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"Sentiero Alpino Calanca" von San Bernardino nach Santa MariaAnspruchsvolle Trekkingtour im südlichen Graubünden.Dort findet man weitere Details und unter "News" den jeweils aktuellen Zustand des Wegs. Auch der Hüttenwart der Buffalorahütte (Tel. 091 828 14 67) weiss, ob noch Schnee liegt oder ob vereiste Stellen vorhanden sind. |
Die Tour ist gut dokumentiert:
Rotpunktverlag. Wanderführer mit "Sentioro Val Calanca", bei Amazon.de ![]() |
Charakter
Der Sentiero Alpino Calanca
ist ein anspruchsvoller Weg in alpinem Gelände und verlangt Ausdauer
und Trittsicherheit. Einige Stellen sind ausgesetzt mit atemberaubenden
Tiefblicken, manche sind mit Drahtseilen oder Ketten gesichert. Bei Schnee,
Eis, Regen und Nebel kann die Wanderung schwierig, ja sogar gefährlich
werden.
Ausgangspunkt
Das Dorf San Bernardino
(1608 m) ist Ausgangspunkt der einmaligen Bergwanderung. Anfahrt mit Postauto
ab Chur oder Thusis oder ab Bellinzona, Fahrplan.
Da die Anreise üblicherweise einen halben Tag beansprucht, ist das
Rifugio Pian Grand (2398 m) das Ziel der ersten Wegstrecke und bequem an
einem Nachmittag erreichbar. Wir empfehlen, sich in jedem Fall in der Buffalorahütte
anzumelden (Tel. 091 828 14 67), auch wenn es unsicher ist, ob man - z.B.
bei labiler Wetterlage - die ganze Strecke zurücklegen kann. Der Weg
ist markiert.
Eine erste Übernachtung
in Pian Grand ergibt die beste Etappierung des gesamten Sentiero Alpino.
Alle Marschzeiten sind ohne
Pausen gerechnet und können je nach körperlicher Verfassung und
Witterung wesentlich abweichen. Wer bereits am Morgen in San Bernardino
aufbricht, kann das Rifugio Ganan in einem Tag erreichen, hat aber gleichentags
zwei anstrengende Aufstiege zu bewältigen.
1.
Tag: 3.30 h oder 4 h
Route: San Bernardino
1631m - A. Ocola - Rif. Pian Grand 2375 m
Wir empfehlen folgenden
Einstieg; er führt am schnellsten von der Autostrasse weg in die Natur:
der weiss-rot-weiss markierte Bergweg beginnt etwas oberhalb der Talstation
der Seilbahn. Von der Postauto-Haltestelle herkommend, überschreiten
wir die Moesa-Brücke und folgen der Strasse bis zu den grossen Strassenschildern.
Wir wählen die Abzweigung links zum Parkplatz der Seilbahn,
unterqueren die Autostrasse und sehen den Werkplatz beim Tunnelportal und
die Seilbahnstation gleich vor uns. Wenig oberhalb beginnt unser Weg.
Nach zwei Brücken über Bäche steht bei einem Steinhaus ein Wegweiser mit dem Hinweis «Pass di Passit». Nach 25 Min. zweigt rechts ein Pfad ab. Nun steigen wir gleichmässig durch Tannenwald und Heidelbeergesträuch, später durch Lärchenwald mit Alpenrosenbüschen. Kurz vor der Alphütte Ocola zweigt der Pfad zum "Pass di Passit" ab (Wegweiser, Abstieg nach Rossa möglich). Hier entscheiden wir uns entweder für die Variante Arbeola oder die Variante Pass de la Cruseta:
a) Variante über die Alp d’Arbeola (total 3.30 h)Übernachtung im Rifugio Pian Grand (2398m)
Der kürzere Weg nach Pian Grand führt uns in wiederholtem Auf und Ab durch lockeren Lärchenwald mit Heidelbeeren und Alpenrosen dem Hang entlang Richtung Süden. Eine halbe Stunde von der Alp d’Ocola biegt der Pfad rechts abwärts über eine Felsrippe und steigt dann durch Erlengebüsch steil an bis zu den Hausruinen bei Punkt 2001. Dies ist das steilste Stück der ersten Wegstrecke. Erst jetzt sind wir über der Baumgrenze. Auf dem nur leicht ansteigenden Abschnitt bis zur Alphütte Arbeola (2080 m) können wir uns etwas erholen. Nach einem letzten Aufstieg sind wir im weiten Kar von Pian Grand mit mehreren Seelein und Schneefeldern bis weit in den Sommer hinein.b) Variante über Pass di Passit und Pass de la Cruseta (total 4 h)
Die etwa eine Stunde längere, aber landschaftlich schönere Variante führt zuerst in angenehmer Steigung zum Pass di Passit (2082 m) mit seinen malerischen Seelein. Von hier kann man ins Calancatal absteigen. Wir wählen den kaum sichtbaren, aber gut markierten Pfad, der in südwestlicher Richtung aufwärts zu einem Steinmann führt. Er zeigt schon von weitem den Pass de la Cruseta (2455 m) an. Nach kurzem Abstieg erreichen wir die Bocca de Rogna (2400 m), und ein weiterer Abstieg bringt uns in den Talkessel Pian Grand. Diese Variante bietet keine Schwierigkeiten, sollte aber bei Nebel und Schnee gemieden werden.
