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Nr. 493
Tageswanderung Tessin
Leventina
Webcam Leventina
Schwierigkeit: sportlich, T2
Einkehrmöglichkeit: Prato, Dazio Grande, Mairengo, Faido
Anreise: Bahn nach Airolo, Bus Airolo - Dazio Grande-(Fahrplan)
Rückreise: Bahn ab Faido
Wanderlandkarte
zur Detailkarte, gezeichnet mit SchweizMobilPlus

Wandern an der Gotthardbahn: Dazio Grande - Faido

Die Strada Bassa teilt sich an der früheren Zollstation Dazio Grande (heute ein Museum mit Restaurant):
Entweder steigt man über den alten Saumweg den Passo Monte Piottino oder wandert wie oben entlang der "Via Gottardo Nr.77" durch die Piottinoschlucht.
Beide Wege sind attraktiv und kommen beim Ponte di Mezzo wieder zusammen (sie können ab Dazio Grande auch als 1-stündiger Rundweg "Circùito" unternommen werden).


 


a) 2 h, aufwärts 270m, abwärts 470m
Dazio Grande 960m - Dazio Vecchio 1030m - Passo Monte Piottino 1038m - Ponte di Mezzo 879m (45min) - Ponte della Vicinanza 840m - Valegia 937m (45min ) - Polmengo di sopra 800m - Faido 755m (30min)

Der alte Saumweg über den waldigen Passo Monte Piottino 1038m dauert rund eine halbe Stunde länger als durch die Schlucht und ist ziemlich ruppig, bietet aber schöne Ausblicke über das Tal sowie interessante Schautafeln.
Dazio Grande,
              dahinter die LeventinaWegweiser am
                  Dazio GrandeMan steigt links vom Restaurant Dazio Grande aufwärts, oberhalb der Gebäude die Richtung haltend. Nach einem Brücklein beginnt der Weg im Wald steil anzusteigen und trifft auf die Route, die von "Prato" her kommt. Spitzkehre nach links zum Passo Monte Piottino. Neben den Mauern des alten Zollhauses Dazio Vecchio hat es ein paar Bänke für ein Picknick. Lehrtafeln berichten Spannendes über die Mühsal der Säumer und Wegbauer. So brauchte man 1500 für die Strecke von Uri bis Bellinzona zwei volle Tage!

Ein alter, gepflästerter Saumweg, auch "römische Strasse" genannt, bingt uns zum Passo Monte Piottino; ein paar Schritte weiter vorn geniessen wir vom Aussichtspunkt einen tollen Blick in die Leventina. Der steinige Weg wird zunehmend ruppiger und senkt sich schliesslich zum Ponte di Mezzo hinunter, wo er mit dem Schluchtweg zusammentrifft. Wer Glück hat, kann hier aus nächster Nähe die Züge vorbeibrausen sehen.

Nun gehts kurz auf dem Teersträsschen abwärts. Wir kreuzen die Kantonsstrasse; links versetzt gehts auf Wanderwegen zum Ponte della Vicinanza, wo wir ein Stück dem Waldhang entlang gehen. Über Steintreppen steigen wir dann aufwärts zur romantischen Waldlichtung Pianzasca mit einer Aussichtsplattform der Via Gottardo mit Blick auf die Kehrtunnels.

Durch ein waldiges Bergsturzgebiet steigt der Pfad steil und ruppig zum Wegweiser Valegia, wo sich die Wege teilen.
Die Strada Bassa senkt sich sanft abwärts nach Polmengo di sopra (bei der Verzweigung nochmals kurz aufwärts, der Strasse entlang). Ein Wanderweg zweigt halbrechts ab und führt dem Waldrand entlang nach Faido hinunter. Entlang der Via Pro Maio und der Via Stazione gelangt man zur
Bahnstation Faido.
                                                                                                                                                                                                                                               Gewandert: Mai 2009 und August 2018

