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Tessiner "Trekking 700"

 
Routenskizze
Höhenkurven

Diese 130 km lange anspruchsvolle 9-tägige Trekkingtour führt quer durch alle Hochtäler des Tessins, von Mesocco im Osten ins Val Formazza im Westen. Sie ist für ausdauernde und erfahrene Bergwanderer gedacht, teilweise sind happige Höhendifferenzen zu bewältigen. Die Wege sind jedoch gut markiert, und die meisten Etappenziele sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen.

Die Wegbeschreibung ist auszugsweise der Broschüre "Trekking del 700" entnommen. Sie wurde von der Federazione Alpinistica Ticinese zum 700jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft herausgegeben und ist leider vergriffen.

"Während der neun Tage, die das ganze Unternehmen dauert, steigt man sechsmal in besiedelte Täler ab und übernachtet auch dort: ideal für alle, die Dusche und gedeckte Tafel mit Viergangmenü dem schweren Rucksack vorziehen. Doch auch mit diesen zivilisatorischen Unterbrechungen ist das "Trekking del 700" ein Erlebnis, das mit Wildheit und Ruppigkeit nicht geizt..."
aus Berge 5/2002.


Anreise:
Bahn nach Bellinzona oder Chur, Postauto Richtung S.Bernardino nach "Mesocco Nord", siehe Fahrplan

Übernachtungsmöglichkeiten:

Die Etappen

1. Tag: 6 h, 22 km, aufwärts 1'700m, abwärts 1240m
Vom Misox ins Calancatal: Mesocco 790m - Trescolmen-Pass 2161m - Landarenca 1252m

Unsere Wanderung beginnt am Nordausgang von Mesocco Richtung Monte Ceta. Nach zwei Stunden Aufstieg gelangen wir zur Alp de Curtas 1624 m. Nach weiteren 2h30 erreichen wir den Trescolmen-Pass. 200 m hinter dem Pass liegt ein schöner Picknickplatz an einem malerischen Bergsee links vom Weg.
Der Abstieg verläuft durch das Val Largé, dem Bergbach Ria de Campalesc entlang und führt zur Valbella 1330 m. Von dort geht es weiter dem Calancatal entlang nach Rossa 1093 m.
Zuerst auf der Strasse, dann dem Ufer der Calanca entlang geht es nach Selma 914 m und hinauf nach Landarenca.

Variante: Wer müde ist, kann von Rossa mit dem Postauto über Augio nach Selma fahren und von dort aus mit der Seilbahn Landarenca erreichen.


2. Tag: 6h30, 11 km, aufwärts 1'500m, abwärts 700m
Im Calancatal: Landarenca 1280m - Boliv 1478m - Piöv di Fuori 1853m - Bocchetta di Pianca Geneura 2366m - Alp d’Örz 2087m - Alp della Motta 2239m - Passo del Mauro 2428m - Capanna Alpe di Cava 2066m

Von Landarenca steigen wir auf einem Saumpfad in südlicher Richtung bergan und erreichen nach kurzer Wegstrecke die ganzjährig bewohnte Terrasse von Boliv 1475 m sowie den Monte Lego. Der Weg führt dann weiter bis zu den Alphütten von Piöv di Fuori. Nach der Alp steigen wir links von den Hütten über felsübersäte Alpweiden bergauf, zu unseren Rechten die Krete der Costa del Galbines.

Beim Überqueren des Baches von Pianca Geneura überschreiten wir die Kantonsgrenze zwischen Graubünden und Tessin. Hier beginnt ein anstrengender, langer und steiler Aufstieg durch ein Couloir. Nach vier Stunden erreichen wir den höchsten Punkt 2368 m.

Ebenso steil wie der Aufstieg ist der Abstieg auf dem Felsweg zur Alpe d'Örz 2087m, deren Alphütten als Rifugio dienen.

Der Weg führt nun in nordwestlicher Richtung über die Alpe Motta 2239 m zum Passo del Mauro 2428m, den wir nach einer knappen Stunde erreichen.
Auf der andern Seite steigen wir ab, vor uns die Alpe Cava mit ihren Bergseen und der Capanna Cava, unserem Etappenziel.



