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Veia SurmiranaAuf den Spuren der Römer vom Engadin bis nach Thusis |
(ab Bivio identisch mit Veia Surmirana) |
Aufstieg zur Alp Flix |
Die Bündner Verkehrsvereine haben zusammen mit den Verkehrsvereinen eine erste Routenkarte zu einem speziellen Weg herausgegeben - weitere werden folgen. Gerne stelle ich die Veia Surmirana vor: Sie starten am Julierpass und laufen auf den Spuren der Römer durch das Surses mit Ziel in Thusis. Es ist kulturell eine sehr interessante Wanderung, und die wunderbare und vielfältige Landschaft ist atemberaubend. Die Wanderung kann nach Belieben abgeändert, an Orten mit einer Postautohaltestelle begonnen oder abgekürzt werden.
Das Gebiet ist Bestandteil
des ersten regionalen Naturparks der Schweiz – dem Parc Ela. Die beiden
Talschaften Sursès und Albulatal in der Region Mittelbünden
stehen im Zentrum des 600 km2 grossen Parks. Mit einer nachhaltigen Entwicklung
versucht man die intakte Natur und Kultur der Region zu erhalten und gleichzeitig
sanft zu nutzen. Zahlreiche Angebote bieten spannende Natur- und Kulturerlebnisse
im Parc Ela.
Gewandert: Juni 2005.
Die Route ist gut dokumentiert:
Reise:
Tipp: Wer in der Vor- oder Nachsaison startet, in der kein Postauto über den Julierpass fährt, kann:
Mit dieser Tabelle und der-Unterkunftsliste-können
Sie Ihre Route individuell planen:
| von | bis | gewandert | Wegweiser | aufwärts | abwärts |
| Julier Hospiz | Bivio | 1.50 h | 1.30 h | 80 m | 540 m |
| Bivio | Alp Flix | 2.30 h | 2.15 h | 410 m | 200 m |
| Alp Flix | Savognin Soras | 3.50 h | 3.20 h | 280 m | 980 m |
| Savognin Soras | Salouf | 1.40 h | 1.30 h | 190 m | 210 m |
| Salouf | Obermutten | 4.20 h | 3.30 h | 900 m | 300 m |
| Obermutten | Thusis | - | 2.45 h | 140 m | 1300 m |
1. Tag, 4.20 h, aufwärts 490 m,
abwärts 740 m
Route: Julier Hospiz 2233 m - Trotg
da n'Alac 1850 m (1.20 h) - Bivio 1769 m (0.30 h) - Alp Natons 1963 m (1
h) - Gruba 1860 m (1 h) - Salategnas 1976 m (0.20 h) - Tigias/Alp Flix
1977 m (0.10 h)
Der Julierpass ist einer der ältesten Alpenübergänge im ganzen Alpenraum. Die Römer kannten diese Verbindung und bauten die Strasse zu einem bedeutenden Transitweg aus. Die beiden nach Bivio führenden Pässe, Septimer (siehe Variante) und Julier, waren während der Römerzeit von grösster Bedeutung. Es lassen sich noch heute Spuren aus dieser Zeit entdecken, so die Steinplatten auf dem Fussweg von Casaccia nach Bivio und die römischen Votivsäulen auf dem Julierpass. Am Plang Campfer und auf dem Hospiz kann man noch die Überreste der alten Römerstrasse entdecken (tiefe Radspuren). Zu späterer Zeit diente der Pass den Bergeller Bauern zur Besiedlung Bivios. Anfänglich weilte man nur während des Sommers auf den Alpen rund um Bivio, doch später siedelten sich einige Bauern ganzjährig an. Daher kommt auch der Einfluss der italienischen Sprache in Bivio.Da das Postauto auf der Passhöhe nicht anhält, beginnen wir mit der Veia Surmirana beim Restaurant Julier Hospiz. Auf dem Wegweiser sind zur "Alp Flix" 3.15 h angegeben - damit ist natürlich nicht unsere Route, sondern der obere Bergwanderweg über die Fuorcla digl Leget (2711 m) gemeint.Hinweise: Hartbelag nur durch das Dorf Bivio. Sehr schöne Etappe; viele schmale Bergpfade. Die Wanderzeiten an den Wegweisern waren für uns zu knapp.
Der
Weg ist schmal, erstaunlich steinig, wild und wenig ausgeprägt, aber
perfekt markiert. Er verläuft abseits der Strasse, und wo sie nahe
kommt, wird der Lärm vom Bach übertönt. Im Bergsturzgebiet,
an dem wir vorbeikommen, tummeln sich Murmeltiere. Kurz nach einem Drehkreuz
Pfeil beachten! Der Weg wird flacher und überquert beim Punt Brüscheck
die Passstrasse. Der folgende breite Wiesenweg war im Mittelalter ein Strassentrassee.
