auf der Sonnenseite und wandern weiter Richtung "Andermatt". An Bauernhöfen vorbei gelangen wir um einen Hügel herum zum Reussdamm. Wir folgen dem Dammweg bis zur nächsten Brücke, wo sich die Wege teilen:Tipp: Es lohnt sich ein kurzer Aufstieg zum hübschen Dorfkern mit der barocken Pfarrkirche. Im Winter, wenn die Pässe geschlossen sind, findet man in Hospental ruhige, preiswerte Hotels und Restaurants. Achtung: der direkte Weg über die alte Bogenbrücke wird nicht gespurt - vom nächsten Bauernhof führt eine Strasse via Bahnstation ins Dorf.
Hospental Richtung Realp |
Hospental mit Bogenbrücke |
Andermatt, Blick zum Oberalppass |
Reussbrücke, Nätschenlift |
Strecke Andermatt - Nätschen, 2.20 h
Hinweise:
Schräg gegenüber vom Bahnhofbuffet, an der Ecke Bahnhofstrasse/Gotthardstrasse, befindet sich das Tourismusbüro, wo wir uns über den Wegzustand am Oberalppass erkundigen können.
Um die Wanderstunden gut zu verteilen, wandert man am ersten Tag am besten bis Nätschen und fährt zur Übernachtung eine Bahnstation zurück (Andermatt) oder vor (Oberalppass).
Wer Lust zum Schlitteln hat, kann in Andermatt einen Schlitten mieten und vom Nätschen ins Dorf hinunter sausen.
In Andermatt wandern wir vom Tourismusbüro dorfeinwärts
und biegen links in die Oberalppassstrasse ein. Ab hier bis Nätschen
teilen wir die breite, gewalzte und mässig ansteigende Strasse mit
den Schlittlern und andern Wintersportlern, was bei unserem Aufstieg viel
Abwechslung bringt. Einmal geht es durch ein kleines Tunnel. Im Nätschen
können wir uns verpflegen und je nach Unterkunftsort nach Andermatt
oder zum Oberalppass fahren.
Infos:
|
Pistenplan Region Andermatt |
Strecke Nätschen
- Oberalppass, 1 h
Wichtiger Hinweis:Zurück auf dem Nätschen, wandern wir auf dem gewalzten Strässchen der Bahnlinie entlang Richtung "Oberalppass". Der erste Kilometer ist von der Pistenmaschine noch präpariert. Dann stellt sich heraus, ob die Spuren tragen - sonst sind die nächsten zwei Kilometer zu mühsam, und man kehrt dann besser um und besteigt in Nätschen den Zug.
Die nächste zwei Etappen sind nirgends in Winterwanderkarten eingetragen und leider nicht präpariert, obwohl sie durchgehend auf der im Winter geschlossenen, mit Stecken markierten Oberalppassstrasse verlaufen. Sie sind deshalb nur auf eigenes Risiko begehbar und nur, wenn:a) keine Lawinengefahr herrscht (andernfalls ist die Strecke Andermatt - Sedrun für den Bahnverkehr gesperrt)Die stille Schneelandschaft, manchmal unterbrochen durch die leise dahin gleitende Bahn und die wunderbare Aussicht sind Eindrücke, die unvergesslich bleiben.
b) die Ski- und Schneeschuhwanderer nach einigen Schönwettertagen eine harte Spur gelegt haben oder so wenig Schnee liegt, dass man nicht einsinkt.
Wer den Weg bis zu den Galerien schafft, ist gerettet. Durch eine kleine Türe gelangt man in einen Strassentunnel, der entlang der Bahngalerie verläuft und der durch die Luken schwach beleuchtet ist (falls die Türe zugeschneit ist, geht man umdie Bretterwand herum, indem man vorsichtig! kurz zu den Schienen heruntersteigt). Auf der etwas gespenstischen Tunnelstrasse kommen wir trockenen Fusses zum andern Ende der Galerie, wo wieder eine Türe hinausführt. (Mein Vorschlag: auf beiden Seiten eine Schneeschaufel befestigen, dann könnte man diese Etappe als "Erlebniswanderung" propagieren und die Wanderer auffordern, die Türen freizuschaufeln...)
Die
letzten 200 m bis zur Haltestelle Oberalppass sind nochmals eine
Knacknuss. Bei unseren Wanderungen war sie einmal gespurt, ein ander Mal
war ein Durchkommen unmöglich, so dass wir nach der Durchfahrt eines
Zuges in verbotener Weise auf die Schienen auswichen. Schön ist der
Blick auf den verschneiten Oberalpsee (der bei einer weiteren Wanderung
Ende November schneefrei und schwarzgefroren war). Die Passhöhe
ist gleichzeitig Talstation eines Skilifts, und je nach Jahreszeit herrscht
viel Betrieb. In einem der gemütlichen Restaurants können wir
uns erkundigen, ob für den Weiterweg allenfalls Lawinen- oder Schneebrettgefahr
herrscht (sonst umfahren wir die nächste Etappe).
Strecke Oberalppass - Tschamut, 1.20 h
Strecke Tschamut
- Milez - Rueras, 2 h
Kurz vor dem verträumten
Dörfchen
Tschamut steigt man in ein paar Kehren zur Haltestelle
Tschamut auf. Dort überqueren wir die Geleise und wandern auf
gut präpariertem Wanderweg durch den stillen Winterwald bergauf. Ein
sehr schönes Stück Weg! In Milez umfängt uns die
Skiarena Sedrun mit seinen vielen Bahnen und Pisten. Das
"Bergrestaurant Milez"
lädt zum Ausruhen ein.
