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195
Wandertage Schwierigkeit Wanderland-Karte
Webcam Pesciüm
Eingesandt von Walter Fischer
14 T2 - T3
Wanderland-Karte Webcam Pesciüm Diese Route stammt nicht von der Wandersite und wird ungeprüft publiziert.
-

Weitwanderung in 14 Tagesetappen* vom Tessin via Obergoms und Grimsel ins Berner Oberland

* immer mit Hund und zumeist ohne Gepäck bzw. mit Gepäcktransport.

Das Ehepaar Fischer gibt seine Erfahrungen gerne an Interessierte weiter; herzlichen Dank!

Abzweigung Cavanna;
                    Bild W.Fischer


Die einzelnen Etappen:Wanderland-Karte mit Wanderwegnetz

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Charakteristik, Verpflegung, Gepäcktransport
Spezielle Hinweise, wenn der Hund mitkommt, sind im Anhang zu finden. Im Übrigen gibt es keine einzige Etappe, welche „aus Rücksicht auf den Hund“ speziell ausgewählt wurde, ohne Hund hätten wir die gleiche Route gewählt.
Verzeichnis Wanderkarten, Spezielle Anmerkungen zu Wandern ohne Gepäck / Wandern mit Hund: siehe Anhang.

Wanderroute:
Rund ums Bedrettotal mit Abstecher nach Italien und zum Gotthard, weiter über Corno-Gries / Nufenenpass ins Obergoms, über die Grimsel zum Oberaarsee, über Guttannen / Meiringen ins Berner Oberland zur Grossen Scheidegg, zur Kleinen Scheidegg mit Endpunkt Lauberhorn.
Für die Etappenverbindung zwischen Oberwald und Grimsel sowie zwischen Guttannen und Meiringen haben wir uns für Postauto + Bahn entschieden. Man kann natürlich auch diese Strecken laufen…

Übernachtung in Berghäusern und kleinen, familiären Hotels. Überall Hunde akzeptiert.

Charakteristik:
14 fortlaufende, teils anspruchsvolle Tageswanderungen von 4 – 7h auf rot-weiss markierten Berg-wanderwegen. Einige ausgesetzte Stellen, Schneefelder noch im August. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich (T2 - T3). Die Route kann beliebig variiert werden, insbesondere auch wegen der guten Verbindungen mit ÖV.

Ein paar Anmerkungen zu den Wandergebieten.
Die beschriebene Route verläuft durch drei sehr unterschiedliche Tourismusgebiete. Der erste Teil im Val Bedretto ist ein touristisch bescheiden ausgebautes Gebiet. Viele Pfade sind sehr einsam. Umso bemerkenswerter ist die hervorragende Erschliessung mit dem Postauto. In welche Richtung man ausschweift, fast immer gelangt man mit dem ÖV problemlos wieder an den Ausgangsort zurück.
Der zweite Teil ins Oberwallis und über das Grimselgebiet ist geprägt einerseits von den Passstrassen und andererseits über die Grimsel von der Nutzung der Wasserkraft. Allüberall kann das geübte Auge diese Nutzung erkennen, jedoch bietet sich dem Bergwanderer trotzdem eine herrliche Bergwelt. Dank dem roten Faden, dem man mit der Passstrasse folgt, kann auch hier die Route mittels ÖV vielfältig variiert werden.
Der dritte Teil letztendlich ist natürlich touristisch „über-erschlossen“. Die gewaltige Bergwelt des Berner Oberlandes zieht scharenweise Touristen an. Herbeigelockt durch geschicktes Marketing, das jedem Europareisenden ins Hirn meisselt „ohne auf dem Jungfraujoch gewesen zu sein, die Welt nicht gesehen zu haben“. Zum Glück kommen die Menschen jedoch nicht mit Individualverkehr sondern ausschliesslich durch Bahnen und Postauto. Das reduziert natürlich die negativen Einflüsse gewaltig! Es ist hingegen immer wieder erstaunlich, wie wenig man von diesem Massentourismus merkt, wenn man sich nur schon ein paar Gehminuten von diesen Hauptströmen entfernt. Deswegen ist es keineswegs so, dass man sich ständig im Disneyworld wähnt.


Die Etappen habe ich zusammengestellt auf Basis der offiziellen Wanderkarten der Schweizer Wanderwege. (Verzeichnis siehe Anhang). Diese Karten mitzuführen ist sehr empfohlen. Auch wenn die Wege fast immer gut markiert sind, sind doch viele Möglichkeiten sich zu verlaufen.
Wanderroute und Wanderzeiten sind grob beschrieben. Die Zeitangaben richten sich in etwa nach den offiziellen Angaben. Die Gesamtwanderzeit pro Tag habe ich eher grosszügig angegeben, jedoch selbstverständlich ohne Rast.


Die Route eignet sich für alle trittsicheren und schwindelfreien Bergwanderer mit guter Kondition. Es gibt keine Kletterpartien aber mehrere schwierige, lange, anspruchsvolle und teils steile Blockfelder zu meistern (Etappe 4 Bocchetta Valmaggia, und Etappe 8 Sidelhorn).

Die Anreise mit ÖV ist sehr einfach und bequem. Bis Airolo mit der Bahn und ins Bedrettotal mit dem Postauto. Das Val Bedretto ist hervorragend mit dem Postauto erschlossen. Das Tal gehört noch zum Verbund Postauto Berner Oberland.
http://www.postauto.ch

Wir sind zumeist (fast) ohne Gepäck gewandert. Infos siehe Bemerkungen im Anhang. Für die ersten Tage kann ohnehin mit leichtem Tagesrucksack gewandert werden, da man abends wieder an den Ausgangsort zurückkehrt. Auch für die Tagestour von Ronco nach Robiei mit Übernachtung dort, genügt bei gutem Wetter ein kleiner Tagesrucksack.
Auch die weiteren Routen bieten oft Möglichkeit, das Gepäck transportieren zu lassen. Diese sind in den Tagesetappen erwähnt. Generell gilt aber: so wenig wie möglich mitnehmen. Für eine Tour von zwei Wochen in alpinem Gebiet gelingt es uns aber nie, unter 12kg zu kommen. Es muss ja immer auch im Sommer mit einem „Wintereinbruch“ gerechnet werden.



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Die Etappen:

Anreise: Bahn nach Airolo, Bus Airolo - Ronco (Bedretto) im Tessin:  Fahrplan
Rückreise: Jungfraubahn ab Kleine Scheidegg BE


1. Wandertag:

Die ersten Tage sind wir im und rund ums Bedrettotal gewandert. Die Gegend bietet alles, was des Bergwanderers Herz höher schlagen lässt. Zumeist auf eher einsamen Pfaden trifft man auf eine herrliche Bergwelt mit wunderbaren Aus- und Fernblicken. Die Blumenpracht war – noch Mitte August! – dank des schneereichen Winters ausserordentlich. An schattigen Stellen lag auf Höhen über 2500m noch manchmal Schnee. Die Schneefelder queren ist jedoch kaum schwierig, zumeist ist der Schnee ab Mittagszeit weich.

Geschlafen haben wir im kleinen „Hotel Stella Alpina“ in Ronco und, ein paar km weiter Richtung Nufenenpass im Weiler All Acqua im Ristorante „All’Acqua“  Ersteres liegt hübsch und auch tagsüber sehr ruhig im kleinen Dörfchen an der alten Passstrasse zum Nufenenpasss, letzteres an der Passstrasse zum Nufenenpass, die Nachts jedoch kaum ein Auto sieht. Beide kleinen, familiären Hotels können wir empfehlen. Sie bieten Storno bis zwei Tage zuvor kostenlos. Und beide sind hervorragend gelegen für die Entdeckung des Tales und der Umgebung. Direkt vom Übernachtungsort ist man sofort mitten in der Natur auf den Bergwegen. Das liebliche Val Bedretto bietet eine Fülle von Wander- bzw. Bergwegen. Allein von hier aus könnte zwei Wochen lang täglich eine andere Route gewählt werden.