3. Tag: 4h30, 9 km, aufwärts 200m, abwärts 1900m
Leventina: Capanna Alpe di Cava 2066m - Forcarella di Lago 2256m - Alp di Lago 2122m - Alp di Pontima 1696m - Alp di Compiett 1516m - Canvasgia 1246m - Pianezza 869m - Fracion 588m - Biasca 293m

Die Wegstrecke von der Cap. Cava nach Biasca ist sozusagen ein Erholungsausflug. Zu Beginn erklimmen wir die 200 Höhenmeter zur Forcarella di Lago 2258 m.  Der nun folgende Abstieg ist sehr steil, haben wir doch eine Höhendifferenz von 1800 m zu bewältigen.Über die Alpe di Sprüngh 1982 m steigen wir nun nach Biasca hinunter.

Wer Zeit und Lust hat, kann in den Grottis von Biasca nördlich von Biasca einkehren und sich erholen - oder mit dem Bus oder zu Fuss bereits bis Pollegio gehen und dort im Albergo "alle Botte" übernachten.

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4. Tag: 7h30, 20 km, aufwärts 1930m, abwärts 180m
Route: Biasca 293m - Pasquerio - Personico 322m - Baséria 603m - Monastéi 917m - Cassinone 911m - Gallina 1067m - Miregn Strecia 1227m - Bedra 1529m - Passo di Gagnone 2217m - Capanna d’Efra 2039m

Wegweiser Baséria, Val d'Ambra,
            Bild: www.montagnaticino.comLeventina Richtung Airolo, Blick
            vom Val d'Ambra, Bild: www.montagnaticino.comIn Biasca gehen wir dem Trottoir entlang Richtung Airolo, überqueren links den Fluss "Ticino" und gelangen an seinem Ufer entlang via Pasqueiro nach Personico (schöne Pfarrkirche). Die Strasse, die in Richtung Val d'Ambra zum Stausee hinauf führt, weist einige Abkürzungen auf, die wir gerne benützen. Vor dem Stausee wählen wir den Weg dem rechten Ufer entlang. Nach etwa anderthalb Stunden durch Kastanien- und Birkenwälder ist der Weiler Monte di Cassinone (910 m) erreicht. Das einsame Tal steht noch unter Naturschutz, allerdings gibt es Pläne für einen zweiten, 70 Meter hohen Staudamm!

Nach Cassinone wird der Weg über Gallina, Miregn Strecia und Bedra steiler, wechselt dann zur rechten Talseite und führt in ruppigem Aufstieg an Gestrüpp und Haselnussträuchern vorbei zum Passo di Gagnone. Der Pass ist oft bis in den Hochsommer hinein schneebedeckt.
200 m unter uns liegt die gemütliche Berghütte Capanna d'Efra, die zum Glück immer offen ist, auch wenn der Hüttenwart nicht anwesend ist.

Abkürzungsmöglichkeiten:


5. Tag: 2h50, 10 km, aufwärts 100m, abwärts 1200m
Ins Verzascatal: Capanna d’Efra 2039m - Lago d’Efra 1836m - Alpe dell’Efra 1686m - Montada 1196m - Frasco 885m - Sonogno 918m

Diese Etappe ist relativ kurz, was nach dem gestrigen Gewaltsmarsch willkommen ist. Beim Abstieg von der Capanna Efra kommen wir am idyllischen Efrasee 1836 m vorbei. Unterwegs werden wir noch mehrere weitere kleine Bergseen antreffen, einer schöner als der andere.

Auf 1600 m finden wir die Alphütten von Corte di Fondo mit den für das Tessin typischen Dächern aus Steinplatten. Bevor wir in Frasco eintreffen, begegnen wir auf der rechten Wegseite alten Öfen, in denen früher Kalk gebrannt wurde.