Wo er nach rechts abdreht, halten wir die Richtung und folgen einem Hang
voller Alpenrosen und Beerenstauden. Bei einem Stall sehen wir rechts die
Haltestelle
Böga - unsere Route (Markierung am grossen Felsen)
bleibt am linken Hang und führt ebenaus, aber ziemlich holprig, einer
langen Steinmauer entlang zum schön gelegenen Picknickpatz Trotg
da n'Alac.
Zwei Wege führen ab hier nach Bivio - die Veia Surmirana bleibt auf der linken Talseite, steigt kurz an, führt durch einen schönen Föhrenwald, überquert auf dem Punt da Corner Duela eine wilde Schlucht und mündet beim Skilift ins Dorfzentrum von Bivio (diverse Restaurants, Läden). Wir schlendern durch das hübsche, verkehrsgeplagte Dorf, geniessen im Garten des Hotels Grischuna eine Pause und treffen beim Dorfausgang auf der andern Seite der Julia wieder auf den Wanderweg.
Am Waldeingang folgen wir
dem Weg bergauf Richtung "Alp Flix". Schöner Waldweg dem VitaParcours
entlang. Bei der nächsten Verzweigung nach rechts Richtung "Alp Natons".
Der schmale Pfad mündet in ein Kiessträsschen; fünf Minuten
später beim markierten Pfosten wandern wir geradeaus. Schöner
Waldpfad bergauf zur Alp Natons, wo wir eine sensationelle Sicht
auf den Marmorerasee und die Berge geniessen.
Noch ein Stück bergauf, und wir treten aus dem Wald. Dem sprudelnden Bergbächlein entlang steigen wir nach Salategnas hinauf, der ersten der vielen Weiler auf der Hochebene der Alp Flix. Ein Teersträsschen führt am Rand des Hochmoors zu unserer Unterkunft, dem Berghaus Piz Platta in Tigias, Alp Flix.
2. Tag, 5.30 h, aufwärts
470 m, abwärts 1190 m
Route: Alp Flix 1977 m - Tga Alp -
Cuorts 1962 m (0.20 h) - Laijs da Flix (0.05 h) - Ruigna (0.10 h) - Plang
da Crousch - Colms Lantsch 1980 m (20 h) - Alp Digl Plaz 1865 m (0.30 h)
- Alp Surnegn 1845 m - Platz-Bleischen 1545 m (0.50 h) - Cruschetta 1560
m (0.20 h) - Tinizong 1275 m (0.30 h) - Savognin Soras 1280 m (0.45 h)
- Gnignia ob Cunter 1220 m (0.35 h) - Laj Burvagn 1117 m (0.30 h) - Salouf
1258 m (0.35 h)
Hinweis: Traumhafte Hochmoore, schöne Wälder, Naturwiesen und kaum Hartbelag!
| Vom Hotel auf der Alp Flix wandern wir Richtung "Savognin", leicht aufwärts, dann der Höhenkurve entlang, von Alp zu Alp. Die Flora hier oben ist einzigartig und wissenschaftlich erforscht. Weitere Höhepunkte sind die Bergseen bei Cuorts - hier gibt es eine Wegvariante den Seen entlang, die beim Weiler Ruigna wieder in die Veia Surmirana einmündet. |
Ein bequemes Kiessträsschen führt regelmässig abwärts durch den Wald. Nach 10 Minuten zweigt links ein schmaler steiler Pfad abwärts - wer seine Knie schonen will, kann auf dem Kiessträsschen bleiben. Der Pfad kreuzt das Strässchen zweimal, beim dritten Mal folgen wir dem Strässchen bis zum Wegweiser Platz Bleischen. Scharf nach rechts!
Das Kiessträsschen steigt nochmals leicht an, überwindet eine Abbruchstelle und mündet im Val d'Err nach der Brücke Cruschetta in ein Teerstässchen. Ihm folgen wir einen knappen Kilometer und benützen links die steile Abkürzung nach Tinizong hinunter. Unten am Waldrand oberhalb Tinizong treffen wir wieder auf das Teersträsschen.
Ein Kiesweg schlängelt sich bergauf durch landwirtschaftliches Gebiet. Unterhalb der ersten Häuser erreicht man auf dem Teersträsschen die Fahrstrasse und geht dort rechts ins Dorfzentrum von Salouf. Der Dorfladen befindet sich an der Hauptstrasse Richtung Kirche.
3. Tag, 4.20 h, aufwärts
900 m, abwärts 300 m
Route: Salouf 1258 m - St.Georg - Del
1373 m (0.30 h) - Zozas 1530 m (0.35 h) - Planezza 1661 m (0.25 h) - Dartschapetta
1825 m (0.30 h) - Stierva-Holzbrücke (0.10 h) - Narglesa 1884 m -
Sur Codal 1970 m (0.30 h) - Schischesa 2134 m (0.40 h) - Alp Ried 2023
m (0.30 h) - Obermutten 1860 m (0.30 h)
Heute folgen wir den Wegweisern Richtung "Obermutten". Die Veia Surmirana führt durch den oberen Dorfteil von Salouf zum Schulhausplatz, folgt dann der Fahrstrasse zur Kirche St.Georg (10.Jh) hinauf, die von weit her sichtbar ist. Ebenaus zum nahen Weiler Panaglia (Wasserradmühle), bergauf zur Fahrstrasse (Bushaltestelle Pulens). Rechts fünf Minuten der Fahrstrasse entlang, dann links zum Waldrand, wo der obere Weg vom Sporthotel her einmündet.
