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Schaffhausen - Baselder grünen Grenze entlang (ViaRhenana) |
![]() Rheinufer bei Rekingen |
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Die Strecke auf ihrer ganzen
Länge zu begehen ist nämlich eine besondere Herausforderung:
Zwar verläuft sie grösstenteils eben, doch wer es sich in den
Kopf setzt, in maximal fünf Tagen Basel zu erreichen, legt Etappen
zwischen 25 und 35 Kilometer zurück und sinkt abends mit schweren
Beinen ins Hotelbett. Kommen dazu noch ein oder zwei verregnete Tage, so
wird die Tour auch schon mal zur Willensübung.
Text: Reto Westermann
Touren-Charakteristik:
Der Rhein-Wanderweg zwischen
Schaffhausen und Basel verläuft direkt am Flussufer. Geübte Langstreckenwanderer
schaffen die 120 Kilometer in vier bis fünf Tagen, wer es gerne gemütlicher
nimmt, rechnet mehr Zeit ein oder benutzt zwischendurch Bahn und Bus. Gute
Trekkingschuhe sind zu empfehlen. Auf das Mittragen von Proviant kann verzichtet
werden, da Restaurants und Läden fast überall mit kleinen Abstechern
von der Route weg zu finden sind. In den grösseren Ortschaften, wie
Hohentengen, Zurzach, Waldshut; Bad Säckingen oder Rheinfelden, finden
sich auch Hotels und Privatunterkünfte.
Beste Wanderzeit:
Der Wanderweg ist ganzjährig
begehbar. Im Frühjahr bei Hochwasser sind Umwege in Kauf zu nehmen
(ausgeschildert). Besonders empfehlenswert ist die Zeit zwischen Herbst
und Frühjahr, da dann wenig Betrieb herrscht und die kahlen Bäume
die Sicht auf den Fluss freigeben.
Alle Ortschaften entlang der Route sind mit Bahn und Bus entweder auf Schweizer oder Deutscher Seite problemlos erreichbar. Der Weg ist gut ausgeschildert, die Schweizer Wanderkarten erleichtern aber die Routenplanung.
Tipp:
Wer die Wanderung zwischen
Oktober und April unternimmt, kann zwar nicht im Rhein baden, dafür
am Abend in einem der Bäder an der Strecke ausspannen. Zurzach und
Rheinfelden bieten moderne Thermalbäder mit Wellness- und Saunabereich,
Waldshut ein Schwimmbad mit Blockhaussauna.
Die Etappen
1. Tag:
Route: Schaffhausen CH 404 m - Rheinfall
359 m (1 h) - Ellikon 347 m (3.30 h) - Eglisau CH - Hohentengen D
Die erste Etappe führt
von Schaffhausen ins deutsche Hohentengen am Rheinfall vorbei. Morgens
um acht Uhr herrscht an diesem Ausflugsziel noch Einsamkeit pur: Die Stühle
im Ausflugsrestaurant sind leer, die Fensterläden der Jugendherberge
geschlossen und auf dem Carparkplatz herrscht gähnende Leere. Einzig
ein Gemüsehändler beim Lieferanteneingang des Restaurants verbreitet
etwas Betriebsamkeit.
Der Wanderweg führt
über die Besuchertreppe direkt an den tosenden Wassermassen vorbei.
Unten am Ende der Treppe bei der Schiffsanlegestelle verlässt die
Wanderroute die Treppe und zweigt auf einen schmalen Pfad, der rasch zwischen
den Bäumen verschwindet.
Schon nach der ersten Flussbiegung
kehrt Stille ein. Eine Stille, die den Wanderer über fast die ganze
Strecke begleiten wird. Und das obwohl der Rhein zwischen Schaffhausen
und Basel grösstenteils durch dicht besiedeltes Gebiet fliesst. Der
Lärm von Bahnlinien, Strassen, Siedlungen und Industrieanlagen wird
durch einen dicht bewaldeten Uferstreifen abgehalten – Fluss und Uferzone
bilden eine einzige, fast 100 Kilometer lange Ruheoase. Es scheint, als
ob es beim Wandern entlang des Rheins das dicht besiedelte Grenzgebiet
zwischen der Schweiz und Deutschland nicht gäbe. Nur wer einen Abstecher
ins «Landesinnere» macht – etwa um Proviant zu kaufen - wird
während der Wanderung vom normalen Leben eingeholt.
Ganz zur Stille passt auch die kleine Fähre bei Ellikon, rund zehn Kilometer unterhalb des Rheinfalls. An einem über den Fluss gespannten Drahtseil befestigt, nutzt sie die natürliche Kraft des Wassers und gleitet, nur von einem leichten Rauschen begleitet, ans andere Ufer.
Unterkunft: Privatzimmer bei Familie Burger, Auenweg 43, Hohentengen, Tel. 0049 7742 55 84.
2. Tag:
Route: Hohentengen - Zurzach CH (Thermalbad)
- Waldshut D
Auch die zweite Etappe von
Hohentengen
nach Waldshut hält lange stille Abschnitte bereit. Angesichts der
zahlreichen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, die das dich bewaldete Schweizer
Ufer säumen, wirkt diese Stille manchmal fast gespenstisch. Die Bunkertüren
und Geschütztürme sind zwar längst zugeschweisst, doch der
Rhein bildet weiterhin die grüne Grenze zwischen Deutschland und der
Schweiz.
