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Von Sennhütte zu Sennhütte im Gantrisch-Gebiet

Alpentrekking Schwarzsee - Morgeten - Stockhorn
 
Bild: www.ferien-berneroberland.ch
Stockhorn, Blick in die Alpen

Allgemeines
Die folgende Hütten- und Höhenwanderung ist ein Projekt von "http://www.share-wander-value.ch", die zum Ziel hat

Die Stockhornkette, vom Stockhorn bis zum Schwarzsee und das Gantrischgebiet, bietet attraktive Wandermöglichkeiten. Das Wandergebiet ist aus dem Raum Bern - Freiburg oder aus dem Simmental mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es verfügt über ein gut ausgebautes Wanderwegnetz mit den markanten Aussichtspunkten Stockhorn, Gantrisch, Bürglen und Kaiseregg. An der Strecke liegen auch 10 grössere und kleinere Bergseen. Mit der Stockhornbahn oder dem Sessellift Schwarzsee-Kaiseregg erreichen Wanderer die nötige Höhe, um in einer zwei- bis dreitägigen Wanderung ohne grosse Steigungen und Gefälle zum Ziel zu kommen.

Die Alp Morgeten in der Mitte ist als Rast-, Verpflegungs- und Übernachtungsort ideal gelegen. Auch eine Wanderung aus dem Gantrischgebiet über den Morgetenpass ins Simmental, mit einer Übernachtung auf Morgeten, ist eine reizvolle Variante.

Tipps:

Die Etappenbeschreibung ist zum grössten Teil der Homepage von http://www.share-wander-value.ch entnommen. Christian Haueter, herzlichen Dank!
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Anreise: Bahn nach Fribourg, Bus Fribourg - Schwarzsee-Gypsera, Seilbahn Schwarzsee - Riggisalp (Fahrplan)
Rückreise: Seilbahn ab Bergstation Stockhorn oder Mittelstation Chrindi nach Erlenbach im Simmental (Bahnstation)

Die Etappen

1. Tag, 4.00 h:
Schwarzsee/Riggisalp 1484 m - Riggisalpsee 1460m - Kaisereggpass 2072m - (Kaiseregg 2185 m) - Kaisereggalp 1799 m

Schwarzsee, Riggisalp FR; Bild Simon Wüthrich, 2011Ausgangspunkt der Wanderung ist der Schwarzsee. Der Schwarzsee ist ein grosser Bergsee mit einer Breite von 400 - 500 Metern und einer Länge von 1,5 km. Er weist aber lediglich eine Tiefe von ca. 10 Metern auf.. Der Schwarzsee war bekannt für seinen Fischreichtum und schon in früheren Zeiten ein Ort für Sommerlustbarkeiten. An schönen Sonntagen trafen sich die Sennen der umliegenden Alpen, tranken Wein für eine Woche und frischten in Faustkämpfen die alten Fehden ihrer Vorfahren auf. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das damalige Badehaus und die Schwefelquelle durch einen Bergsturz verschüttet. Die erste Zufahrtsstrasse baute die Gemeinde Plaffeien, um am untern Seeende den verarbeiteten Gips aus der Gipsmühle abzuführen. Der Lokalname „Gypsara“ ist auf diesen Ursprung zurückzuführen.
Mit der Sesselbahn „Schwarzsee - Riggisalp können die ersten 500 Höhenmeter überwunden werden.

Ab dem Berghaus Riggisalp führt der Wanderweg über die sanft gelegene Riggisalp, am Riggisalpseelein vorbei, Richtung Salzmatt. Anschliessend steigt der Wanderweg auf dem Nordostgrat über dem Geissalpseelein vorbei, bergauf Richtung Kaisereggpass. Der Namen Kaiseregg hat allerdings nichts mit einem Kaiser zu tun, sondern wurde von „Käseregg“abgeleitet.

Der Kaisereggpass ist der Übergang in den Talkessel des Walop mit seinen zwei Bergseen und einer reichen Alpenflora. Der Ausgang des Talkessels führt ins Simmental, die Kantonsgrenze Freiburg-Bern, verläuft jedoch quer über das Tal. Zunächst steigen wir ab zur Kaisereggalp, wo man übernachten kann.

2. Tag, 3 h:
Kaisereggalp 1799m - Vorder Walop 1664m - Hinter Walop Buufel 1717m - Alp Vortel 1939m - Widergalm 2053 m - Erbetli - Chüearnischhüttli 1826m - Schafarnisch Alp - Chummli 1855m - Chänelpass 1791m - Hinter Richisalp 1793 m

Hinweise:

Die Wanderroute führt von der Kaisereggalp längs dem Talkessel des Walop entlang in Richtung "Widdergalm". Auf dem Grat vom Widdergalm, ca 100 m links vom Punkt 2053 (in Gantrisch-Wanderkarte nicht eingezeichnet) steigen wir ab in Richtung „Chüearnisch“. Im Erbetli stehen noch die Ruinen eines alten Stalles, und beim Chüearnischhüttli weiden schon lange keine Kühe mehr. Das Chüearnischhüttli war zu Fussgängers Zeiten im Sommer eine gut frequentierte „ Buvette“, eine Bergbeiz. Die Traversierung des Schafarnisch Richtung "Falkenfluh bietet einen luftigen Ausblick auf die Bufalalmend und zu den „Berglihütten“ (der Fussweg läuft ziemlich parallel zur Höhenlinie 1900 m).