In Frasco 880 m überqueren wir die Maggia auf der Hängebrücke. Auf schönen Pfaden wandern wir durch lichte Birken- und Lärchenwäldchen, Ginster und Moorwiesen nach Sonogno, wo wir vielleicht Gelegenheit haben, das Museum Verzascatal oder das Wollhaus (casa della lana) zu besuchen. Im Dorf ist auch ein alter Backofen in Betrieb, und ein Laden verkauft Produkte aus heimischem Handwerk.


Tipp:
Wer einen oder zwei Ruhetage einschalten möchte, kann mit dem Bus ans Ufer des Lago Maggiore fahren: Locarno, Ascona oder die Brissago-Inseln sind lohnende Ausflugsziele.



6. Tag: 8 h, 16 km, aufwärts 1260m, abwärts 1440m
Vom Verzascatal ins Val Lavizzara:
Sonogno 918m - Fracèd 1041m - Püscen Negro 1343m - Alpe della Redorta 1714m - Punkt 1871m - Forca di Redorta 2181m - Alpe Pertüs 1380m - Malga di Predee 1001m - Faed 950m - Prato Sornico 742m

Bei der heutigen langen Etappe sollte möglichst früh gestartet werden. Wir verlassen Sonogno beim Westausgang und folgen einer Fahrstrasse dem Fluss entlang bis zum Punkt 1047 m. Hier beginnt der Weg anzusteigen, vorbei an Püscen Negro 1343 m mit dem hübschen Kirchlein. Der ganze Aufstieg bis zum Couloir erfolgt dem Fluss entlang und dauert rund fünf Stunden.

Nach dem Passübergang Forca di Redörta 2181 m steigen wir steil ins Val di Pertüs nach Presa 950 hinunter und kommen an zerfallenen Alpsiedlungen vorbei. Ab Presa gehen wir einem ausgetrockneten Flussbett entlang und folgen später der Naturstrasse, die uns nach Prato Sornico führt.

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7. Tag: 8 h, 14 km, aufwärts 1550m, abwärts 1660m
Vom Val Lavizzara ins Val Bavona: Prato 742m - Monti die Rima 1009m - A.Brunesc 1612m - A.Piatto 1821m - P.Brunesco 2276m - Alpe Fiorasca 2086m - Larecchia 1596m - Fontana 600m

Wegweiser in Prato Sornico
Am südwestlichen Ausgang von Prato Sornico führt auf der rechten Brückenseite der Lavizzara ein bequemer Fussweg Richtung Monti di Rima (1 h). Hier finden wir diverse alte Stadel, die bis ins Jahr 1580 zurückdatiert sind. Nach zwei weiteren Stunden Aufstieg erreichen wir die Alpen Brunesc 1612 m und steigen weiter zu den Alphütten von Piatto 1821 m.

Auf rund 1900 m betreten wir das Couloir, das in südöstlicher Richtung in weiteren anstrengenden 1h30 bis zum Sattel 2276 m des P.Brunesco führt. Nach zehn engen an den Fels gebauten Kurven finden wir einen 70 cm breiten Durchstieg mit einer Steintreppe. Es handelt sich um ein kühnes Bauwerk, das vor allem dem Transport des Viehs diente. Von dort steigen wir über unzählige Steintreppen in das Val Bavona ab, vorbei an Fiorasca und Larecchia. Der Weg endet hinter dem Grotto "Di Baloi" in Fontana.

Mit Bus nach Cavergno oder Bignasco zum Übernachten


8. Tag: 6h40, 10 km, aufwärts 1'660m
Route: Bignasca 443m - Fontana 616m - San Carlo (Val Bavona) 938m - Pian di Crest 2108m

Wir verlassen Bignasco (oder Cavergno) Richtung "San Carlo" auf einem schönen Fussweg, zuerst auf der linken, dann auf der rechten Talseite und erreichen in 40 Minuten Fontana, unsern gestrigen Endpunkt. Weiter gehts über Sabbion, Fontanaleda, Sonlèrt und Gannarint bis zur Bavona-Brücke kurz vor San Carlo. Die Abzweigung nach "Pian di Crest" beginnt kurz vor der Brücke. Nach anderthalb Stunden erreichen wir einen Buchenwald und dann Muglieröö 1500 m. Nach weiteren 30 Minuten durch einen Lärchenwald erreichen wir das Kreuz "Croce Grande" und damit die Waldgrenze.