Unsere Route dreht nach rechts; aussichtsreicher Kiesweg durch landwirtschaftliches Gebiet zum idyllisch gelegenen Weiler Del (Trinkbrunnen). Durch schöne Naturwiesen führt uns der Kiesweg zum Waldeingang. Dort die Richtung halten und bergauf, auf zunehmend steilerem Weg.
Bei der Waldlichtung Zotas beginnt ein Teersträsschen, dem wir bis Planezza folgen. 200 m nach dem Alpgebäude Planezza kommen wir wieder in den Wald. Ein Kiessträsschen führt sanft bergauf; nach 10 Minuten zweigt links ein steiler Wanderweg ab (das Natursträsschen führt zum gleichen Ziel). Wir kreuzen das Strässchen und folgen einer weiteren Abkürzung. Oben beim Wegweiser Dartschapetta treffen die beiden Wege wieder zusammen.
Achtung: Rechts zweigt ein schmaler Pfad ab, der Höhenkurve entlang. Ihm folgen wir um den Hang herum zur Stierva-Holzbrücke; auf den Felsen im Bachbett finden wir einen idealen Pausenplatz. Im Zickzack führt der Pfad aus dem Tobel heraus und rechts querend zum Drehkreuz. Etwas undeutlich dem Zaun entlang bergauf zur Ruhebank, dort rechts zum Alpsträsschen. Es folgt eine Viertelstunde Hartbelag an den Alpgebäuden von Narglesia vorbei.
Beim Wegweiser Sur Codal zweigt rechts ein Kiesweg ab, der uns nach 10 Minuten zum schön gelegenen Ferienhaus führt, von wo wir erstmals das Dörfchen Obermutten erspähen. Es folgt eine aussichtsreiche Hangquerung auf leicht aufsteigendem, schmalem Pfad, der von den Kühen arg zertrampelt ist. Bei den schiefen Hütten Schischesa haben wir den höchsten Punkt erreicht und geniessen die Sicht nach Obermutten und ins Albulatal. Am Gegenhang, etwas tiefer gelegen, sehen wir eine Alphütte, unser nächstes Ziel.
Leicht abwärts queren wir zum Taleinschnitt, überspringen den Bach und folgen den undeutlichen Kuhpfaden hangauswärts. Der Weg folgt mehr oder weniger der Höhenkurve, ist ziemlich matschig und holprig; bei Unsicherheiten einfach dem Viehzaun folgen. Bei der Alp Ried weiden Pferde, der Weg wird breiter und führt durch den Wald. Wir treffen auf den Weg zum Wallfahrtsort Ziteil und gehen auf dem Kiesweg abwärts nach Obermutten, das traumhaft schön auf einem Sattel thront. Dorfbrunnen, Gasthäuser.
Obermutten |
|
| 4. Tag, 2.45 h, abwärts
1300 m
Route: Obermutten 1860 m - Carschenna 1072 m (1.45 h) - Ruine Hohenrätien - Thusis 697 m (1 h) |
Karte Obermutten |
Um unsere Knie zu schonen, haben die Wanderung in Obermutten abgebrochen (siehe Busfahrplan-Infos).
Aus der Routenkarte:
"Von Obermutten gilt
es einen Abstieg von über 1300 Höhenmeter zu bewältigen.
Hoch über dem Schin und der Viamala erhebt sich die Muttner-Höhi.
Hier haben wir eine weite Rundsicht über die Muttner Berge hinweg.
Durch den Tannwald gelangen wir über Aclasura zum berühmten
Crap-Carschenna
(Felszeichnungen) und kommen anschliessend an der
Ruine Hohenrätien
vorbei.
Vor Thusis überqueren wir den Hinterrhein und erreichen bald darauf
den Bahnhof von Thusis."
5-tägige Variante mit Zusatztagen:
Anreise: Bahn nach St.Moritz, Bus St.Moritz - Sils Baselgia posta (Fahrplan)1. Tag, 4 h
Sils
Baselgia im Engadin 1800 m - Engadiner Höhenweg - Grevasalvas 1941
m (1.45 h) - Blaunca - Pila - Maloja 1803 m (1 h) - Casaccia 1458 m (1.15
h)
2. Tag, 5.30 h
Casaccia 1458 m - Septimerpass 2310
m - Bivio 1769 m
Unterkunftsliste Veia Surmirana