Zwei Selbstversorgerhütten bieten max. 14 Personen ein Obdach. Matratzen, Wolldecken, Gas und Kochgeschirr sind vorhanden. Die Hütten können nicht geheizt werden. Bitte mit dem Kochgas sparsam umgehen (jede Gasflasche muss hingetragen werden!), keine ganzen Mahlzeiten kochen und allen Abfall mitnehmen. Bezahlt wird in der Buffalorahütte oder mit einem Einzahlungsschein.2. Tag: 8.45 h
Reservation bei der Buffalorahütte: Tel. 091 828 14 67.
Rifugio Pian Grand–Lagh
de Trescolmen (1¾ Std.)
Von den Biwakhütten
steigen wir in einer knappen halben Stunde über Gneisblöcke zum
stark verwitterten Bedoletagrat auf (Übergang auf 2514 m).
Hier auf dem höchsten Punkt des Sentiero alpino empfängt uns
eine atemberaubende Aussicht auf die Misoxer Berge und den blauen runden
Lagh de Trescolmen. Der anfangs sehr steil abfallende Zickzackpfad zur
Alp
de Trescolmen ist bei trockenem Wetter problemlos. Bei der Alphütte
zweigt links der Weg zur Bocchetta de Trescolmen ab, rechts der Pfad nach
Valbella (Wegweiser). Im Juli sind die Hänge voller leuchtender Alpenrosen.
Der reizende See mit dem rauschenden Wasserfall lädt zu einer Rast
ein.
Lagh de Trescolmen - Bocchetta
del Büscenel - Rifugio Ganan (4 Std.)
Nach 100 Höhenmetern
steilem Anstieg wandern wir dem Nordhang des Piz del Largè entlang,
in anstrengendem Auf und Ab auf einer Höhe zwischen 2000 m und 2100m.
Dabei überschreiten wir mehrere Bäche und Runsen, nachher Hänge
mit Schutt und Blockgestein. Vor dem Anstieg zur Bocchetta del Büscenel
(Wegweiser) könnte man bei schlechtem Wetter über die Alp del
Largè das Calancatal bei Valbella erreichen.
Nun folgt der vielleicht
dramatischste Abschnitt des Sentiero mit ausgesetzten Stellen. Bei nassem
Wetter oder nach Schneefall ist äusserste Vorsicht geboten oder sogar
von der Fortsetzung des Wegs abzuraten. Die Bocchetta del Büscenel
(2157 m) ist der schroffe, aber leichte Übergang über den Fil
(= Felsgrat) del Büscenel. Jäh fällt das Gelände fast
tausend Meter in die Tiefe des Calancatals. Der Pfad quert, immer ansteigend,
die steile Büscenelmulde und überwindet einen zweiten Grat. Erst
die dritte Felsenkanzel, der luftige Fil de Ciar (2346 m) bringt
uns den ersehnten Blick in den gewaltigen Felsenzirkus von Ganan und auf
das Rifugio Ganan (2375 m).
Das Rifugio Ganan (2375m)
Die einfache Selbstversorgerhütte bietet 8 Schlafplätze, Matratzen, Wolldecken, Kochgeschirr und Kochgas (bitte sparsam damit umgehen), jedoch keine Heizung. Allen Abfall mitnehmen! Anmeldung und Reservation in der Buffalorahütte: Tel. 091 828 14 67.
