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alle 2-Tageswanderungen
Nr. 16
2-Tageswanderung 
Region Nationalpark
Wanderland-Karte     -Webcam Ofenpass
Schwierigkeit: sportlich
Einkehrmöglichkeit: S-charl, Lü, Müstair
Übernachtung: Lü: Pension-Restaurant Hirschen, Tel. 081 858 51 81
Anreise: Bahn nach Scuol
Postauto nach S-charl- Fahrplan
Rückreise: Postauto Müstair - Ofenpass - Zernez

S-charl - Lü - Müstair

Höhepunkte: Schöner Wandertag ohne Hartbelag auf der ersten Etappe, Panoramawege (Senda Val Müstair) und Kultur auf der zweiten Etappe.
Die Wege folgen teilweise dem Kulturweg der Alpen, dem Jakobsweg Graubünden und der Via Alpina.
Gewandert: Juli 2006

am Pass da Costainas

die Sonnenterrasse von Lü
1. Tag: 4h30, aufwärts 500m, abwärts 380m
Route: S-charl 1810m - Plan d'Immez 1980m (55min) - Clemgia-Brücke Abzw.Tamangur 2018m (20min) - Alp Tamangur Dadora 2088m (15min) - Alp Astras 2135m (1 h) - Pass da Costainas 2251m (50min) - Abzw.Campatsch 2093m (30min) - Lü 1935m (40min)

Hinter dem Spielplatz des Hotels Crusch Alba in S-charl verzweigt sich der Weg:


Romantischer ist der "Senda dal Muglin" auf der andern Seite der Clemgia, wie der Bach heisst. Abwechslungsreich windet sich der Pfad dem Ufer entlang bergauf: Feuchtgebiete überwindet er über Stege und Brücklein. Nach einer knappen halben Stunde queren wir nach links über das Brücklein zum Normalweg (Arbeiten sind im Gange, um den Pfad bis Plan d'Immez zu verlängern). Auf dem Kiessträsschen wandern wir talaufwärts und kommen kurz vor Plan d'Immez an einem eingezäunten Picknickplatz mit Feuerstelle vorbei. Kühe weiden auf der breiten Hochebene, der wir nun entlang gehen. Abzweigungen "Tablasot" und "Cruschetta" (Via Alpina) nicht beachten!

Bei der Clemgia-Brücke gibt es zwei Varianten:


Wiederum wählen wir die interessantere Route via "Tamangur Dadora". Links bergauf wandern wir auf schönen Wiesenpfaden zur verfallenen Alp Tamangur, gegenüber vom Piz Amalia, der 2003 nach der Niederländischen Prinzessin benannt wurde.

Wer bei der folgenden Bachüberquerung auf wackligen Brettern Mühe hat, findet 10 m unterhalb (moorigen Wiese) einen festen Holzsteg. Wir betreten nun den "höchstgelegenen geschlossenen Arvenwald Europas", eine traumhafte Etappe, die uns an den Aletschwald erinnert. Der abwechslungsreiche steinige Wurzelpfad schlängelt sich im Auf und Ab zwischen Bäumen, Alpenrosen- und Beerenbüschen hindurch. Idyllisches Picknickplätzchen beim Waldausgang. Leicht abwärts geht es dem Hang entlang über die Ebene Tamangur Dadaint und kurz aufwärts zur Alp Astras.

Rechts um das Alpgebäude herum, dann ebenaus dem Hang entlang Richtung "Pass da Costainas". Der schöne Weg führt zwischen Legföhren hindurch talaufwärts. Das Bett der Clemgia mäandriert schlangenhaft seiner Quelle zu. Für den Schlussaufstieg zum Pass da Costainas teilt sich der Weg: Während die Biker nach links ausholen, führt der rot/weiss markierte Bergweg gerade hinauf, um auf der andern Seite sehr steil und steinig wieder auf das Strässchen zu treffen.

Wieder auf dem breiten Weg, gehts weiter steil zum Alpboden hinunter. Nach der Brücke Schwenker nach links und abwärts zur Verzweigung zur "Alp Campatsch" (Einkehrmöglichkeit, 10 Min.Fussweg), die wir ignorieren. Wir halten die Richtung und folgen dem bequemen Kiessträsschen durch durftenden Lärchenwald gleichmässig bergab. Auch beim Waldausgang die Richtung halten! Nach einem Sitzplatz gehts ebenaus, an schönen Blumenwiesen vorbei, ins kleine Dörfchen . Es liegt auf einer aussichtsreichen Sonnenterrasse und nennt sich stolz "höchstgelegene politische Gemeinde Europas". Nicht minder stolz ist die Wirtin vom Hirschen auf die Blumenpracht um ihr Haus - Grund für viele Gäste für ihren Besuch.