Route: Ronco 1487m - Alpe Pesciora 1938m - Capanna Piansecco 1988m - Ronco 1487m. Total ca. 3h30

Anfahrt nach Ronco, via Airolo. Da blieb uns noch der ganze Nachmittag um einen ersten Ausblick über das Tal zu erwandern. Von Ronco am Südhang des Val Bedretto steil hinauf zur Alpe Pesciora und der Höhenkurve entlang zur Capanna Piansecco (SAC Belinzona). Hier kann man natürlich auch übernachten. Oder eben wieder hinunter nach All’Acqua und zurück nach Ronco. Übernachtung im Hotel Stella Alpina. Postauto Haltestelle direkt vor dem Haus.
Links
Alpe
                  di Pesciora oberhalb Ronco (Bedretto); Bild:
                  W.Fischer
Alpe di Pesciora
Alpe
                  di Pesciora oberhalb Ronco (Bedretto); Bild:
                  W.Fischer
Wegweiser Alpe di Pesciora
Alpe
                  di Pesciora oberhalb Ronco (Bedretto); Bild:
                  W.Fischer
Aussicht Alpe di Pesciora



2. Wandertag:
Ronco - Ossasco

Route: Ronco 1487m – A. Cristallina 1800m  – Pesciüm 1745m – (Seilbahn nach Airolo hinunter) und von der Talstation nach Ossasco; Total ca. 5h30


Die Passstrasse zum Nufenenpass queren und gleich nach der Brücke am nordwärts gerichteten Hang des Val Bedretto durch herrlichen Wald sanft und stetig hinauf bis zur Alpe Cristallina. In leichterem Auf und Ab immer zwischen 1700 und 1800m östwärts bis zur Alpe Pesciüm (ein hübsches kleines Seelein – perfekt für die Mittagsrast -  liegt auch noch am Weg) und weiter zur Bergstation der Seilbahn (Restaurant Pesciüm), die hinunter führt nach Airolo. Von der Talstation auf hübschen Wegen, zumeist durch Wald dem Tal entlang zurück Richtung Bedretto.
Von Ossasco zurück nach Ronco haben wir dann den PTT Bus genommen.


Man kann aber auch abkürzen und schon von der Talstation bei Airolo den Bus nehmen. Die Wanderung dem Talhang entlang aber ist sehr hübsch und lohnt sich. Von der recht nahen Strasse kriegt man kaum etwas mit.
Links
Alpe Cristallina; Bild: W.Fischer
Alpe Cristallina
Alpe Cristallina; Bild: W.Fischer
Alpe Cristallina
Alpe Cristallina; Bild: W.Fischer
Purpur-Enzian Alpe Cristallina
Pesciüm; Blick
                  auf Nante; Bild: W.Fischer
Pesciüm; Blick auf Nante

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3. Wandertag:
Ronco - Gotthardpass

Route: Ronco 1487m -
Alpe Pesciora 1938m - Pt. 2015m - Alpe di Fieud 2045m - S.Gotthardpass 2091m. Total ca. 4h

Von Ronco wie am Tag 1 hinauf zur Alpe Pesciora.
Von dort auf hübschem Pfad ostwärts, immer etwa auf 2000m hoch über dem Tal zum Pt. 2015m. Dort trifft man auf den breiten Höhenweg, dem man folgt bis nach der Alpe di Fieud.
Dieser Höhenweg führt – wohl hoch über dem Tal und einsam - aber leider ein sehr langes Stück auf einem breiten, unattraktiven steinigen Fahrweg. Die schönen Ausblicke entschädigen aber…

Bei der Alpe di Fieud trennt sich der Weg: hinunter geht’s zur Gotthardpassstrasse (Postautohalt), wir aber gehen links weiter Richtung "Gotthard Passhöhe / Hospiz" (dies ist der schönste Abschnitt). Es geht dann zwar noch ein rechtes Stück entlang der lärmigen Passstrasse (Galerie). Aber schon bald ist das Gotthard Hospiz erreicht.

Auf dem Gotthardpass haben wir Zeit genug bis zur Abfahrt mit dem Postauto nach Airolo, um das Nationale St. Gotthardmuseum zu besuchen (tägl. geöffnet). Das Postauto (letzter Kurs 16h20) bringt uns zurück zum Bahnhof Airolo, mit Anschluss nach Ronco.
Mit Postauto zurück nach Ronco.
Links
Ronco; Bild: W.Fischer
Ronco frühmorgens
Cna dei
                  Sterli; Bild W.Fischer
Cna dei Sterli, Höhenweg
Abzweigung
                  Cavanna; Bild W.Fischer
Abzweigung Cavanna
Blick ins
                  Valle Leventina; Bild: W.Fischer
Blick ins Valle Leventina




4. Wandertag:
Alpe Cruina - Robiei
(T3)
 
Route: Alpe Cruina 2002m – Cap. Corno Gries 2338m – Passo San Giacomo 2313m (Italien)
Laghi Boden 2342mBocch. Valmaggia 2635m – Robiei 1891m. Total ca. 7h

Wir wandern – für eine Übernachtung - nur mit leichtem Gepäck.

Mit dem Postauto in ein paar Minuten schon frühmorgens bis zur Haltestelle Alpe Cruina, wo der Wanderweg von der Nufenen Passstrasse wegführt.
Der Bergweg führt ab Haltestelle in 1 Stunde hinauf zur Cappanna Corno Gries (SAC). Dort nehmen wir den Höhenweg links, der Flanke ostwärts entlang immer um gut 2200m Höhe nach San Giacomo mit seiner hübschen, einsamen Kapelle.

Über den sanften und lieblichen Passo San Giacomo queren wir die Grenze zu Italien. Kein Zöllner weit und breit, dafür herrliche Alpenflora im ganzen Gebiet. Bald sehen wir unter uns die zwei Seelein „Laghi Boden“, zu denen wir über ein Schneefeld hinunter gelangen. Richtung Osten sehen wir bereits hinauf zur Bocchetta di Valmaggia.

Blockfelder bei der Bocchetta di Val Maggia, Bild:
              W.FischerNachdem wir bis hierher durch eine traumhafte Alpenflora gewandert sind, gibt es ab hier: Nur noch Steine, Blöcke! Der Aufstieg von den Seelein her wird recht steil und anspruchsvoll. Die Markierungen sind nur richtungsweisend, über Blockfelder muss man sich seinen Weg suchen. Von der wilden Bocchetta, wo wir wieder die Grenze zur Schweiz passieren, geht es lange, nicht enden wollend und immer über Blockfelder hinunter.

Von hoch oben schon erhascht man tief unten Robiei. Dort steht der grosse Rundbau, der einst Unterkunft für die Arbeiter des Staudammes Lago di Robiei war. Das Hotel ist eine einfache, gut geführte Unterkunft (DZ) mit Halbpension. Das Essen war sehr gut.

Links
von der
                  Cap. Corno Gries Richtung San Giacomo; Bild:
                  W.Fischer
Cap.Corno Gries - S.Giacomo
beim Passo San Giacomo; Bild W.Fischer
beim Passo San Giacomo
Laghi
                  Boden, Bild W.Fischer
Laghi Boden
Bocchetta di Val Maggia, Bild W.Fischer
Bocchetta di Val Maggia
Blick
                  hinunter nach Robiei; Bild W.Fischer
Blick auf Robiei

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5. Wandertag:
Robiei - Cristallinapass - All'Acqua

Route: Robiei 1891m – Lago Sfundau 2392m – Passo und Capanna Cristallina SAC 2568m – Alpe di Cristallina 1800m – Alpe di Valleggia 1674m – All’Acqua 1614m

Heute geht es von Robiei zurück ins Bedrettotal. Unser Tagesziel ist der Weiler All’Acqua mit dem gleichnamigen kleinen Hotel und dem gut frequentierten Restaurant. Das Gepäck haben uns die Wirtsleute vom All’Acqua tags zuvor in Ronco kostenlos abgeholt!