Rif. Ganan–Lagh de
Calvaresc (1¾ Std.)
Kurzer Abstieg vom Rifugio
zum Rià di Ri (Bach). Dann gewinnen wir über Blockgestein
und Geröll Richtung Süden langsam an Höhe. Die Querung eines
canyonartigen Einschnitts macht nur bei viel Wasser oder hartgefrorenem
Schnee Mühe. Nach kurzem Aufstieg erreichen wir den weit sichtbaren
Steinmann auf dem Piz de Ganan (2412 m). Ein hölzerner Wegweiser
macht uns darauf aufmerksam, dass wir an dieser Stelle ungefähr die
Hälfte des gesamten Sentiero zurückgelegt haben. Im Süden
erkennen wir deutlich die Buffalorahütte. Der ausgesetzte Pfad quert
den Steilhang des Fil de Dragiva (bei Eis oder Schnee gefährlich).
Bald blicken wir in einen Felsenkessel mit dem herzförmigen grünen
Lagh
de Calvaresc. Bei warmem Wetter lässt es sich herrlich baden.
Die Wände hallen wider von den Pfiffen der Murmeltiere.
Lagh de Calvaresc– Buffalorahütte
(1¼ Std.)
Der letzte Wegabschnitt
führt uns hinunter zu den beiden Steinhütten der Alp de Calvaresc
Desora (Abstieg nach Rossa möglich). Nach kurzer Zeit verzweigt
sich der Pfad: Der Weg nach rechts ist fünfzehn Minuten kürzer,
der alte Weg links führt an der Flanke des Golin vorbei zur Buffalorahütte.
Die Buffalorahütte (2055 m)
Die Buffalorahütte ist im Sommer bewirtet und bietet 24 Schlafplätze. Saisonbeginn und -schluss siehe http://www.sentiero-calanca.ch.
Reservation dringend empfohlen: Buffalorahütte: Tel. 091 828 14 67.
Ausserhalb der Saison ist die Hütte als kaum heizbare Notunterkunft geöffnet.
Wanderung Rossa - Alp de Calvaresc Sot - Capanna Buffalora - Lago Calvaresc - Rossa 10 h: http://www.montagnaticino.com
3.
Tag: 7.30 h
Route: Buffalorahütte
2055m - Pass de Buffalora 2261m - Fil de Nomnon 2427m - Motta del Perdül
2003m (2.45 h) - Bosc Ner 2200m - Mottone 2100m (1.45 h) - Alp di Fora
1844m (0.30 h, Notunterkunft) - Pian di Renten 1914m - Santa Maria
955m (2.30 h)
Buffalorahütte–Motta
del Perdül (2¾ Std.)
Wir verlassen die gemütliche
Berghütte und steigen in einer halben Stunde über die Baumgrenze
zum Pass de Buffalora (2261 m). Er bildet den Übergang zur
Alp de Bec und weiter nach Soazza im Misox. Vor dem letzten Anstieg zum
Pass zweigt links der obere, ältere Weg zum Lagh de Calvaresc ab.
Nun führt uns der schmale Pfad über Stock und Stei aufwärts zum Westgrat des Nomnom (Fil de Nomnom). Eine halbe Stunde nach dem Buffalorapass stehen wir auf dem durch Stahlseile gesicherten Gratübergang (2427m) mit packenden Ausblicken in die Tiefe und in drei Himmelsrichtungen. Wir bewältigen den Abstieg auf dem «Nomnomweg» zwischen Felsbändern und durch ein steiles Couloir. Die angebrachten Stahlseile sind uns eine beruhigende Hilfe. Dieses Wegstück ist ein weiterer kühner Abschnitt des Sentiero.
Wir blicken jetzt in die weite, grüne Arena der Alp d’Aion, die vom mächtigen Piz de Groven überragt wird, überqueren den Rià de la Ravisc und wandern über die Alpweiden von Aion. Überall hat es einladende Rastplätze mit Wasser bis in den Herbst hinein. Zwei Gruppen von Steinhütten sind nur noch Ruinen. Bei der verfallenen Alphütte Aion Vec (Wegweiser) führt ein Weg zur 200 m tiefer liegenden Alp d’Aion, deren rote Hüttendächer weithin sichtbar sind, und weiter abwärts nach Cauco.
