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25 T3  (oft weglos) Dieses Bericht stammt nicht von der Wandersite und wird ungeprüft publiziert.
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Auf der Grenze rund um den Kanton Zürich

  • Hanspeter und Gertrud Schwarz haben den Kanton Zürich in 25 Tages- und Halbtagesetappen möglichst genau an seiner 295 km langen Grenze entlang umwandert. Ihre Erfahrungen geben sie hier gerne weiter - herzlichen Dank! 
  • Gutes Kartenlesen, Abenteuerlust und Kondition sind Bedingung für potentielle Nachwanderer.
  • Was erwartet den Wanderer? Auf jeden Fall ein einzigartiges, spannendes, abwechslungsreiches Erlebnis, das in vielem von üblichen Wanderungen abweicht.
Grenzstein südlich von Kaiserstuhl AG,
                          Bild: Hanspeter Schwarz Grenzstein westlich von Otelfingen, in
                          der Nähe der Hauptstrasse. B = Grafschaft
                          Baden. Auf der Rückseite des Steins ist das
                          Zürcher Wappen eingemeisselt. Bild: Hanspeter
                          Schwarz Grenzstein östlich von Feldbach, oberhalb
                          der Seestrasse. Bild: Hanspeter Schwarz Östlich von Rafz, an der alten Strasse
                          nach Lottstetten. Grenzpfahl von 1897. Bild:
                          Hanspeter Schwarz Nördlich
                          von Wil (ZH). GB = Grossherzogtum Baden. Bild:
                          Hanspeter Schwarz
Webkarte Wanderland Schweiz
digitales Wanderwegnetz 

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Wanderbeschreibung
Die Beschreibung dieser Wanderung weicht von den üblichen Normen ab. Es geht hier mehr um eine Anregung denn um eine Anleitung. Sie enthält nicht die üblichen umfassenden Informationen; es wären zu viele für die gesamte Wanderung. Die Wanderung kann sehr individuell durchgeführt werden; entsprechend individuell sind die Informationsbedürfnisse. Man kann an fast jedem Punkt auf der Grenze einsetzen, man kann auch nur Teilstücke auswählen, man kann alles „am Stück“ absolvieren oder aufgeteilt in Form von Tageswanderungen, und die Länge der Tagesetappen kann fast beliebig gewählt werden.

Der Kanton Zürich gehört zu den Kantonen, die insofern mit gängiger Wanderausrüstung  umwandert werden können, als es kein Gebirge zu überwinden gilt, und selbst dort, wo die Grenze mitten in einem Gewässer verläuft oder Kloster Fahr (AG).
                Die Kantonsgrenze folgt z.T. unmittelbar der
                Klostermauer. Bild: Hanspeter Schwarzentlang von unwegsamen Tobeln, lassen sich Kompromisse finden. Die Länge der Grenze beträgt 295 km. Da die Grenze auf weiten Strecken entfernt von Dörfern sowie Haltestellen des öV verläuft, muss, wenn man tageweise wandert, mit Zusatzstrecken zwischen der Grenze und einer Haltestelle gerechnet werden. Entsprechend gibt es auch Zusatzstrecken für diejenigen, welche unterwegs übernachten möchten. Für viele Teilstücke kann man mit einer normalen Wandergeschwindigkeit rechnen, andere erfordern, bedingt durch das Gelände und das Fehlen von Wegen, das Doppelte bis Dreifache an Zeit.

Nicht vergessen: Der Kanton Zürich hat nicht nur eine äussere, sondern auch eine innere Grenze, nämlich um die zum Aargau gehörende Enklave Kloster Fahr (bei Unterengstringen). Das Kloster Fahr kann man etwa zur Hälfte auf der Grenze (v.a. entlang der Klostermauer) umrunden, die andere Hälfte des Weges liegt im unzugänglichen Klostergelände.