Zuerst ein schönes Stück auf dem Fahrweg dem Robiei-Stausee entlang. Der Weg steigt höher, bald zweigt der Bergweg ab, hinauf zum Pt. 2341m. Weiter geht es hoch entlang über dem Lago Sfundau, der noch grosse Eisschollen trägt.

Auf schönem Pfad Richtung Cristallinahütte, die uns schon lange mit der Fahne zuwinkt. Dort, im modernen Neubau, kann man natürlich auch übernachten. Wir stärken uns bei einer tollen Minestrone – und nehmen den Weg unter die Füsse, sanft absteigend das Val Torta hinunter zur Alpe Cristallina. Dort treffen wir auf den Bergweg, den wir am 2. Wandertag schon gegangen sind.

Wir wandern aber diesmal nicht nach Ronco, bleiben stattdessen länger auf der Höhe und wandern später durch den schönen Wald sanft hinunter nach All’Acqua, zum Ristorante Albergo All’Acqua.

Saubere gute Zimmer, gutes Essen. Obschon an der Nufenenstrasse gelegen, ist es dort ab Abend total ruhig! Die Postauto Haltestelle liegt direkt vor der Nase.

Links
Blick zum
                  Basodino; Bild W.Fischer
Blick zum Basodino
Pioda; Bild
                  W.Fischer
Pioda
Lago
                  Sfundau; Bild W.Fischer
Lago Sfundau
nach Cristallinapass, im Hintergrund der
                  Basodino; Bild W.Fischer
hinter dem Cristallinapass



6. Wandertag:
nochmals ein Abstecher (Rundweg) nach Italien!

Route: All’Acqua 1614m – Stabilascio 1914m – Alpe di Formazzora 2128m – San Giacomo und Passo S. Giacomo 2313m (Grenze) – über dem Lago Toggia zum Rifugio Maria Luisa CAI 2180m – Laghi Boden (wie Tag 4) – zurück zum Passo S. Giacomo und den gleichen Weg wie beim Anstieg hinunter nach All’Acqua. Total ca. 6h.


Die Gegend um die Kapelle San Giacomo und den Pass ist so sanft und liebenswert, dass sich ein zweiter Besuch mehr als lohnt. Obschon bereits Mitte August, wanderten wir zwischen All'Acqua und Passo San Giacomo durch herrliche Blumenwiesen.

Über dem Stausee Lago Toggia geht es zum Rifugio Maria Luisa, das gerade rechtzeitig zur Mittagszeit einlädt (mit typisch italienischer Küche wie Risotto, Polenta in allen Varianten!!). Also, ein paar Euro nicht vergessen! Das freundliche Mädchen hat uns aber erklärt, sie hätte auch harte Franken genommen.


Zurück geht es auf der Ostseite des Stausees, heisst Umrundung (oder auf gleichem Weg zurück – 1h), wo wir bei den kleinen Seen Laghi Boden auf den Weg treffen, der uns vor zwei Tagen zur Bocchetta Valmaggia geführt hat. Zurück durch die Blumenfelder nach San Giacomo und hinunter nach All’Acqua.

Links


Alpe
                  di Formazzora; Bild W.Fischer
Alpe di Formazzora
Alpe di Formazzora; Bild W.Fischer
Blumenwiese Alpe di Formazzora
Capella di San Nicolao, San Giacomo; Bild
                  W.Fischer
Capella di S.Nicolao, San Giacomo
Hauswurz; Bild
                  W.Fischer
Hauswurz
Capella
                  di San Nicolao, San Giacomo; Bild W.Fischer
von Alp zu Alp

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7. Wandertag:
Alpe Cruina - Ladstafel / Ulrichen

Alpe Cruina 2002m – Cap. Corno Gries 2338m – Pt. 2525m – Mändeli 2498m über Stocke hinunter nach Ladstafel 1925m (Postauto Haltestelle). Wer noch Lust hat weiter das Ägenetal sanft hinunter bis Ulrichen 1346m. Bis Ladstafel total ca. 3h45, bis Ulrichen + 1h45

Diese Wanderung ist von A bis Z ein Genuss!
Nach der Cap. Corno Gries folgt ein herrlicher Alpengarten, ein Blumenteppich nach dem anderen. Dazu die Ausblicke vom Mändeli oben zum Blinnenhorn und Ofenhorn, zum immer noch mächtigen Griesgletscher, zum Greifen nah. Eine Kulisse, von der man sich fast nicht trennen kann.

Beim Weitergehen Richtung Norden zum Nufenenpass hin, taucht mit einem Mal ein futuristisches, in dieser einsamen Bergwelt fast unwirkliches riesiges Windrad auf. Das Windrad am Gries ist die höchstgelegene Windenergie Europas auf 2465 m.ü. M. Hier wird seit 2011 Windenergie produziert. Weitere Windräder sollen folgen.


Von hier an führt der Pfad recht steil hinunter – bald sieht man unten die Nufenen Passstrasse, die alsbald gequert wird. Sanft dem Hang entlang gelangen wir zur Postautostation Ladstafel. Wunderbar hier ist die alte Steinbrücke über die Ägene aus dem Jahre 1761.
Auf Voranmeldung (am Vortag bis 16h Tel 058 448 20 08) kann man sich die Fahrt (ab Nufenen Passhöhe oder Ladstafel) reservieren. Leider – haben wir dies am Vortag getan - und absagen geht dann nicht mehr. Sonst wären wir bestimmt noch bis Ulrichen gelaufen. Das schöne Tal hinunter haben wir somit verpasst…

Gepäcktransport:
Da das Wetter gut war, wir keine Sorgen betreffend der Wetterlage hatten, konnten wir den Grossteil des Gepäcks in All’Acqua in den einen Rucksack packen (wir hatten zusätzlich zu unseren grossen Säcken einen dritten, sehr leichten kleinen Tagesrucksack für solche Möglichkeiten dabei). Den einen grossen Rucksack konnten wir beim Besteigen des Postautos gegen eine geringe Gebühr dem Postautochauffeur mitgeben. Voraussetzung dazu ist, dass das Gepäckstück pünktlich zum Postautohalt, in unserem Falle "Hotel Nufenen Ulrichen" von jemandem abgeholt wird. Das klappte denn auch wunderbar.

„Ja, selbstverständlich machen wir das für Sie!“ Bei unserer Ankunft war der Rucksack schon auf dem Zimmer. Es ist aber zu beachten, dass der Postautochauffeur weiterfährt mit dem Gepäck, wenn niemand an der Haltestelle zum Abholen bereit ist!!!  Deshalb muss man sich schon gut und lieber zweimal vergewissern, dass Zeit und Ort abgestimmt werden. Aber wenn man mit den Leuten redet, öffnen sich viele Möglichkeiten! Adressetiketten am Rucksack nicht vergessen!

Übernachtet haben wir im Hotel Nufenen in Ulrichen - eine ganz gute Adresse! Ungekünstelte Liebenswürdigkeit im schönen kleinen Hotel, sehr persönlich. Hervorragend gute Küche (Halbpension) zu sehr vernünftigen Preisen. Sehr zu empfehlen. Abends total ruhig.