Am südlichen Ende der Aion-Arena erreichen wir den Felskopf der Motta del Perdül (2003 m). Wir verlassen für wenige Minuten unseren Pfad und machen einen Abstecher zum höchsten Punkt. Die prachtvollen Ausblicke sind lohnenswert. Unten am Gegenhang liegt das reizvolle Dörfchen Landarenca, das nur zu Fuss oder mit einer Seilbahn erreichbar ist.
Motta del Perdül
- Mottone (1¾ Std.)
Auf abschüssigem Pfad
im Wald stossen wir gleich auf einen Wegweiser. (Von hier können
wir in 1½ Std. nach Cauco oder nach Selma absteigen.) Unser
Weg führt aber nach links durch Lärchen- und Tannenwald, der
mit Erlen durchsetzt ist, stetig aufwärts, bis wir den Wegweiser bei
Bosch
Ner (2006 m) erblicken. (Ein Abstieg nach Selma ist hier nur
dem erfahrenen Wanderer und bei guter Witterung zu empfehlen.)
Nach 200 Höhenmetern Aufstieg über Felsblöcke unter der Wand des Pizzo della Molera, vorbei an den obersten Lärchen, stehen wir nach 30 Minuten seit Bosch Ner am Rand der Aurigliaschlucht. Über eine Metalleiter gelangen wir in das im Sommer trockene Bachbett voller Geröll und Geschiebe. Der Ausstieg aus dem Einschnitt bereitet keine Mühe, eher schon die folgende kleine Kletterei abwärts durch ein nasses Couloir, wo eine Kette uns Halt gibt.
Nach rund 40 Minuten langen wir bei den Felstürmen des Mottone (2100 m) an. Sofort fallen uns die mächtigen Lawinenverbauungen an den Steilhängen des Pizzo della Molera ins Auge; sie schützen das 500 m tiefer gelegene Dörfchen Braggio. Eine Holzbaracke beim Mottone dient den Bauarbeitern bei Reparaturen als Unterkunft. Schöner Rastplatz mit Blick nach Süden mit dem Piz di Renten.
Mottone - Alp di Fora-
Pian di Renten–Santa Maria (3 Std.)
Auf dem «Moleraweg»
wandern wir durch das Weide- und Waldgebiet des Cort di Settel,
stetig an Höhe verlierend, und erreichen nach etwas mehr als einer
halben Stunde seit dem Mottone die Alp di Fora (1844 m).
Schutzhütte Alp di Fora 1844 mEin müheloser Anstieg von der Alp di Fora durch Bergwald mit Heidelbeerbüschen bringt uns zur malerischen Alpwiese Pian di Renten (1914m). Dieser Fleck, der rings von Wald umgeben ist, lädt zum Kampieren ein, allerdings muss man das Wasser vom Brunnen auf der Alp di Fora herauftragen.
Eines der Steinhäuser ist als Notunterkunft ganzjährig offen, allerdings sind keine Matratzen oder Wolldecken vorhanden). Wasserstelle.
Reservation: Tel. 044 830 41 94, http://www.capanneti.ch.Variante: Wer den langen Abstieg nach Santa Maria vermeiden will, kann von Cort di Settel oder Alp di Fora nach Braggio 1320 m absteigen und dann mit der Seilbahn ins Tal nach Arvigo (Postautohaltestelle) schweben.
Als anstrengendes «Dessert» des gesamten Sentiero alpino nehmen wir den Abstieg von fast tausend Metern nach Santa Maria in Angriff. Die ersten 200 Höhenmeter bewältigen wir auf einem schmalen, sehr steilen Zickzackpfad. Trotz Müdigkeit sind wir empfänglich für die schönen Waldpartien, die mit umgestürzten Baumstämmen und moosbewachsenen Felsblöcken den Eindruck eines Urwalds vermitteln.
Die Alphütten Nadi
(1383 m) sind heute im Wald eingeschlossene Ferienhäuser und erinnern
an eine Zeit, da sich hier noch Alpweiden erstreckten. Erleichtert erblicken
wir schliesslich nach einem anderthalbstündigen Abstieg die Kirche
und den Wehrturm von Santa Maria (955 m).