Tipps:Unser Weg folgt zu Beginn links entlang der Skipiste, doch schon nach ein paar Minuten zweigt links ein präpariertes (Schlittel-) Weglein ab, das über eine Brücke zur anderen Talseite wechselt. In weiten Kehren wandern wir bergab. Unten gelangen wir ins Dörfchen Rueras, wo sich diverse Restaurants und Hotels befinden.
- Der Wanderweg;Milez - Rueras ist gleichzeitig Schlittelweg. Wer nicht gerne ständig auf die Schlittler aufpassen will, kann auch mit der Sesselbahn nach Dieni hinunter fahren und dort links nach der Brücke oberhalb der Strasse zur nahen Haltestelle Rueras gelangen.
- Wer auf Schlitten zu Tale sausen will, kann diese in Milez mieten.
Strecke Rueras
- Sedrun, 0.40 h
Vom Dorf Rueras gibt
es drei verschieden lange, mit Wegweisern versehene Winterwanderwege nach
Sedrun.
Wir wandern an der Haltestelle
Rueras vorbei und kommen via Camischolas Sura zum Bahnhof
Sedrun.
Tipp: Sedrun ist ein langgezogenes Strassendorf, und die meisten Läden, Hotels und Restaurants befinden sich an der Kantonsstrasse unterhalb des Bahnhofs. Wer in Sedrun übernachtet, interessiert sich vielleicht für das Museum der Neat-Baustelle mitten im Dorf.Infos
| Sedrun Bahnhof | 1441 m | - |
| Bugnei (Halt auf Verlangen) | 1436 m | 0.30 h |
| Segnas | 1338 m | 1.10 h |
| Disentis Bahnhof | 1130 m | 1.00 h |
| Disla | 1020 m | 0.40 h |
| Madernal | 975 m | 0.30 h |
| Cumpadials | 962 m | 0.50 h |
| Sumvitg Staziun | 980 m | 0.10 h |
Strecke
Sedrun - Bugnei - Segnas, 1.40 h
Am Bahnhof in Sedrun
folgen wir der Senda Sursilvana Richtung "Bugnei". Durch verschiedene wenig
befahrene Quartierstrassen gehts zum imposanten Bahnviadukt mit
Fussgängersteg. Nach dem Viadukt gehts rechts um den Weiler Bugnei
herum zur Kapelle (die Bahnstation "Bugnei" befindet sich nebenan).
Nun beginnt ein wunderschöner,
bequemer Winterwanderweg. Wir wandern durch den Winterwald, kommen beim
Weiler Mumpé Tujetsch (schöne Kapelle) vorbei und gelangen
über offenes Feld nach Segnas, ein gemütliches Ferienort,
das zum Skigebiet Disentis gehört.
Strecke
Segnas - Peisel - Acletta - Disentis, 1 h
Wir wandern an der Kirche
vorbei ans obere Ende von Segnas, überqueren eine Brücke
und folgen dem Winterwanderweg Richtung Disentis, der sich nach ca. 20
Minuten teilt.
Der direkte Weg zum Bahnhof Disentis führt über Cuoz und Cuoz-Sut zur Kantonsstrasse hinunter, der man ca. 1 km folgt (auf halbem Weg befindet sich rechts die Haltestelle "Acla da Fontauna"). Im Dorf gelangt man auf markierten Weg rechts zum Bahnhof Disentis.Wir aber nehmen's gemütlich und bleiben am sonnigen Hang von Disentis. Am oberen Ende der Übungspiste nehmen wir die kurze Steigung nach Acletta unter die Füsse und gelangen bergabwärts zur Talstation der Caischavedra-Seilbahn. Hier gehen wir für 5 Minuten auf der linken Seite des Bächleins bergab und folgen dem Weg links über den Weiler Funs nach Disentis. Wenn wir die Richtung nicht ändern, gelangen wir auf dem schönen Spazierweg an der Hinterseite des Coop vorbei direkt zum Kloster Disentis, das anzuschauen sich unbedingt lohnt. Direkt unter dem Kloster befindet sich der Dorfkern mit dem Bahnhof von Disentis.
Strecke Disentis - Compadials/Sumvitg, 2.10 h
Bei Schneefreiheit können wir allenfalls noch bis Sumvitg weiterwandern. Dem Uferweg entlang gehts zum Elektrizitätswerk. Hinter dem Gebäude steigt der Weg im Uferwald kurz bergan, nun als schmaler, felsdurchsetzter, romantischer Wurzelpfad. Bei der Wegverzweigung halten wir die Richtung und folgen weiter dem Uferweg. In stetigem Auf und Ab schlängelt er sich durch ein altes Felssturzgebiet mit riesigen, moosbedeckten Felsbrocken. Einmal durch dunklen Tannenwald, einmal nah am Wasser, dann wieder am sonnigen Hang mit Blick über das Tal, mündet der schöne Weg schliesslich bei einer weiteren Brücke in das von Laus kommende Strässchen ein.
Für letzten 20 Minuten folgen wir der Strasse. Aufwärts gehts nach Cumpadials mit sehenswerter Kapelle und alten Holzhäusern. Weiter hangaufwärts, die Geleise unterquerend, zur Abzweigung Staziun Sumvitg. An der "Ustria dalla Staziun" vorbei kurz abwärts erreichen wir die Bahnstation Sumvitg-Cumpadials