Links


Richtung
                  Cornopass; Bild W.Fischer
Cornopass
beim
                  Mändeli; Bild W.Fischer
Mändeli
beim
                  Mändeli; Bild W.Fischer
beim Mändeli
Windrad beim
                  Mändeli; Bild W.Fischer
Windrad beim Mändeli
über dem
                  Griessee; Bild W.Fischer
über dem Griessee


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8. Wandertag:
Grimselpass - Berghaus Oberaar
(T3)
 
Route: Grimselpass 2164m – Hüsegghütte 2441m – Sidelhorn 2764m – Triebtenseelicke 2639m – Triebtenseewli 2356m – Bäregg 2451m – Berghaus Oberaar 2338m. Total ca. 3h45

Von Ulrichen zum Grimselpass sind wir schon mehrmals und auf verschiedenen Routen gewandert, weshalb wir dieses Wegstück ausliessen und stattdessen bis Oberwald den Zug und anschliessend das Postauto bis zur Grimsel Passhöhe nahmen.

Wir sind froh, am heutigen schönen Tag dem Freizeitrummel auf der Grimsel-Passhöhe entfliehen zu können. Und es ist ja immer wieder wunderbar: ein paar Minuten laufen – und schon ist man allein! Stille um uns herum. Nur schnaufen, ja das muss man beim Aufstieg zum Sidelhorn! Ein grosser Steinklotz türmt sich vor uns auf, grosse Blöcke, durch die man sich den Weg suchen muss. Aber gefährlich ist es nicht. Einfach mit Ruhe, Block um Block in die Höhe.

Oben auf dem Sidelhorn die Belohnung: ein herrlicher Rundblick, hinunter zum Tessin, ins Wallis und über die Zenralalpen. Beim Gipfelkreuz lässt es sich schön rasten. Der Grimselverkehr ist weit weg…

Der Abstieg Richtung Westen zur Triebtenseelücke und schliesslich zum Triebtenseewli führt grösstenteils auch über Blockfelder. Beim Abstieg ist natürlich wie immer noch mehr Vorsicht geboten. Nur der Hund, der hat‘s offensichtlich leichter. Unbeschwert hüpft er von Block zu Block -  vier Beine sollte man haben…

Vor dem Seelein wird’s wieder grün. Und das Wollgras leuchtet von weitem. Durch einen unglaublichen Blumenteppich noch Mitte August! geht es lange leicht bergan, an der privaten Bäregghütte vorbei und zuletzt kurz steil hinunter zum Berghaus Oberaar, betrieben von den Kraftwerken Oberhasli.

Die beiden Frauen führen das Haus umsichtig und wirklich freundlich. Es gibt einige einfache Doppelzimmer sowie Matratzenlager. Ein sehr gutes Abendessen und der herrliche Ausblick über den See und Gletscher hinauf zum Oberaarhorn krönen den Tag. Übernachtung im Berghaus Oberaar.


Gepäcktransport:
Auf der Fahrt von Oberwald zum Grimsel übergaben wir wiederum den einen grossen Rucksack dem Postautochauffeur. Der Bus fährt ja über die Grimsel, wo wir ausstiegen, gleich nach Guttannen / Meiringen weiter.

Schon von Ulrichen aus riefen wir also im Hotel in Guttannen an, erklärten unser Vorhaben und baten, den Rucksack zur angegebenen Zeit pünktlich abzuholen. Auch hier hat es perfekt geklappt.

Links:


Grimselpass; Bild W.Fischer
Grimselpass
Wollgrad,
                  Richtung Husegghütte; Bild W.Fischer
Richtung Husegghütte
Sidelhorn;
                  Bild W.Fischer
Sidelhorn



9.  Wandertag:
Berghaus Oberaar - Handegg

Route: Berghaus Oberaar 2338m – Grimsel  Hospiz 1980m – Räterichsbodensee 1767m – Handegg 1401m Total ca. 4h30 (bis Guttannen ca. +2h)

Hoch über dem Grimselsee, der Flanke entlang mit schöner Aussicht geht es vom Berghaus Oberaar auf guten Pfaden zurück Richtung Grimsel Hospiz. Erst nach etwa 2h trifft man auf die Grimselstrasse und muss dieser die letzte halbe Stunde folgen. Dann zweigen wir links ab und gelangen über die Staumauer zum Grimsel Hospiz mit Hotel / Restaurant.

Weiter Richtung "Handegg" gelangen wir bald zum sogenannten Sommerloch. Dort gibt es die Möglichkeit, an einer geführten Besichtigung tief ins Berginnere zur eindrücklichen Technik der Stromerzeugung teilzunehmen. Auch gibt es eine grossartige Kristallkluft zu besichtigen. Beginn täglich ausser Mo. Um 13h und 14h30. Dauer 1h15, ohne Anmeldung!

http://www.grimselwelt.ch/grimselerlebnis/besuch-im-kraftwerk/

Weiter geht es auf schmalem Pfad entlang dem Räterichsbodensee, den steilen glatten Granit-Felsflanken entlang, wo sich hoch über uns jetzt wo der Fels trocken und griffig ist, manche Seilschaften in den in der Szene bestens bekannten Wänden tummeln. Alle paar Meter trifft man auf ein paar Rucksäcke, welche die Kletterer hier auf dem Pfad deponiert haben. Da wir annehmen, dass die Kletterer die Cervelats mit nach oben genommen haben, lassen wir die Säcke unbeachtet… Und machen bald darauf an idyllischer Stelle in der Blumenwiese ein kleines Schläfchen.
Wir beschliessen, nicht weiter nach Guttannen zu laufen (ca.+ 2h).

Weiter unten auf der Handegg ist ein gehobener Hotelbetrieb entstanden, mit gutem Restaurant, grosser Terrasse. Von hier führt die „steilste Standseilbahn Europas“ - 106%!  - wir haben nachgemessen J, mit Nervenkitzel hoch hinauf zum Gelmersee.
Wir bevorzugen auf der schattigen Terrasse eine Glace zu löffeln, bevor wir das Postauto nehmen nach Guttannen. Im gut geführten Hotel Bären hat man uns den Rucksack bereits ins Zimmer gestellt.

Die nächsten Wandertage führen ins Berner Oberland, entlang der Route Meiringen / Grosse Scheidegg / Kleine Scheidegg, mit Abstechern links und rechts. Die ganze Region ist hervorragend mit dem Öffentlichen Verkehr erschlossen. Dadurch gibt es hervorragende Möglichkeiten, den Gepäcktransport selbst in die Hand zu nehmen. Ich beschreibe dies in den einzelnen Etappen. Da die Möglichkeit mit Hund Unterkünfte zu finden beschränkt sind, können wir unsere Übernachtungsorte nicht immer nach der einfachsten Reihenfolge richten. Aber eben, zum Glück gibt’s überall Bus oder Bahn.

Links:


Oberaarsee; Bild W.Fischer
Oberaarsee
Wilder
                  Thymian; Bild W.Fischer
wilder Thymian am Weg
Abstieg zum Grimsel Hospiz; Bild W.Fischer
Abstieg zum Grimsel Hospiz
Bergenzian am Grimselpass; Bild W.Fischer
Frühlingsenzian am Grimsel

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10. Wandertag:
Zwirgi  - Schwarzwaldalp

Wir nehmen 8.42h das Postauto bis Innertkirchen und weiter die Bahn nach Meiringen. Dort am Bahnhof geht die Fahrt mit Postauto gleich weiter Richtung Grosse Scheidegg bis zur Schwarzwaldalp, wo wir vor 12 Uhr eintreffen.
Wir lassen das meiste Gepäck dort, nehmen um 14 h den Bus und fahren eine halbe Stunde zurück Richtung "Meiringen" bis Zwirgi. Und von dort laufen wir dann:

Route: Zwirgi 971m – Reichenbachfall – Zwirgi – Schwand 1249m  - Rosenlaui 1328m – Schwarzwaldalp 1456m Total ca. 3h.