Obschon ein grosser Teil der Wanderung auf Feld- und Waldwegen sowie Strassen verläuft, ist sie insgesamt nur für geübte Wanderer geeignet. Je enger man auf der Grenze geht, also querfeldein und durch den Wald, desto mehr ist sie etwas für gut Trainierte sowie für Abenteuerlustige (spannend ist z.B. je nach Wahl der Variante die Querung der Bahnlinien bei Etzwilen). Eine gute Ausrüstung ist unabdingbar. Die Überwindung von Lägern, Höhronen, Tössbergland und da und dort von unerwarteten Steilhängen erfordert etwas Kondition. Auch die Verpflegung sollte nicht vernachlässigt werden; man gelangt oft den ganzen Tag über nicht in Dörfer, und je nachdem sind die Wirtschaften, so es überhaupt hat, geschlossen.
 
Südlich
                    von Kaiserstuhl AG, die Kantonsgrenze ZH-AG verläuft
                    zwischen Acker und Wiese; Bild: Hanspeter Schwarz
bei Kaiserstuhl ZH/AG
Ein unschönes Stück Grenze quer durch das
                    Limmattal, unter dem Gleisfeld des Güterbahnhofs
                    hindurch, Bild Hanspeter Schwarz
unterhalb Güterbahnhof Limmattal
Bei
                    Ottenbach. Die Grenze verläuft mitten in der Reuss.
                    Schwimmen oder im Weidling bewältigen, beides gegen
                    die Strömung - oder gemütlich dem Ufer entlang
                    wandern.
Reuss bei Ottenbach ZH/AG
Südlich
                    von Maschwanden. Das unscheinbare Hatwilerbächlein
                    ist die Grenze ZH-ZG. Bild: Hanspeter Schwarz
Hatwilerbächlein bei Maschwanden
Bei
                    Ebertswil. Aussicht von der Grenze beim Kappeler
                    Milchsuppenstein auf Baar, Zug und den Zugersee.
                    Bild: Hanspeter Schwarz
bei Ebertswil, Zug und Zugersee

Karten
Die Wanderung erfordert einiges an Planung. Für die Grenzwanderung sind Karten absolut unentbehrlich! Grundlage ist die Wanderkarte Kanton Zürich 1:25‘000 der Zürcher Wanderwege, sämtliche 6 Blätter. Auch die Blätter 1:25‘000 der Landeskarte kommen in Frage. Kleinmassstäbigere Karten sind zu ungenau, wenn man direkt auf der Grenze gehen will. Und doch: Planen lässt sich nie alles. Viele Entscheidungen kann man erst vor Ort treffen. Unterwegs muss man sehr oft die Karte konsultieren, um nicht unversehens vom „Weg“ resp. von der Grenze abzukommen.

Vor allem für den “Zipfel”, der bei Sitzberg in den Kanton Thurgau hineinragt, sowie für die Umrundung des Klosters Fahr, ist es von Vorteil, im GIS des Kantons Zürich (http://www.are.zh.ch) Ausschnitte in einem kleineren Massstab auszudrucken.

Hindernisse und schwierige Wegverhältnisse:
Bei
            Hagenbuch. Mitten durch Gestrüpp und Dickicht - aber genau
            auf der Grenze. Bild: Hanspeter SchwarzMancherorts verläuft die Grenze im Wald, abseits aller Wege, entlang wilder Tobel, über Steilhänge (ja Felswände) hinauf und hinunter, durch tief eingeschnittene Bachbette, in die man zwar hinuntergelangt, aber auf der anderen Seite nicht hinauf, über Stacheldraht- und andere Zäune. Abseits der Wege und Strassen ist stets mit Überraschungen zu rechnen. Es geht oft durch dichten Jungwuchs, durch Dickicht und Dornengestrüpp, über nur mühsam übersteigbare Lagen von Ästen auf dem Waldboden, auf lehmigen Pfaden, durch Sumpfgebiete, etc. Wo die Grenze mitten durch Wiesen und Äcker verläuft, ist die Querung abhängig vom momentanen Stand von Vegetation und Bewirtschaftung (das frühe Frühjahr sowie der Herbst eignen sich aus dieser Sicht am besten für die Wanderung).
Man entdeckt solche Stellen nicht immer in der Karte, sondern häufig erst, wenn man vor ihnen steht, und man muss dann ad hoc entscheiden, wie man sie bewältigen will. Es braucht oft etwas Mut und die Inkaufnahme von Rissen in den Kleidern und von Kratzern, um diese Stellen zu bewältigen. Schmutzig wird man auf jeden Fall.
 