2. Tag: 3 h, aufwärts 110m, abwärts 800m
Route: Lü 1935m - Urschai 2007 m (20min) - Craistas 1877m (50min) - Pütschai 1521m (50min) - Brücklein 1450m (10min) - Müstair 1247m (50min)

Hinweise: Reine Wegzeiten ohne Klosterbesichtigung.
Beim Hauptwegweiser neben der Kapelle von gehen wir dem Kiessträsschen entlang bergauf in den Wald bis Urschai. Dort beginnt der eigentliche Panoramaweg mit schöner Sicht auf gegenüber liegenden Berge. Der Höhenkurve entlang gehts abwechslungsweise durch lichte Lärchenwälder und Waldlichtungen. Nach 10 Minuten zweigt rechts ein Weg Richtung "Valchava" ab, den wir nicht beachten (es sei denn, wir wollten Hartbelag vermeiden und unten herum über "Valpaschun" und "Buglias" nach Pütschai wandern - gemäss Karte eine lohnenswerte Alternative).

Wir aber folgen heute dem "Senda Val Müstair" und halten die Richtung. Um weitere Hangrutsche zu vermeiden, sind Entwässerungskanäle gebaut worden. Der Weg senkt sich nun langsam, durchquert Weiden und teilt sich oberhalb "Craistas", wo zwei Varianten nach Müstair angegeben sind. Wir bleiben auf dem "Senda Val Müstair", durchqueren den Weiler Craistas und drehen beim Wegweiser unterhalb der Siedlung nach links. Mehr oder weniger verlaufen die nächsten 40 Minuten auf Teerbelag. Am Sonnenhang oberhalb Sta Maria kurvt das Strässchen talabwärts. Schöne Blumenwiesen wechseln ab mit kurzen Waldstücken. Wir treffen auf die Routen von  "Buglias" und der "Alp Terza" her, durchqueren nochmals ein Waldstück und verlassen beim nächsten Wegweiser das Teersträsschen.

Ebenaus gehts am Hof Pütschai vorbei in den Wald. Der Senda Val Müstair dreht nach rechts und führt als schmaler Pfad dem Bach und später dem Waldrand entlang bergab. 10 Minuten nach Pütschai dreht der Weg scharf nach links über das Brücklein.

Es folgt ein traumhafter schmaler Hangweg einer früheren Wasserleitung entlang, leicht über dem Talboden. Seltene Schmetterlinge, Blumen, Grillen, Heuschrecken, dazwischen alte Lärchen! Nach 20 Minuten treffen wir auf ein Teersträsschen: hier links und nach 100 m nach rechts durch ein Waldstück. Wo wir das berühmte Kloster von Müstair sehen, ist die Fortsetzung der Route unklar, wahrscheinlich ist der Wegweiser verdreht. Einer der Müstair-Wegweiser weist bergab, dem Bächlein und später dem Skilift entlang. Beim Antennenmasten die Richtung halten und auf dem Wiesenweg bergab zum Dorfrand von Müstair. Wer auf's Postauto eilen muss, erreicht in gleicher Richtung nach 2 Minuten die Haltestelle "Müstair Somvih".
 
Kloster Müstair
Kloster Müstair
Wir aber wollen uns die Besichtigung des Klosters nicht entgehen lassen, und folgen dem "Senda Val Müstair" nach links durch die Via Pravender ins Dorfzentrum zur Haltestelle Müstair Post. Das Kloster erreichen wir nach einem fünfminütigen Fussmarsch durch die verkehrsgeplagte Hauptgasse. 

Die Klosterkirche mit dem grössten frühmittelalterlichen Wandmalereizyklus aus dem 9. Jahrhundert ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und kann frei besichtigt werden; Klosterbesichtigungen finden jeweils um 14.30 Uhr statt. Und im Klosterladen kann man sich mit einem Mitbringsel eindecken. 
Postautohaltestelle Müstair, Clostra Son Jon.


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Karten und Bücher
  • Wanderkarte 1:50'000 Blatt 249T und 259T, 259bis, bei http://www.wandern.ch oder https://shop.swisstopo.admin.ch/
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