Wer einen beschaulichen
Ausklang der eiligen Heimreise vorzieht, kann im Albergo Bellavista gleich
neben der Pfarrkirche übernachten. Wir empfehlen eine Besichtigung
des Wehrturms und der Kirche mit der berühmten Renaissance-Kassettendecke.
Mit dem Postauto gelangen
wir nach Grono und weiter nach Bellinzona oder SanBernardino.
Couloir mit Metalleitern |
steiler Abstieg zur Alp d'Aion |
Aurigliaschlucht |
Abstieg zur Alp di Fora |
Sta Maria |
Wanderausrüstung
Eine gute Ausrüstung
ist nötig; am wichtigsten sind Wanderschuhe mit griffigen Profilsohlen.
Regenschutz, Mütze und Handschuhe gehören auch bei warmem Sommerwetter
in den Rucksack.
Hunde
Von der Mitnahme von Hunden
raten wir grundsätzlich ab; sie gehören jedoch in jedem Fall
zwingend an die Leine, weil Schafherden und Wild die Alpweiden bevölkern.
Ausserdem bildet die Leiter der Aurigliaschlucht für grössere
Hunde ein unüberwindbares Hindernis. In den Biwaks und Hütten
haben sie keinen Zutritt.
Zugangswege
zum Sentiero alpino - aus dem Calancatal
Rossa–Buffalorahütte
Der Hauptweg zur Buffalorahütte
beginnt an der Haltestelle des Postautos und führt rechts an der Kirche
vorbei. Wir folgen dem Hang Richtung Süden und steigen dann durch
Erlengebüsch steil aufwärts zur Alp Ör. Nun verläuft
der Weg im Tannenwald bis zu den Alphütten Calvaresc-Sot. Beim Wegweiser
halten wir rechts und steigen durch lockeren Lärchenwald zum weiten,
ebenen Platz, wo die alte Buffalorahütte stand. Die neue Hütte
liegt etwas höher in westlicher Richtung.
Cauco -Lascial, dann La
Motta - Alp d’Aion oder La Motta - Stabgel - Aion Vec
Ein geteerter Forstweg führt
in weiten Kehren nach Lascial und weiter nach Braggio. Kurz nach Cauco
treffen wir auf den markierten Wanderweg. Er führt uns über die
Siedlung Artoalla nach La Motta. Kurz darauf stehen wir an der Gabelung
Aion/Stabgel. Wir überschreiten auf einem Betonsteg den Aion-Bach
und gelangen durch Bergwald zur Alphütte Aion. Nach 200 weiteren Höhenmetern
treffen wir bei den Alpruinen Aion Vec auf den Sentiero alpino.
Bei der erwähnten Gabelung steigt der Pfad steil aufwärts durch den Bosch di Lignè zur Alp Stabgel (Wegweiser: Abstieg über Bersach nach Selma). Auf einem Zickzackpfad erreichen wir beim Felskopf Motta del Perdül den Sentiero alpino.
Selma/Cauco - Bersach
- Bosch Ner
Auf gut markierten Wegen
erreichen wir Bersach. Nun steigen wir auf bis zum Steinmann (1470 m) bei
Stabgel. Bei einer zerfallenen Hütte mit Wegweiser mündet der
Weg von Cauco ein. Unterhalb des Motta del Perdül stossen wir auf
den Sentiero alpino. Dem mutigen Wanderer bietet sich eine andere Möglichkeit,
nämlich beim erwähnten Steinmann (1470 m) rechts Richtung Bosch
Ner abzubiegen. Dieser steile, schlecht markierte Weg ist im Aufstieg schwer
zu finden, bei Nebel oder Schnee wird es gefährlich. Beim Abstieg
nehmen die Gefahren gegen unten zu. Nicht als Notabstieg benützen!
Bersach - Cort di Settel
In Bersach marschieren wir
auf der geteerten Forststrasse Richtung Braggio, verlassen sie bei einer
Linkskurve und sind nun auf dem alten Weg nach Braggio, der über die
Aurigliaschlucht führt. Nun müssen wir der Teerstrasse einige
hundert Meter folgen, ehe wir auf die Abzweigung nach Cort di Settel treffen.
Auf abwechslungsreichem Pfad erreichen wir schliesslich den Sentiero alpino.
