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Wenn im Süden die Sonne scheint, zieht es uns im Frühling oft ins Tessin. Die beliebte "Strada alta" auf der Sonnenseite des Tessins ist allseits bekannt; nicht aber die folgende Wanderung auf der gegenüberliegenden Seite. Da der höchste Punkt auf 912 m liegt, kann sie schon sehr früh im Jahr unternommen werden. Obwohl auf der Schattenseite, wärmte uns die Sonne während mindestens zwei Dritteln des Weges.
Gewandert Mitte März 01
4 h, aufwärts 610 m, abwärts
550 m
Route: Bodio 330m - Personico 322m
(0.25 h) - Faidàl 912m (1.45 h) - Magianengo - Catto 625m (0.50
h) - Giornico 388m (0.45 h)
Von
Bodio
dem Wegweiser über die Brücke nach Personico folgen; (25
Min., asphaltiert).
Nun geht es aufwärts,
immer den Wegweisern und den rot-weiss-roten Markierungen Richtung "Faidàl"
folgen. Ca. 15 Min. über dem Dorf führt die Markierung nach rechts
über den Bach und dann auf einem schönen Zickzackweg den Wald
hinauf. Nach einer Wanderstunde kommt man an einem spektakulären Wasserfall
vorbei, der auf einer Brücke überquert wird. Eine halbe Stunde
später sind wir in Faidàl, einer sonnigen Alp mit Spielplatz,
Kapelle und mit 912 m der höchste Punkt der Wanderung.
Schöne Picknickplätze und grossartige Ausblicke ins Leventina-Tal, zu den Schneebergen und auf die Strada alta auf der andern Talseite finden wir auch auf unserem Weiterweg. Bei einem dieser Plätze, genannt Magianengo, hängt ein merkwürdiger Postbriefeinwurf, der laut Mitteilung einmal pro Jahr im Juli geleert wird...Ein Scherz? Nun, wir haben eine Postkarte eingeworfen und werden dann sehen.*
Nachdenklich stimmt der Blick auf die stillgelegte Monteforno-Anlage, einst die grösste Arbeitgeberin in der Leventina. Überhaupt wächst während der Wanderung das Verständnis für die Einheimischen im engen Tal, die ausser dem Verkehrslärm wenig vom Fortschritt haben. Nach 50 Minuten kommen wir bei Catto an einer Wegscheide vorbei.
Variante: Wer nicht gerne steil abgsteigt, kann hier in 1.35 h nach Chironico, 787 m wandern. In Chironica gibt es das Restaurant Pizzo Forno, 091 865 16 26, und das Postauto nach Lavorgo.Wir wählten den Abstieg nach Giornico, ein etwas steiler, aber gut angelegter Weg.
In Giornico erwarten
uns zwei Höhepunkte:
Die bedeutendste romanische
Kirche des Tessins, die 1168 erbaute romanische Kirche
S.Nicolao mit seiner Hallenkrypta und den fantastischen Tierskulpturen
ist ein Besuch wert. Sie gilt als eine der schönsten des Landes und
für Esoteriker ein starker "Ort der Kraft".
Zum Abschluss steigen wir
zur alten Römerbrücke hinunter und befinden uns in einer
uralten Siedlung mit dem Grotto dei due ponti mitten auf der Flussinsel.
Der Kellner war am Gärtnern - bald wird man sich dort stärken
können.
Über die zweite Brücke
und hinauf zur Postautohaltestelle Giornico sind es noch 5 Minuten.
Rückmeldungen
September 2004: Feedback von Uwe und Kerstin (danke vielmals!):
"Sie haben bei dieser Wanderung einen Briefkasten beschrieben,der nur einmal im Jahr geleert wird. Wir können Ihnen bestätigen, dass die Post dort geleert wird. In dem Haus, an dem der Briefkasten hängt, wohnen im Sommer zwei ältere Herren. Wir haben sie bei unserer Wanderung getroffen und ihnen den Ausdruck von der Wanderroute von Ihrer Internetseite gezeigt. Daraufhin haben sie gleich den Briefkasten geöffnet und es waren so einige Karten darin, die sie jetzt auch abgeschickt haben. Dabei haben die beiden Herren uns erklärt, dass sie diesen Briefkasten als Scherz angebracht hatten. Sie haben sogar einen extra Briefstempel dafür. Im ersten Jahr haben sie im Briefkasten nur zwei oder drei Karten gefunden und dann haben sie gar nicht mehr nachgesehen. Aber nachdem wir ihnen erzählt haben das der Briefkasten sogar im Internet erwähnt wird, haben sie gleich nachgesehen und waren erstaunt wie viele Karten im Briefkasten lagen (einige seit fast 2 Jahren). Sie haben uns heute angerufen und erzählt, dass sie alle Karten abgeschickt haben.Mai 2008: Christine D.:
Wir wollten Ihnen das mitteilen, weil bei Ihnen dazu stand, dass Ihre Karte nicht angekommen ist. Die beiden Herren waren jedenfalls ganz aus dem Häuschen, als sie hörten, dass ihr Briefkasten im Internet erwähnt wird. Sie wollen nun öfter im Briefkasten nachsehen. Der Briefkasten ist aber kein offizieller Briefkasten von der Post. Die beiden Herren sind Pensionäre und haben sich den Briefkasten und einen Stempel besorgt (legal) und haben das Ganze als Scherz gedacht. Sie hätten nicht gedacht, dass so viele Leute Karten in den Briefkasten werfen. Wir denken, dass Sie die kleine Geschichte vielleicht interessiert."
"Danke für die amüsante Geschichte mit dem Briefkasten bei der Wanderung in der Leventina von Personico über Magianengo nach Giornico. Unterdessen gibt es einen Kulturwanderführer, bei der diese Strecke als Teil der grossen Verbindung Gotthard - Biasca- Ponte Tresa beschrieben ist: Gotthard - Ponte Tresa - Zu Fuss durch die Kulturlandschaft Schweiz, bei Amazon.de."
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