Vom Restaurant in Zwirgi (Übernachten an diesem schönem Ort möglich - aber ohne Hund!) laufen wir hinunter zu den verschiedenen Aussichtspunkten der imposanten Reichenbachfälle. Nicht nur diese sind hier Anziehungspunkt, sondern mindestens so sehr Conan Doyles Geschichten um Sherlock Holmes der gemeinsam mit seinem Erzfeind Professor Moriarty nach einem erbitterten Kampf den Wasserfall hinabstürzte… Etwas weiter hinunter trifft man auf die Bergstation der Reichenbachfall – Standseilbahn. Zurück geht es nach Zwirgi und weiter, entlang dem alten Säumerpfad via Rosenlaui, mit dem wunderbaren gleichnamigen Hotel aus der „Belle Epoque“. Auch hier könnten wir (hätten wir gerne) übernachten, wenn da nur unser „Copain sur quatre pattes“ akzeptiert wäre….


So laufen wir weiter auf dem schönen Weg, und gelangen bald wieder auf die Schwarzwaldalp mit dem gleichnamigen Hotel / Restaurant.

Hier gab es dann noch wegen unserem Hund – eine Überraschung. Wir hatten die Übernachtung per Mail vorgebucht. Uns wurde im Nebenhaus ein Zimmer mit vier Kajütenbetten (und Gemeinschaftsduschen) angeboten. Preis Fr. 100 mit Frühstück. Dies aber nicht etwa für das Zimmer – sondern pro Person! Es war mein Fehler, dass ich dieses „kleine Detail“ – Preis nicht pro Zimmer sondern pro Person - blauäugig nicht bemerkt hatte, wohl gerade deswegen, weil der Preis so daneben war. Ich gab dann auch beim Bezahlen meinem Erstaunen Ausdruck – erfolglos. Dies war mit Abstand die teuerste Übernachtung der ganzen Wanderung…


Gepäcktransport durch Dritte ist hier nicht möglich, die Hotels koordinieren nicht miteinander. Da wäre doch noch Nachholbedarf für Hotels und Transportdienste… Weil uns wiederum bestes Wetter begleitet, lassen wir für den heutigen und morgigen Tag den grossen Teil des Gepäcks am Ort. Wir werden es am 12. Tag abholen.

Links:

Wegweiser Grosse Scheidegg; Bild W.Fischer
Wegweiser Grosse Scheidegg
Aussicht
                  von der Schwarzwaldalp; Bild W.Fischer
Aussicht Schwarzwaldalp
Aussicht von der Schwarzwaldalp; Bild W.Fischer
Blick zur Grossen Scheidegg
Alpenleinkraut; Bild W.Fischer
Alpenleinkraut


11. Wandertag:
Grosse Scheidegg - First

Route: Grosse Scheidegg 1962m - Gratschärem 2000m - Scheidegg Oberläger 1951m – Wart 2704m (unter Schwarzhoren) – Häxeseeli 2464m – Hagelseewli 2339m – ums Ritzengrätli zum Pt.2278m – Bergstation First 2166m. Total ca. 7h

Natürlich kann man diese Route auch direkt von der Schwarzwaldalp angehen, wir haben, um ein paar Höhenmeter zu sparen, den Bus um 9 Uhr auf die Grosse Scheidegg genommen und sind dann statt von 1450m von 1960m aus gestartet…

Ein wunderbarer, einsamer Wandertag in einer grossartigen Bergwelt liegt vor uns. Bergwiesen, Bergriesen, Gletschersicht, Schneefelder, Bergseelein mit und ohne Eisschollen.

Die erste halbe Stunde ist allerdings alles andere als einsam: auf der Grossen Scheidegg kommt von Grindelwald her zur gleichen Zeit ein Bus und spuckt etwa hundert Koreaner Touristen aus. Mitten im Rudel sind wir fast nicht weitergekommen, weil alle wollten unseren Hund anfassen und sich mit ihm fotografieren lassen… So kam denn Caro unverhofft zum Fotoshooting ganz ohne Casting. Und, so wie die Koreaner mit digitalen Gadgets ausgerüstet waren, wäre er jetzt sicher sogar in Koreanischen Social Medias zu finden. Gepostet, gelikt, gechattet und getweetet J. Jedenfalls, Caro liess das Gezwitscher mit stoischer Ruhe über sich ergehen. Natürlich war das ein witziges Erlebnis, wirklich verstanden habe ich das aber nicht, ist es doch in Korea eher üblich, Hunde zu essen als zu streicheln.

Die Route ist herrlich. Nach Oberläger steigt der Pfad zuerst sanft, später steil an, man erreicht eine erste Stufe. Dann sieht man vor sich das noch grosse, verharschte Schneefeld, das man auf der Nordseite am Rand queren muss. Von der Wart aus hat man einen herrlichen Blick hinunter ins Hochtäli und zum Faulhorn. Später schweift der Blick hinunter Richtung Axalp und in der Ferne grüsst der Brienzersee. Links auf dem Kamm zum steinigen Schwarzhoren sieht man Silhouetten von Kletterern sich gegen den hellen Himmel abheben. Am Ende des Tales steigt der Weg links an und biegt um den Höhenzug des Ritzengrätli. Der Blick liegt wieder auf den gegenüberliegenden Bergriesen  Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger und Mönch. Grossartig dieser Anblick. Wir schauen auch in den Einschnitt zwischen Schreckhorn und Eiger, wo wir am 12. Tag zur Bäregg aufsteigen werden.

In einem Grossbetrieb wie der Bergstation First haben wir eher Massenabfertigung erwartet, als einen persönlichen Empfang. Weit gefehlt: so freundlich und herzlich, wie wir empfangen wurden, haben wir das selten erlebt. Und die Liebenswürdigkeit des Personals, der Umgang auch untereinander war durchwegs eindrücklich fröhlich und von einem guten Teamgeist geprägt.
Wir waren wirklich beeindruckt.
Das Personal hatte abends irgend einen Anlass in Grindelwald, weshalb alle am Abend mit der Seilbahn nach unten schwebten. Alle – bis auf einen. Einen guten Geist in Gestalt des Portugiesen Pedros, der für uns kochte (und wie gut!), uns bewirtete und umsorgte mit einer herzlichen Freundlichkeit. Zwei Gäste, ein Gastgeber in einem Haus, das gleichzeitig bis zu 650 Personen verpflegen kann.

Nachtaufnahme Berggasthaus First ob Grindelwald; Bild
            W.FischerAber unseren Sinnen wurde noch viel mehr geboten: wir hatten ein einfaches Zimmer mit vier Kajütenbetten. Ebenerdig wie es lag, kamen uns schon vor dem Duschen in der Gemeinschaftsanlage die Geissen besuchen und lugten, mit vollen Maul käuend durchs Fenster hinein. Und was für ein Abend, was für ein Licht! Mir kommt die Passage im Buch „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ von Johanna Spyri in den Sinn:

„Peter! Peter! Es brennt! Es brennt! Alle Berge brennen, und der grosse Schnee drüben brennt und der Himmel. O sieh! Sieh! Der hohe Felsenberg ist ganz glühend!...

Und was für eine Nacht! Gegen Mitternacht lag der volle Mond wie eine riesige Leuchtkugel über der Bergwelt, die Gletscher und Firne leuchteten über einem feinen, scharf geschnittenen Nebelschleier über dem Tal. Gegenüber an der schwarzen Eigernordwand der Leuchtpunkt der Station Eigergletscher - und drunten die Lichter von Grindelwald. Schlafen ist später! Staunen und das Herz füllen mit diesen Bildern. Und die Fotos mit langer Belichtung geben uns heute noch einen Schimmer des Wunders wieder…

Das Berghaus First ist eine wirklich gute Adresse (vor allem abends, wenn die Touristenscharen ins Tal hinuntergeschwebt sind und es einsam wird). Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis.