Am
                    Höhronen, beim Dreiländerstein (südlichster Punkt
                    des Kantons Zürich). Dieser steil abwärts führende
                    Lehmweg ist die Kantonsgrenze ZH-SZ.; Bild:
                    Hanspeter Schwarz
Höhronen ZH/SZ
Der
                    scharfe Grat des Tössstocks ist die Grenze zwischen
                    Zürich und St. Gallen; Bild: Hanspeter Schwarz
Tössstock-Grat ZH/SG
Die Grenze
                    verläuft mitten durch den Bichelsee. Man kann diesen
                    genau auf der Grenze durchschwimmen. Bild: Hanspeter
                    Schwarz
Bichelsee, Grenze ZH/TG
Südöstlich
                    von Hagenbuch verläuft die Kantonsgrenze ZH-TG
                    geradeaus zwischen den beiden Äckern. Bild:
                    Hanspeter Schwarz
bei Hagenbuch, Grenze ZH/TG
Südöstlich
                    von Gisenhard verläuft die Grenze entlang eines sehr
                    nassen Moors. Bild: Hanspeter Schwarz
Moor bei Gisenhard

Entdeckungen und Erlebnisse:
Man gelangt in attraktive „Ecken“ des Kantons, die man sonst kaum gezielt aufsuchen würde, man entdeckt eine riesige Vielfalt von Grenzsteinen verschiedenen Alters (datiert von 1728 bis in die Neuzeit), es gibt schöne und interessante Sehenswürdigkeiten in grosser Zahl, und die Natur – mancherorts eine Wildnis – hält viele Überraschungen bereit. Schöne Gebäude und Dörfer, seltene Blumen, Pilze, Tierbeobachtungen, attraktive Aussichtspunkte, lauschige Picknickplätzchen abseits aller „Heerstrassen“ gibt es zuhauf. Auch Kuriositäten gibt es, die man erst auf der Wanderung so richtig wahrnimmt. Zum Beispiel die vielen kleinräumigen Richtungsänderungen der zürcherischen Grenze, vor allem im Nordosten des Kantons, vermitteln manchmal den Eindruck, dass man kaum vorwärtskommt (man geht bis zum 2.5-Fachen der Luftlinie zwischen Ausgangs- und Endpunkt). Die Umrundung von Ausstülpungen der Grenze (z.B. bei Dietikon und bei Sitzberg) ist ein Ding für sich: man geht mehrere Stunden und befindet sich dann nur wenige hundert Meter vom Ausgangspunkt entfernt.

Wir selber haben die Wanderung in 25 Etappen durchgeführt, davon waren ein halbes Dutzend Halbtageswanderungen. Wir sind tageweise gewandert; die Etappenlängen haben sich aus der Erreichbarkeit von öV-Haltestellen ergeben. Wir haben den Kanton, mit Start in Kaiserstuhl AG, im Gegenuhrzeigersinn umrundet (um als abschliessende „Dessert-Etappe“ dem Rhein entlang zu spazieren).

Hanspeter und Gertrud Schwarz, Aathal
September 2012
 
Am
                    Rheinfall steht der Fels mit der Schweizerfahne auf
                    der Kantonsgrenze. Bild: Hanspeter Schwarz
Rheinfall als Kantonsgrenze ZH/SH
In Nohl ist die
                    Kantonsgrenze auch die Landesgrenze. Sie verläuft
                    entlang des linken Strassenrandes. Bild: Hanspeter
                    Schwarz
Nohl: Landesgrenze zu D
Südöstlich von
                    Rafz. Wald, Dickicht, Gestrüpp, Brombeerranken,
                    Brennnesseln - und mitten hindurch verläuft die
                    Kantonsgrenze. Bild: Hans Schwarz
Grenze im Wald bei Rafz
Beim
                    Zollamt nordwestlich von Hüntwangen. Die Grenze
                    verläuft zwischen dem Stoppelfeld und der Wiese.
                    Bild: Hanspeter Schwarz
Grenze bei Hüntwangen
Grenzstein auf dem Schnebelhorn (höchster Punkt
                    des Kantons Zürich). Bild: Hanspeter Schwarz
Grenzstein Schnebelhorn


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PS: Wer diesen Trek nachgewandert ist und seine Erfahrungen weitergeben möchte, melde sich bitte bei: info@wandersite.ch.