Die Alp Chummli wird ebenfalls nur noch mit Schafen genutzt, und man fragt sich unweigerlich, ob es auf der durchwanderten Strecke in 25 Jahren noch Kuhalpen und Sennen geben werde, die Wanderer beherbergen, oder ob die Globalisierung diesen Teil der alpinen Kultur zum Verschwinden bringt? Der Talkessel der beiden Richisalpen ist eine der schönsten Alpen des Simmentals.


3. Tag, 3 - 4 h:
Hinter Richisalp 1793m - Alphütte Hohmad bei Pt.1870m (Ausichtspunkt) - Richtung Alpiglen - Grenchenpochte (Passübergang Pt 1884) - Grenchengalm 1883m - Schattigseeli - Sonnig Riprechten 1652m - Mittlist Morgeten 1655 m

Hinweis: Ab Richisalp  bis zum Stockhorn begegnen wir in regelmässigen Abständen einem anderen Relikt vergangener Zeiten. Die Stockhornkette war die nördliche Grenze des „Reduits“, und während des zweiten Weltkrieges wurden auf der Strecke Kaiseregg-Stockhorn abertausende Kubikmeter an Stollen, Bunkern und Befestigungsanlagen gebaut. Da für die beauftragten Bauunternehmer zum Teil der Profit vor der Landesverteidigung kam, wurden Zement und Armierung recht sparsam eingesetzt, so dass einige Anlagen zerfielen, ohne dass ein Schuss auf sie abgegeben wurde, was nach Kriegsende zu mehreren Prozessen führte.
Von der Alp Hinter Richisalp führt ein Fussweg auf das Hohmad, eine wilde, wetterexponierte Alp mit einer herrlichen Aussicht ins Nieder- und Obersimmental. Nach einem kurzen Abstieg Richtung "Alpiglen" führt der Weg talaufwärts, Richtung "Galiten/Widdersgrind". Beim Punkt 1884 überqueren wir einen kleinen Pass und erreichen die Grenchenpochte. Hier halten wir uns baldmöglichst an die rechte Talseite, und in einem kurzen Aufstieg erreichen wir den Grenchengalmpass mit seiner Spitzhütte. Auf dem Pass werden das Stockhorn und unser Tagesziel, die Alp Mittlist Morgeten, sichtbar.

4. Tag, 5.30 h: Mittlist Morgeten -  Morgetenpass 1959m - Leiterenpass 1905 m  - Schitterwang -  Kuhlauenen 1688m - Obere Walalp 1714m - Oberstockensee 1689 m - Oberstockenalp 1776m - Stockhorn 2190 m

Von Mittlist Morgeten steigen wir auf zum Morgetenpass. Auf schmalen Bergpfaden gehts weiter zum Leiternpass. Hier beginnt ein bequemer Höhenweg, mehr oder weniger der Höhenkurve entlang, teilweise etwas ausgetreten von den weidenden Kühen und Schafen. Er führt am Fuss des Schitterwang und Chuelauenen vorbei zur Oberen Walalp (Käse erhätlich).

Ab Obere Walalp gibt es drei Varianten:
Variante a):
Von der Oberen Walalp gehts ohne grosse Höhenunterschiede durch den Bergwald zum Oberstockensee und zur Oberstockenalp. Der Wald wurde ehemals durch den Gletscher glatt geschliffen und wächst heute auf verkarsteten Felsen. Es war derselbe Gletscher, der auch die Gipstrichter der beiden Stockenseen mit feinen Sedimenten abgedichtet hatte. Von der Oberstockenalp (Sennerei mit Restaurant) wandern wir steil bergauf zur Bergstation des Stockhorn-Gipfels.
 

Zwischen Morgetenpass und Leiterenpass, Blick zum Stockhorn


 

Gaststätten und Unterkunft:

Rückreise:

Infos zur Gegend

Es ist schwierig, sich das vor uns liegende Bunschental als ganzjährigen Wohnsitz und die kärglich vorhandene natürlichen Ressourcen als unsere Existenzgrundlage vorzustellen. Um 1850, als der Alpenraum am dichtesten besiedelt war, wurde das Bunschental von bis zu 60 Personen ganzjährig bewohnt! In dieser Zeit war das Bunschental nur über den 1400 m hohen Flühberg zu erreichen. Im Winter war es oft ganz von der Aussenwelt abgeschnitten. Dies änderte sich erst mit der Industrialisierung und mit der Emigration unserer damaligen „Wirtschaftsflüchtlinge“ nach Übersee oder als Käser nach Osteuropa.
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Links Wanderungen in der Gegend Karten, Literaturhinweise
PS: Wer die Tour gewandert ist und seine Erfahrungen weitergeben möchte, melde sich bitte bei: info@wandersite.ch.
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