In Stein gemeisselte Schweizer
Kreuze auf der einen und auf Blechtafeln aufgemalte Deutsche Bundesadler
auf der anderen Seite sind heute die einzigen sichtbaren Zeichen. Gleich
bleiben sich auf beiden Flussufern nur die Wanderwegweiser: Schwarze Schrift
auf gelbem Grund, daneben das Wappen des jeweiligen Schweizer Kantons,
der sie – auch in Deutschland - montiert hat.
Unterkunft: Hotel Waldshuter Hof, Kaiserstrasse 56, Waldshut, Tel. 0049 7751 20 08.
3. Tag:
Route: Waldshut - Kraftwerk Laufenburg
- Bad Säckingen - Rheinfelden CH
Am dritten Wandertag, zwischen Waldshut und Rheinfelden, wird die Stille, an die man sich bereits gewöhnt hat, erstmals seit dem Rheinfall für längere Zeit durchbrochen. Und wieder ist es das tosende Geräusch von Wasser. Doch diesmal verursacht nicht ein natürliches Hindernis den Lärm, sondern die fünf Flusskraftwerke, die in diesem Abschnitt die Kraft des Flusses nutzen. Das angestaute Wasser wird durch Turbinen gepresst und schiesst mit grosser Kraft wieder ins Flussbett zurück. Die Kraftwerksbauten selbst erinnern an die Zeiten, als elektrischer Strom noch etwas Spezielles war. Die damaligen Architekten schufen Gebäude, die die neue Technik in Szene setzten. Das Kraftwerk Laufenburg beispielsweise, aus massiven Steinquadern gefügt, wirkt wie eine Mischung aus Burganlage und Kloster.
Unterkunft: Seminarhotel Schützen, Bahnhofstrasse 19, Rheinfelden, Tel. 061 836 25 04.
4. Tag:
Route: Rheinfelden - Kaiseraugst -
Schweizerhalle - Birsfelden - Rheinhafen - Basel CH
Auf der letzten Etappe zwischen Rheinfelden und Basel schliesslich, bleibt die Stille nach und nach zurück. Hinter hohen Stacheldrahtzäunen kurven Lastwagen und Gabelstapler auf den Arealen der chemischen Industrie herum. Und bei Schweizerhalle macht ein Schild unmissverständlich klar, dass man hier als Wanderer nur noch geduldeter Nutzer des auf Ciba-Firmengelände liegenden Pfades ist.
Doch die Industrie sorgt auch für spannende Momente: Bei Birsfelden führt der Wanderweg ganz offiziell direkt durch den Rheinhafen, unter den Fahrgestellen der Kräne hindurch, die den Wanderer zum Zwerg stempeln. Nach einem letzten ruhigen Wegstück durch den Wald westlich der Hafenanlagen, kreischt schliesslich das erste grüne Basler «Drämmli» um die Kurve. Nach fast 120 Kilometern will es einem der Kopf nicht zugeben, sich einfach in die Trampolster sinken zu lassen. Und so führen die letzten fünf Wegkilometer durch Wohnquartiere, unter Autobahnbrücken hindurch, am neuen St. Jakobsstadion vorbei und durch einen Autotunnel zum Bahnhof Basel SBB. Hier steigert sich der Lärm fast zum Crescendo und befremdende Blicke treffen den Wanderer mit Rucksack und schweren Schuhen – und plötzlich wünscht man sich die Stille und Einsamkeit der ersten hundert Wanderkilometer zurück.
Via Rhenana - Wandern ohne Gepäck
Package
à la carte von http://www.swisstrails.ch
mit reservierter Übernachtung im Hotel (Luxus oder Budget), Gepäcktransport
und Wanderdokumentation.
Sie wandern auf eigene Faust
und so viele Tage Sie wünschen!
Aus dem Prospekt:
Die ViaRhenana folgt dem Rhein vom Bodensee nach Basel durch die unterschiedlichsten, vom Wasser geprägten Naturräume. Im Mittelalter wurden an den Schlüsselstellen des historischen Wasserweges Klöster und Städte gegründet. Heute sind sie Kulturstätten von europäischer Ausstrahlung. Auf der ViaRhenana zwischen Kreuzlingen und Basel bestimmen Kultur und Natur am Rhein noch heute gleichermassen die Landschaft wie der Rhein - fall, das am häufigsten besuchte Ausflugsziel der Schweiz.
Man kann mit «SwissTrails
à la carte» auch an jedem beliebigen Etappenort starten resp.
enden und Etappenorte resp. Anzahl Reisetage frei wählen. Und den
Wasserweg Untersee und Rhein von Kreuzlingen bis Schaffhausen kann man
mit
SwissTrails sogar im Kanu
erkunden.
Zusätzlich zum Routenführer
gibt es ein reichhaltiges Kulturpaket.
Eine Zusammenarbeit zwischen
ViaStoria – Kulturwege Schweiz und Swisstrails.
Die Etappenvorschläge:
| Schaffhausen | Zurzach | Kaiseraugst |
| Rheinfall | Waldshut | Birsfelden |
| Eglisau | Bad Säckingen | Basel |
| Hohentengen | Rheinfelden |
Dokumentation