Dazio
                Vecchio, altes Zollhaus auf dem Passo Monte Miottino
Dazio veccio, Mte Piottino
Zollgebühren am Dazio vecchio
Zollgebühren 1493
gepflästerter Saumweg Monte
                Piottino
Saumweg am Mte Piottino
Ponte di Mezzo
Ponte di Mezzo
Bergsturzgebiet
                von Valegia
Bergsturzgebiet vor Valegia
schmaler Hangweg
                oberhalb Polmengo
Hangweg oberhalb Polmengo

b) 1h50, aufwärts 170m - abwärts 370m
Dazio Grande 960m - Piottinoschlucht - Ponte di Mezzo 879m (15min) - Valegia 937m (45min) - Mairengo 909m (30min) - Faido 755m (20min)

Eingesandt von Henrik S., April 2009:
"Immer wieder beeindruckt mich das Alte und Neue an der Gotthardbahn bzw. an der Nord-Süd-Querung. Die Biaschina ist ein bahntechnischer Höhepunkt, aber auch der Autobahnbau erlebt hier eine schweizerische Superlative: die höchste Brücke! Für fotografische Highlights braucht es Zeit - wer sich die wie in einer Modellanlage scheinende Wirklichkeit ansehen will, kann auf Ergiebigkeit setzen. Mit dem 125-Jahr-Jubiläum der SBB-Gotthardbahn ist viel unternommen worden, das Trassee beidseits zu Fuss zu begehen und zu entdecken: http://www.gottardo-wanderweg.ch.

 In Dazio Grande (Museum und Restaurant) kommt ein Espresso und ein herrliches Stück Kuchen zum Genuss. Die Abfahrtszeiten der Züge in Airolo und Faido habe ich mir in Erinnerung gerufen, so stehe ich nun südlich des ehemaligen Susts am Tunnelportal und hoffe einen vorbeirauschenden IR (Interregio) vor die Kamera zu bekommen. Stattdessen verhindert gleichzeitig ein ICN aus Lugano das Shooting!

PiottinoschluchtGleich neben dem Dazio Grande ist eine der letzten Überbleibsel einer früheren Gotthardstrasse zu begehen: eine kleine Steinbrücke sowie ein Kalkofen. Als die Schlucht noch technisch nicht zu bewältigen war, zogen die Fuhrwerke weit über dem Talboden nach Faido und umgekehrt!

Nun auf dem Bahnwanderweg "Via Gottardo Nr.77" durch die Piottino-Schlucht! Die Schlucht wurde im 16. Jahrhundert mit einer Strasse befahrbar gemacht - die sog. «Urnerstrasse» - was deutlich macht, dass die Urner damals auch südlich des Gotthards das Sagen hatten. Sie ist heute begrünt und dient als Wanderweg. Ich war übrigens den ganzen Tag alleine unterwegs!

Nach der Piottino-Schlucht beim Ponte di Mezzo trifft man auf die frühere Route, die über den Passo Monte Piottine führte (siehe oben).
Der Weg leitet auf die linke Talseite und aufwärts nach "Mairengo". Die spektakuläre Tunnelführung der Gotthardbahn mit 360°-Radius wurde hier weltweit zum ersten Mal Realität: Freggio- und Prato-Kehrtunnel. Die Wanderwege lassen immer wieder Möglichkeiten zu, nahe die Bahn von oben bzw. unten zu erleben, ergänzende Tafeln säumen den Pfad, und die Geräusche vorbeigleitender Güter- und Personenzüge sind neben dem Dauerrauschen der Autobahn, die hier auch sehr prominent gebaut wurde, aufzunehmen.


FaidoBeim Wegweiser Valegia entscheide ich mich für den Aufstieg nach Mairengo; in der Dorfmitte setze ich mich auf die Terrasse der Osteria, bevor ich den Abstieg nach Faido unter die Füsse nehme.

Bis zur Zugsabfahrt bleibt etwas Zeit in Faido, die alten Gebäude am Bahnhofsplatz einer nähern Betrachtung zuzuführen. Vergänglichkeit, verblassender Verputz und ein halbes Dutzend Email-Schilder, die das Touring und Automobil aus einer andern Zeit heraufbeschwören. Faido hatte noch 1988 glanzvolle Zeiten. Der IR, der hier stündlich Richtung Norden bzw. Süden hält, macht Halt auf einem Bahnhof, der verfällt. Unkraut schiesst zwischen den Bahnschwellen hervor."

Wer noch nicht genug hat:

Blick in die Leventina Süd - Nord, Bild:
                    hwww.montagnaticino.com


Tipp für 2-Tagestour:


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