Nun wird der Weg bequemer. Über Weiden und vorbei an Rhododendren erreichen wir Pian di Crest, das im Sommer mit weissem Wollgras übersät ist, als hätte es geschneit. Und schon treffen wir bei der Schutzhütte Pian di Crest ein.

 
San Carlo gehört zur Gemeinde Bignasco und unterscheidet sich von den anderen Gemeinden im Bavonatal durch seine weniger kompakte Wohnstruktur. Diese letzte Gemeinde im Bavonatal, ein wenig erhöht und auf der rechten Talseite gelegen, war die Gemeinde von Prèsa, unterteilt in die beiden Kerne "Di Sotto" und "Di Sopra". Seit Jahrhunderten bereits wegen den gefährlichen Erdrutschen verlassen: unter den Trümmern sind 2 Häuser und das Oratorium aus dem Jahre 1524 geblieben, von der Stärke des Flusses vollständig ruiniert.
Robiei ist wegen seiner Natur von grossem Interesse und wird durch gut markierten Wanderwege mit den Tälern Peccia, Sambuco, Bedretto und Formazza verbunden. Um es zu erreichen ist der bequemste Weg die Luftseilbahn, welche die 900m Höhenunterschied von S.Carlo in wenigen Min. überwindet. Ein sehr guter Wanderweg erlaubt in diesem Tal hinaufzuwandern. Es wird jedoch absolut empfohlen, diesen Weg bei den ersten Schneefällen wegen Lawinengefahr zu vermeiden.
Man geht auf dem Weg, der von der Luftseilbahnstation hinaufführt: bei der ersten Abzweigung geht man auf die kleine Strasse, die zu einer Wasserleitung führt. Man wandert auf der rechten Talseite weiter, um dann in einen ungepflegten Wald einzudringen. Sobald das Tal wieder etwas sanfter wird, kehrt man auf die linke Talseite zurück, um dann in einem grünen Tal die Weide von Campo zu überqueren. Kurz nach dem Wanderweg gelangt man wieder auf einen engen Weg und geht dem Fluss entlang. Danach bewegt man sich vorbei an hohen dunklen Felswänden, welche durch jahrhundertalte Eisblöcke geformt wurden, die den Zugang zu den höhergelegenen Weiden scheinbar versperrt haben. Der Wanderweg überwindet spielend diese Mauer und oberhalb dieser findet man die Berghütte Basodino.
In wenigen Min. erreicht man von hier aus die Station der Luftseilbahn, den Stausee von Robiei und das Restaurant 

9. Tag: 5 h, 16 km, aufwärts 700m
Über den Tamierpass nach Italien: Pian di Crest 2108m - Tamierpass 2772m - Formazza (Italien)

Wir verlassen die Hütte Pian di Crest in Richtung Piz Fiorera; nach 200 m überqueren wir den Fluss und drehen aufsteigend in der Talrichtung ab, um den Piz Medola zu umgehen. Hier befinden wir uns im Reich der Edelweiss, und von Norden her grüsst der Basodino. In einem Couloir, das bis vor wenigen Jahren noch ein Gletscher war, erreichen wir nach drei Stunden den Tamier-Pass 2772m (Grenze Schweiz/Italien). Während der Kriegsjahre blühte auf dieser Strecke ein reger Schmuggelverkehr.

Vom Tamier-Pass aus folgen wir zuerst einem steinigen Wanderweg und wandern später über Alpweiden. Nach der Ebene der Alp Tamia betreten wir einen Tannenwald, in dem ein bequemer Fussweg nach Grovella (Gurfelen) 1357 m hinunterführt, das wir nach 2 h erreichen.

"Pomat" ist der Walsername des Val Formazza, eines Tals, das zweisprachig ist und zahlreiche Walserbräuche erhalten konnte. Wir wandern über Ponte (Volkskundemuseum) nach Formazza, wo wir den Bus nach Domodossola besteigen.


Geführte Tour Trekking 700


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