Links:

Aufstieg zur
                  Warth; Bild W.Fischer
Aufstieg zur Warth
Aufstieg zur Wart; Bild W.Fischer
Aufstieg zur Warth
Blick
                  Richtung Axalp und Brienzersee; Bild W.Fischer
Blick zum Brienzersee
Eiger
                  und Mönch; Bild W.Fischer
Eiger und Mönch
Blick
                  vom Berghaus First am Abend; Bild W.Fischer
Abendstimmung Berghaus First

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12. Wandertag:

Teil 1: Grindelwald First 2166m – Grindel Oberläger 1950m – Grosse Scheidegg 1962m ca. 1h30

Auf breitem Weg, den man aber oftmals über einen etwas höher am Hang gelegenen Pfad ausweichen kann, gelangen wir, immer mit bester Aussicht auf die Bergriesen des Berner Oberlandes, wieder zur Grossen Scheidegg.

Wir könnten jetzt direkt weiter Richtung Bäregg, unserem Tagesziel. Für beide folgenden Tage ist wieder sehr schönes Wetter vorausgesagt, also kann man fast „mit dem Handtäschli“ wandern… Deshalb beschliessen wir, nicht die schweren Säcke zu tragen, sondern „light“ zu wandern. 

Wir nehmen 140min von der Scheidegg zur Schwarzwaldalp das Postauto (15min), schnappen uns den am Vortag zurückgelassenen grossen Sack, fahren gleich wieder zurück über die grosse Scheidegg nach Grindelwald. Dort nehmen wir die Bahn bis Alpiglen, deponieren den Rucksack im schönen Berghaus, in das wir am Tag 13 abends zurück kommen werden. Die Bahn bringt uns nach einem Kaffee im schönen Garten des Gasthauses sogleich wieder nach Grindelwald zurück.

Diese kleine Eskapade war ein reiner Genuss. Nicht nur das Wandern, sondern auch die Fahrt mit dem Postauto und der schönen Bergbahn durch eine der schönsten Gegenden der Schweiz. Menschen kommen von weit her, geben viel Geld aus, um das zu sehen… Und für uns liegt diese Welt um die Ecke.

Zurück in Grindelwald nehmen wir den Dorfbus bis Hotel Wetterhorn, wo nach 15 Uhr die Wanderung weitergeht.


Teil 2: Grindelwald Haltestelle Hotel Wetterhorn 1230m – Milchbach 1348m – Pfingstegg 1393m – Bäregg Berghaus 1772m total ca. gut 3h

Die Wanderung ist wunderschön. Zuerst ein rechtes Stück im Wald, später auf aussichtsreichem Weg zur Pfingstegg mit grossem Restaurant. Bestens frequentiert an schönen Tagen vor allem, weil von Grindelwald her die Touristen mit der Seilbahn schweben. Wir löffeln wieder mal eine Glace und gehen dann weiter Richtung Bäregg. Sind wieder ganz allein.

Der Weg führt ostseitig hoch und höher in den Einschnitt der Gletscherschlucht, in die man zeitweise einen Blick erhaschen kann. Wir gehen an einer Absprungstelle vorbei, für Menschen die den Kick suchen, den Adrenalinschub brauchen. Hier springen die Bungy-Jumper in die Tiefe... Wir ziehen den Weg zur Bäregg vor. Auch der ist abenteuerlich. Schmale Passagen, Stege in die stellenweise senkrechte Wände gehauen führen der Schlucht entlang wo tief unten der Gletscherbach rauscht. Die Schlucht kann auch unten vom Tal her über einen angelegten Steg besichtigt werden.

Am frühen Abend erreichen wir das schöne Berghaus Bäregg, das auf einer Terrasse hoch über der Schlucht thront. Atemlos, nicht vom Aufstieg sondern von der Aussicht, schweift der Blick, dem unteren Grindelwaldgletscher folgend hinauf zu den firnbedeckten Fischerhörnern. Eine Welt in Eis und Schnee (v
on der Bäregg aus führt ein blauer Weg hinauf zur Schreckhornhütte 2529m SAC). Wir bleiben in der Bäregg und werden freundlich empfangen von den jungen Leuten, die das private Berghaus führen. Weil man sich draussen nicht sattsehen kann und es mittlerweile kalt geworden ist, tut es gut, sich an einem feinen Nachtessen zu erwärmen.

Links:

Blick vom
                  First oberhalb Grindelwald; Bild W.Fischer
Blick vom First oberhalb Grindelwald
Blick vom First auf den Eiger; Bild W.Fischer
rechts die Kleine Scheidegg
hoch über der Gletscherschlucht zur Bäregg; Bild
                  W.Fischer
oberhalb Gletscherschlucht
hoch über
                  der Gletscherschlucht zur Bäregg; Bild W.Fischer
Blick zum Faulhorn
Berghaus
                  Bäregg; Bild W.Fischer
Berghaus Bäregg


13. Wandertag:
Bäregg - Alpiglen 
(T3)
 
Route: Bäregg 1772m – Marmorbruch 1107m – Lägerli 1508m – Finderalp 1752m – Alpiglen 1616m total ca. 4h30


Nach einem feinen Frühstück im Berghaus Bäregg machen wir uns auf die Socken bzw. Pfoten. Dem gleichen Weg, wie wir gekommen sind folgend, dem Hang entlang hoch über der imposanten Gletscherschlucht, gelangen wir bald zur Abzweigung, die hinunter führt zum Marmorbruch. Hier erinnern Infotafeln über die Geschichte. Seit ca. 1750 wurde bis letztmals 1903 Marmor gewonnen. Durch einen gewaltigen Gletschervorstoss wurde 1760 der Marmorbruch vom Eis zugedeckt und war während etwa 100 Jahren nicht mehr zugänglich. Im Bundeshaus Bern und der Universität findet sich Marmor von diesem Marmorbruch aus Grindelwald. Ein beleuchteter kurzer Tunnel (direkt am Wanderweg) führt zu einem alten Abbaustollen.

Bald führt der schmale Pfad an die Steilwand und in mehreren Kehren, teils aus dem Fels gesprengt, hinauf. Wir treffen auf eine Tafel „Weg für Hunde nicht geeignet, Leitern!“. Was nun? Caro, mit 38kg und ohne eingebaute Handgriffe im Fell lässt sich schlecht tragen J. Und fliegen kann er auch (noch) nicht. Zum Glück liefen wir weiter und trafen nach ca. einer Stunde auf das Hindernis. Es waren jedoch nicht Leitern! - viel mehr eine einzige, lange und steile, aber mit schmalen Stufen angefertigte Eisentreppe, die unser Hund total cool hinaufwieselte. Allerdings – für manche Hunde stellen solche Hindernisse unüberwindbare Barrieren dar. Da bleibt dann für handliche Formate nur Tragen - oder unten bleiben, den Weg über die Brandegg nach Alpiglen wählen.

Lange bleibt man im steilen und steinigen Hang des Mittellegi Hörnli, einem Ausläufer der Eigernordwand. Dann endlich erreicht man wieder die ersten Bergwiesen und hat einen herrlichen Blick über Grindelwald hinweg zu Schwarzhorn und Faulhorn, die Gegend wo wir am Vortag gelaufen sind. Auch hier wieder mancher noch blühender Teppich. Und wenige Schneerinnen sind zu queren. Nachdem wir bis hierher gerade mal einem einzigen Wanderpaar begegnet sind, ist es an der Abzweigung, wo sich unser Pfad mit dem sogenannten „Eigertrail“ trifft und hinunter führt zum unten sichtbaren Tagesziel Alpiglen, mit der Einsamkeit vorbei.