Braggio - Cort di Settel
oder Alp di Fora
Vom Dorfteil Stabbio führt
ein Pfad hinauf zu den Steinhütten Mondent, dann in den Wald
und südwärts durch die Schneise des Val Meira-Tobels. Bei einer
Gabelung können wir wählen zwischen dem Weg nach Cort di Settel
oder zur Alp di Fora.
Pian d’As - Alp de Lögna
- Val di Passit - Pass di Passit
Die Wanderung durch das
steile und wilde Val di Passit bis zum Pass di Passit ist ein grossartiges
Erlebnis, auch in umgekehrter Richtung. Rutschhänge machen den Wegunterhalt
und das Passieren manchmal schwierig. Pian d’As liegt hinten im Calancatal.
Ein geteertes Strässchen führt von Rossa nach dem ehemaligen
Maiensäss Valbella; nachher wandern wir auf einem Weg mit Naturbelag.
In Pian d’As steigt der Weg zuerst steil an und überschreitet später
die Calancasca. Nun wählen wir entweder den alten (in Flussnähe)
oder den neuen Weg zur Alp de Lögna. Dort überqueren wir auf
einem Steg den Passit-Bach und steigen ins Tal ein.
Bei «Pt. 1747 m» bilden Hänge mit lockerem Gesteins material ein Hindernis. Der Übergang über den Passit-Bach ist oft bis weit in den Sommer mit Lawinenschnee bedeckt (Schneebrücke!). Der Weiterweg bis zum Pass ist problemlos.
Valbella - Alp del Largè
- Bocchetta del Büscenel oder Alp de Trescolmen
Nach den letzten Häusern
von Valbella überqueren wir die Calancasca-Brücke und steigen
auf ins Val Largè. Der Pfad verläuft abwechselnd durch Wiesen
und Bergwald nördlich des Baches Rià de Campalesc.
Nach der Alphütte Cascinot durchschreiten wir den Bach und steigen zur Alp del Largè. Etwas unterhalb der Bocchetta del Büscenel treffen wir auf den Sentiero alpino. Wenn wir zur Alp de Trescolmen wollen, bleiben wir ab Cascinot auf der nördlichen Talseite.
Zugangswege aus dem Misox
Soazza - Alp de Bec -
Pass de Buffalora - Buffalorahütte
Im malerischen Soazza zweigt
oberhalb des Dorfes die Fahrstrasse zur Alp de Bec (15 km) ab. Sie ist
geteert und frei befahrbar. Die Abkürzung für Wanderer führt
durch Laub- und Tannenwald in die gleiche Richtung.
Ab der Alp de Bec (Parkplätze)
führt ein gut markierter Weg durch Alpwiesen und Lärchenwald
hinauf zum Pass de Buffalora (2261 m). Hier erreicht man den Sentiero alpino
und steigt rechts hinunter zur Buffalorahütte ab, welche allmählich
sichtbar wird.
Der Sentiero verläuft hauptsächlich auf der Calanca-Seite der Gebirgskette, nur der Aufstieg von San Bernardino und der Abstieg vom Pian di Renten nach Santa Maria erfolgen auf der Misoxer Seite. Der grössere Teil der ca. 40 km langen, meist einsamen Strecke liegt oberhalb der Baumgrenze, also über 2000 m. Zum besonderen Reiz des Bergwegs zählen die lichten Lärchenwälder, die wir an mehreren Orten durchwandern. Eine unvergessliche Augenweide sind die Hänge voller Alpenrosen, die ihre Blütenpracht im Juni und Juli entfalten. Im September erfreuen uns die sich gelb verfärbenden Lärchen, und im Oktober leuchten die feinen Nadeln goldgelb im Sonnenlicht.
Wildtiere
Als häufigste Wildtiere
treffen wir unterwegs Murmeltiere und Gemsen. Mit etwas Glück sehen
wir auch Steinböcke, Hirsche, Wiesel, Hasen, Füchse; Adler, Alpendohlen,
Schneehühner, Birkhühner, Tannenhäher, Schwarzspecht, Kuckuck
und mehrere Singvogelarten; Eidechsen, Vipern, Kreuzottern usw.
© 2000, Associazione
Sentieri Alpini Calanca, ASAC, 6548 Rossa
Dokumentation
und Kartenmaterial
Geführte
Tour "Sentiero Alpino Calanca"