Der „Eigertrail“ (ein werbewirksamer Marketingname) führt von Alpiglen direkt unter der berühmten Eigernordwand entlang zur Station Eigergletscher, dessen Licht uns zwei Nächte zuvor im Berghaus First entgegengeblinkt hat. Dieser Eigertrail wird geradezu überschwemmt von Touristen – oft aus Asien und ebenso oft in Turnschuhen, die meist von der Kleinen Scheidegg bis zur Station Eigergletscher hinauffahren und dann nach Alpiglen herunterlaufen. Weil man aber kaum „die Nordwand hinaufsieht“ ist der Trail eigentlich nicht wirklich reizvoll – es sei denn man erinnert sich, dass sich hoch über einem viele Bergerfolge aber auch sehr viele Bergdramen ereignet haben… Kommt man hingegen vom Marmorbruch hinauf, wie wir das getan haben, hat man bis hier zum Abzweig nach Alpiglen hinunter bestimmt den reizvollsten und abwechslungsreichsten Abschnitt der Eigerflanke begangen.

Alpiglen: ein kleines Gasthaus und eine Handvoll Häuser und Speicher. An der gleichnamigen Haltestelle der Zahnrad-Bahnstrecke von Grindelwald zur Kleinen Scheidegg gelegen und im Übrigen verkehrsfrei, ist es vor allem gegen Abend wenn der Touristenstrom versiegt ist, eine hübsche und stille Oase. Und – ein sehr zu empfehlender Übernachtungsort. Da sitzt man dann fast allein im kiesigen Garten, hat eine bezaubernde Aussicht und ein leckeres Essen aus der guten Küche. Die wenigen Zimmer sind einfach und hübsch und waren sehr sauber. Eine freundliche Gastlichkeit, ein hervorragendes Preis / Leistungsverhältnis, eines der Besten der ganzen Wanderung ist ein weiterer Grund, wieder einmal hierher zu kommen…

Links:

Richtung
                  Finderalp; Bild W.Fischer
Richtung Finderalp
noch
                  Alpenrosen am 22.August; Bild W.Fischer
Alpenrosen im August
Blick
                  hinunter nach Alpiglen; Bild W.Fischer
Blick nach Alpiglen
Gasthaus Alpiglen; Bild W.Fischer
Gasthaus Alpiglen
Blick
                  von Alpiglen zur Eigernordwand; Bild W.Fischer
Blick zur Eigernordwand

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14. Wandertag:

Teil 1) Alpiglen 1616m – Mettla 1809m – Kleine Scheidegg 2061m ca 2h30

Mit allem Gepäck auf die Kleine Scheidegg zu laufen, wäre zwar kein Ding – beim Vorbeigehen an der Bahnhaltestelle Alpiglen erinnern wir uns aber, dass man Gepäck auch aufgeben kann: als die Zugbegleiterin in der eben eintreffenden Bahn aussteigt, fragen wir ganz spontan nach. Natürlich sei dies möglich, sagt sie, aber schnell müsse es gehen, der Fahrplan müsse schliesslich eingehalten werden! Wir schmeissen die beiden Rucksäcke in den Zug, sie sagt noch kurz, bezahlen können wir dann beim Abholen am Schalter auf der Kleinen Scheidegg – und schwupps – weg sind Zug und Säcke.

Fast überrumpelt stehen wir einsam und ohne Lasten an der Haltestelle. Und hüpfen geradezu der Kleinen Scheidegg entgegen. Sanft aufsteigend geht es durch Wiesen und über Bachläufe höher. Wir können heute trödeln! So bleiben wir immer wieder stehen, höcklen in die Wiese, geniessen die Aussicht. Einsam ist es hier! Das wird sich aber schlagartig ändern, wenn wir auf der Kleinen Scheidegg ankommen: Ströme von Touristen aus aller Welt (ausserordentlich viele aus Asien und Arabischen Ländern) werden hier am Bahnhof kanalisiert und umgeleitet. Irgendwie mit offenen Mündern hocken wir etwas abseits und starren auf das Geschehen. Zug um Zug trifft ein, spuckt aus oder füllt ein paar hundert Touristen  und verlässt die Umsteigestelle zwischen Grindelwald, Wengen und der Station Jungfraujoch. Irgendwie verrückt. Aber, wie so oft: ein wenig abseits – und man ist wieder fast allein! Die Menschenströme laufen ja alle auf einer sehr engen „Menschenbahn“ ab. Verlässt man diese Zone, ist davon kaum etwas zu bemerken.


Teil 2) Kleine Scheidegg 2061m - Lauberhorn 2472m ca. 3h


Nachdem wir am Bahnhof Kleine Scheidegg die Säcke geholt haben, suchen wir unsere Unterkunft, das Berghaus Grindelwaldblick auf, ein paar hundert Meter vom Bahnhof entfernt. Dort deponieren wir das Gepäck und machen uns auf zum Lauberhorn.

Lauberhorn, ein Name, ein Begriff der alle Skifans fesselt. Wo sich alljährlich der Skizirkus tummelt, und die Besten der Besten um Hundertstelsekunden kämpfen. Wir kämpfen nicht. Das Lauberhorn zu Fuss zu entdecken birgt keine Risiken und die Nebenwirkungen sind allesamt positiv. Und, anders als beim Skirennen wird hier jeder mit einem Podestplatz belohnt. Ganz oben.

So sind wir denn – wiederum völlig allein! – höher gestiegen. Steil hinauf über Grashänge quert man das Starthaus zum Skirennen. Natürlich müssen wir die sacksteile Holzrampe erklettern – um wenigstens einmal dort zu stehen, wo sich alle die berühmten Skikanonen der Welt mit einem Urschrei in die Tiefe stürzen.
Ein Foto von meiner Frau, waghalsig mit den Wanderstöcken auf der „Abschussrampe“ wurde unseren Söhnen per SMS geschickt, mit dem Titel „Drama am Lauberhorn“…
Oben auf dem Lauberhorn hat man einen herrlichen 360° Rundblick. Wieder einmal kann man sich kaum satt sehen. Die kleine Bank dort oben lässt uns lange verweilen, den Blick auf die schneeglänzenden Bergriesen des Berner Oberlandes gerichtet. Erst die aufsteigende Kälte drängt uns zum Abstieg.

Unser Berghaus auf der Kleinen Scheidegg hat Mehrbettzimmer und Gemeinschaftsduschen. Man hat uns mit dem Hund ein Vierbettzimmer zur allein Benutzung angeboten. Tagsüber reger Betrieb, von der Bahnstation her kommen viele Leute herauf und bevölkern die grosse Aussichtsterrasse. Abends aber wird es – was für ein Glück - wieder sehr einsam.
Man könnte auch unten, bei der Station im altehrwürdigen „Grandhotel Bellevue des Alpes“ sehr gediegen übernachten und hervorragend essen. Dies hat natürlich seinen Preis – Hunde sind zudem nicht erwünscht.

Links:
hinauf zur Kleinen Scheidegg; Bild W.Fiischer
Kleine Scheidegg
hinauf zur Kleinen Scheidegg; Bild W.Fiischer
Aufstieg zur Kleinen Scheidegg
Kleine Scheidegg; Blick zum Jungfraujoch; Bild
                  W.Fischer
oben links das Jungfraujoch
auf dem
                  Lauberhorn; Blick zur Grossen Scheidegg; Bild
                  W.Fischer
auf dem Lauberhorn
 


Heimfahrt am 15.Tag: 

Unglaublich, am nächsten Morgen waren die Bergriesen von dicken Wolken verhangen. Während vierzehn Wandertagen wurden wir geradezu verwöhnt von bestem Bergwetter. Wie wenn uns die Heimreise erleichtert werden soll: heute sieht es nach Regen aus. 

Zwei Wanderwochen. Die erste Woche in einem sehr schwach berührten, die zweite Woche in einem hoch erschlossenen Tourismusgebiet. Und trotzdem, alle Wandertage verliefen auch im Berner Oberland mehrheitlich einsam. Ein paar Schritte von den „Hauptverkehrsströmen“ weg - und man ist allein, Begegnungen sind sehr selten. Wie herrlich, dass nicht Alle wandern gehen...



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Infos und Anmerkungen:

Wenn der Hund mitkommt:
Jeder gesunde, folgsame Hund mit guter Kondition der kein „Gispel“ ist, der auch an ausgesetzten Stellen ruhig bleibt und den Meister nicht stresst, kann die Route gehen.
Die Wanderung führt natürlich zu häufigen Begegnungen mit Wild oder Schaf- und Ziegenherden, Kuh- und Rinderweiden. Es ist unabdingbar, dass Hund und Meister solchen Situationen ohne jede Aufregung begegnen können. Dies ist nicht möglich, ohne dass diese Begegnungen im Rahmen der Hundeerziehung gezielt geübt werden.
Es ist unverantwortlich, Hunde in diese Räume zu nehmen, die nicht gehorchen und solche Situationen nicht kennen.
 
Dank den vielen Bächen und Seelein die man auf jeder Etappe antrifft, ist die „Wasserversorgung für den Hund“ sehr gut gewährleistet. Die Verpflegung verlangt natürlich etwas Flexibilität. Zumeist ist man Abends nicht in einem Ort mit Laden, wo man Futter kaufen kann. Wir haben deshalb zumeist Büchsenfleisch/ Terrine mitgenommen und im Berghaus oder Gasthaus beim Koch etwas bestellt, eine Schüssel Reis oder Teigwaren. Da die Unterkünfte durchwegs die Mitnahme von Hunden akzeptieren, ist dies kaum ein Problem. Manchmal war dies gratis, mal zahlt man vielleicht fünf Franken.

Wandern (fast) ohne Gepäck:
Die ersten Tage waren Rundwanderungen. Wir kehrten abends jeweils wieder an den Ausgangspunkt zurück. Anschliessend hat das Wetter erlaubt, immer nur mit einem Minimum an Ausrüstung zu laufen. Wir konnten uns mit dem Notwendigsten begnügen. Gute Windjacke / Regenschutz und einen Satz Kleider zum Wechseln genügten. Natürlich läuft es sich leichter, wenn der Sack mit Trinken und etwas Proviant statt 13-14kg nur 6-7 kg wiegt.
Betreffend Transportmöglichkeiten haben wir aus der Erfahrung der letzten Jahre gelernt. Nach dem Motto „wo ein Wille ist, ist ein Weg“. Man muss halt reden mit den Leuten. Es gibt allerdings auch organisiertes „Wandern ohne Gepäck“. Was uns abhält, solche im Tourismus angebotene Routen zu wählen ist der grosse Nachteil, dass eine einmal gebuchte Route auch eingehalten werden muss, Wetterverhältnisse hin oder her. Verschiebungen, eine Variante gehen, einen Tag vor Ort einschalten, sind kaum möglich.


Zimmerreservationen:  
Bei allen Hotels und Berghäusern habe ich zuvor angefragt und ausgehandelt, dass ich bei explizit schlechtem Wetter ohne Stornierungkosten kurzfristig absagen gekonnt hätte. Bei jedem der aufgeführten Hotels wurde eine kurzfristige Absage oder Verschiebung akzeptiert. In kleineren Hotels, wo die Besitzer sehr oft auch Wanderer sind, stösst man betr. Wettersorgen des Wanderers offensichtlich  auf mehr Rücksicht.

Von Hunden und Wandern und Hunden in Betten
Seit über 30 Jahren – wie auch dieses Jahr, unternehmen meine Frau und ich praktisch jedes Jahr zumindest zwei Wochen Weitwanderungen im Alpenraum. Fast immer waren wir begleitet von unserem jeweiligen Hund. Es waren immer wunderschöne Zeiten, die schönsten Wochen des Jahres. Natürlich konnten wir sehr viele Erfahrungen sammeln, vor allem auch zum Thema „Unterkunft mit Hund“. Biwak, Zelt gehörten ebenso zu den Unterkünften wie auch SAC / CAI – Hütten oder Berggasthäuser und Hotels. Bei den Hütten ist es oft wirklich schwierig, mit einem Hund als Begleiter auf Akzeptanz zu stossen. Es ist unabdingbar, sich vorher bei der Hütte selbst telefonisch zu erkundigen! Wir durften oftmals mit dem Hund im Winterraum der Hütten übernachten. Manchmal wurde dem Hund aber auch ein feuchter, eiskalter Raum, eine Werkstatt oder sogar der Abfallraum zugewiesen, dem wir dann jeweils nur trickreich entweichen konnten.

Wir akzeptieren voll und ganz, dass Hunde nicht überall beliebt und willkommen sind. Die Basis für Akzeptanz bilden ganz bestimmt: ein wohlerzogener, gehorchender Hund, ein Hund der anderen Leuten nie, in keiner Situation lästig fallen soll. Ich fasse das so zusammen: der Hund soll immer „mein Problem“ sein, nie anderen Leuten ihres. Toleranz auf Seiten von nicht Hundehaltern kann nur dann erwartet werden, wenn der Hund sich ruhig und unauffällig verhält und nicht andere Leute (oder auch andere Hunde) belästigt oder gar ängstigt. Wir selbst als ausgesprochene Hundefreunde erleben immer wieder auch haarsträubende Situationen, was Hundehalter anderen Menschen zumuten. Und genau diese Erlebnisse sind es dann oft, die Nicht-Hundehalter tendenziell verleiten, „alle Hunde“ mit dem Bad auszuschütten. Deshalb ist es unumgänglich, dass der Hund nur als Begleiter in Hütten oder Hotels mitgenommen werden kann, wenn die vorgenannten Verhaltens-Bedingungen  erfüllt sind. Es sei in Erinnerung gerufen: nicht der Hund macht die Fehler, sondern die Halter!

Und bitteschön: der Hund gehört nie und nimmer ins/aufs Bett! Schon gar nicht in fremde Betten. Und weil eben der Hund nur „ich darf“ oder „ich darf nicht“ kennt, gehört ein Hund, der zuhause „ins Bett“ darf, nicht in Hotels! Der Hund wird nie unterscheiden zwischen „fremden“ und „eigenem“ Haus oder Bett. Wer kann es verargen, dass bei einer Aussage, der Hund schlafe sogar im Hotelbett, dem ganz normalen Nicht-Hundebesitzer ein „die spinnen, die Hündeler“ entfährt. Genau solche Situationen haben wir oft erlebt: wir fragen nach Unterkunft „mit Hund“, dann ist die Antwort „nein, wir möchten keine Hunde“! Beim Nachfragen dann: „hören Sie,  es gibt oft Hundehalter, da haben wir nur Probleme damit. Es gibt sogar solche, die lassen ihre Hunde in den Betten schlafen“ nicht weit. Niemand, der sich den wirklichen Bedürfnissen der Hunde widmet, zählt „im Bett der Menschen schlafen“ dazu! Das Zusammenleben von Menschen „mit“ und „ohne Hund“ erfordert Toleranz und  Respekt.

Als wirklicher Hundefreund und Hundehalter bin ich allein verantwortlich für die Wohlerzogenheit und das unauffällige, unproblematische Verhalten meines Hundes. Und nur so kann ich daran mitwirken, dass auch in Hotels und Hütten, aber auch ganz allgemein in der Öffentlichkeit Hunde akzeptiert sind.


Walter Fischer


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Karten
  • Landeskarten der Schweiz, offizielle Karte der Schweizer Wanderwege: 1:50'000 Blatt 265T Nufenenpass / 255T Sustenpass / 254T Interlaken, bei http://www.wandern.ch oder https://shop.swisstopo.admin.ch/
  • Digitale Karten; Ausschnitte können kopiert werden:
  • http://map.wanderland.ch, Wanderwegnetz der Schweiz, mit nationalen und regionalen Wanderrouten und ÖV-Haltestellen
  • http://map.geo.admin.ch

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